Tierspital Zürich

19. Februar 2019 13:48; Akt: 19.02.2019 13:48 Print

Frau wirft Spital vor, ihre Katze «grilliert» zu haben

Nach einer Untersuchung im Tierspital hatte die Katze Fränzi Verbrennungen am Bauch. Sie musste eingeschläfert werden.

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Die Siamkatze Fränzi musste wegen einer verstopften Nase zum Tierarzt. Nach der Untersuchung im Tierspital Zürich war das Büsi aber in einem schlechteren Zustand als zuvor: «Das Tierspital hat mein Büsi grilliert», sagt Besitzerin Monika Erfigen zum «Blick». Zu Hause habe sie entdeckt, dass der Bauch ihrer Katze grossflächig verbrannt war.

Das Ausmass sei erst zwei Tage später ersichtlich gewesen, als Fränzi beinahe alle Haare am Unterleib weggeleckt hatte. Die Katze wurde daraufhin ein erstes Mal notoperiert, dann aber trotzdem eingeschläfert. «Man hätte ihr die ganze verbrannte Haut entfernen müssen», erklärt die 69-jährige Besitzerin. Das habe sie ihrer Katze aber ersparen wollen. Der Grund für die Verbrennungen könnte laut der Zeitung ein defektes Heizkissen gewesen sein, auf dem die narkotisierte Katze lag.

Wo und wann kam es zu den Verbrennungen?

Beim Tierspital Zürich heisst es auf Anfrage von 20 Minuten, dass Verbrennungen des vorliegenden Grades im ersten Moment weder sichtbar noch sehr schmerzhaft seien. «Die Katze hat sich bei der Schlussuntersuchung unauffällig verhalten», sagt Leiter Patrick Kircher. Trotz interner Abklärungen könne man nicht abschliessend beantworten, wo und wann es zur Verbrennung gekommen sei.

«Die Brandverletzung und der Tod von Fränzi haben uns extrem betroffen gemacht», sagt Kircher. Fränzi sei routinemässig auf ein elektrisches Heizkissen gelegt worden. Nach Tests sei dieses für funktionstüchtig befunden worden. Nicht ausgeschlossen werden könne aber, dass die Heiztransportmatte zur Verbrennung geführt habe. «Dieses mobile Wärmesystem wurde nun vom Gebrauch ausgeschlossen.»

Trotz der Vorkommnisse erhielt Erfigen eine Rechnung in Höhe von rund 1800 Franken. Rechtsanwalt Valentin Landmann, der die Katzenbesitzerin vertritt, findet das nicht richtig und fordert Schadenersatz, wie er zum «Blick» sagt: «Es geht nicht an, die verunglückte Untersuchung in Rechnung zu stellen. Zusätzlich werden wir eine Genugtuung von 1000 Franken fordern. Diese soll der Tierschutzorganisation Animal Trust zugutekommen.» Das Tierspital zeigt sich offen für eine einvernehmliche Lösung.

(tam)