Einwanderung

21. Mai 2012 21:06; Akt: 21.05.2012 21:20 Print

Frauen leiden an «Expat-Blues»

von Deborah Sutter - Viele Expat-Frauen kämpfen mit Depressionen. Die Zürcher Integrationsbeauftragte will ihnen nun helfen.

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Die Beauftragte Julia Morais.

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Sie können kein Deutsch, kennen niemanden in Zürich und arbeiten nicht: Die Frauen von sogenannten Expats – gut ausgebildeten Ausländern, die für den Job in die Schweiz kommen – fühlen sich oft isoliert und ­alleine. «Psychologen meldeten sich bei uns und berichteten uns von den vielen Expat-Frauen, die wegen Depressionen in Behandlung sind», sagt Julia Morais, die kantonale Beauftragte für Integrationsfragen. Darauf reagiert die Fachstelle nun, wie die «NZZ am Sonntag» berichtete: Am 31. Mai organisiert sie im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe für Expats einen Anlass zum Thema Depression. «Wir wollen verhindern, dass die Frauen unglücklich sind und ihre Männer zur Rückkehr in die Heimat drängen», so Morais.

90 Prozent der Patienten, die die psychologische Beraterin Martina Famos behandelt, sind Expats. Sie sagt zum «Expat-Blues»: «Zunächst ist im neuen Land alles rosa und toll, doch bald kann man in ein Loch ­fallen.» Die Frauen seien den ihnen fremden Schweizer Eigenheiten ausgesetzt, ohne ihre Familie oder Freunde zur Seite zu haben, so Famos. Kontakte zu knüpfen sei schwierig – zum Kulturschock komme Einsamkeit hinzu. Aus diesem Strudel herauszukommen sei schwierig:

«Da spielt es eine grosse Rolle, wie man sich vorbereitet hat, welche persönlichen Ziele man hat und wie gut die Ehe ist.» Famos rät darum jeder Expat: «Ein Sprachkurs in der Heimat und am neuen Ort eine Gesprächsberatung – das kann präventiv wirken und verhindern, dass man sich hilflos und überfordert fühlt.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BlaBla Bla am 22.05.2012 07:21 Report Diesen Beitrag melden

    ich bin Hausfrau

    Ich bin jeden Tag zuhause, habe niemanden mit dem ich mal reden kann, meinem Mann kommt von der Arbeit und will einfach seine Ruhe... Ich fühle mich auch isoliert und ­allein. Dabei bin ich Schweizerin!

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  • Mike am 22.05.2012 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    Offensiv sein

    Wie wärs mit einem Sprachkurs in der Schweiz? Dort würden sie seinesgleichen finden und zusammen die Probleme lösen oder noch besser, in einen Verein mit vielen Schweizer, aber leider haben Expats zu 99.9% kein Interesse an der Schweiz... Ich kenne Leute, die Arbeiten nun seit 13 Jahren als Expats in der Schweiz und sprechen kein Wort Deutsch.... Für sie ist es selbstverständlich, dass alle mit ihnen Englisch reden...

  • anna sorglos am 22.05.2012 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe für Schweizer !

    Das finde ich gut, wenn man diesen armen einsamen Menschen hilft. Gut wäre es auch ,wenn man gleich noch für Schweizer eine solche Stelle schaffen könnte. Nämlich für Schweizer ,die mit der grenzenlosen Einwanderung ,Lohndumping etc. Mühe haben. Viele Schweizer leiden auch ! und brauchen jetzt Liebe und Verständnis

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bennettoni am 22.05.2012 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Seit 20 Jahren in der CH

    Ich lebe seit 20 Jahren in der Schweiz. Ich habe noch nie Probleme gehabt. Integration kommt von innen. Ich muss mich selbst integrieren wollen. Ich gab mir sehr viel mühe, die Sprache zu lernen. Es dauerte 5 Jahren. Ich lernte und lernte. Ich habe mich integriert,weil ich es wollte. Wenn sie so gut ausgebildet sind, können sich sie einbisschen mühe geben und Deutsch lernen. Mit eigener Recherchen im Internet kann jeder einen Deutschkurs finden. Besuchen muss man selbst oder man ruft die Flyingteachers an. Bitte verschwinden sie mein Steuergeld nicht.

    • Anne Frei am 24.05.2012 18:48 Report Diesen Beitrag melden

      Integrieren WOLLEN!

      Es ist genau wie sie schreiben. Für die meisten dieser Expat Frauen besteht das Leben aus Tennis, Golf und Apéro. Ein guter Schulabschluss alleine, zeugt noch nicht von Intelligenz. Integrieren mit dem gewöhnlichen Volk, das wollen diese Damen gar nicht. Ich habe 30 Jahre im Ausland verbracht, es war mir nie langweilig. Es gibt Bibliotheken, jede Menge Kurse, Vorträge, Konzerte und Theater zu besuchen, dort lernt man Leute kennen, aber man muss wollen und selber organisieren.

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  • anna sorglos am 22.05.2012 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe für Schweizer !

    Das finde ich gut, wenn man diesen armen einsamen Menschen hilft. Gut wäre es auch ,wenn man gleich noch für Schweizer eine solche Stelle schaffen könnte. Nämlich für Schweizer ,die mit der grenzenlosen Einwanderung ,Lohndumping etc. Mühe haben. Viele Schweizer leiden auch ! und brauchen jetzt Liebe und Verständnis

  • Peter Fricker am 22.05.2012 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Community statt Psychologen

    Völliger Quatsch was die Psychologen hier sagen. Das Problem ist ein anderes. Viele Expat-Frauen kommen aus sehr guten Verhältnissen und wollen den Kontakt mit dem Volk gar nicht. Sie schotten sich in ihren kleinen Freundinnen-Kreisen ab. Sie gehen Tennisspielen und Aperölen. Würden sie sich für irgendetwas engagieren, dann würden auch diese depressiv anmutenden Damen wieder happy. Es braucht eine Community und sicher keine Psychologen.

    • hallo am 24.05.2012 12:10 Report Diesen Beitrag melden

      es liegt nicht nur an

      Fakt ist, man kann mit Engländer, Deutschen, Kroater, allem Freunde werden. Mit Schweizer - nööö, du bist uusländer, geh weg.

    • Jess am 24.05.2012 18:17 Report Diesen Beitrag melden

      Völliger Quatsch, indeed!

      Ich bin selber "Expat-Frau", seit 6 Jahren in der Schweiz. Keine in meinem Expat-Frauen-Kreisen(!) "gehen Tennisspielen und Aperölen". Wir bleiben alle zuhause mit unserem Kindern, ohne Unterstützung von Grosseltern oder Freundinnen, bis ENDLICH die Kinder in Kindergarten kommen. Betreuungsmöglichkeiten sind zu wenig und zu teuer, so dass wir nach fünf oder mehr Jahren zuhause nie wieder in unsere Karriere einsteigen können. Und es gibt fast keine Deutschkurse mit Kinderbetreuung ausserhalb Zürichs. Deshalb meine viele Fehler hier...!

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  • Mike am 22.05.2012 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    Offensiv sein

    Wie wärs mit einem Sprachkurs in der Schweiz? Dort würden sie seinesgleichen finden und zusammen die Probleme lösen oder noch besser, in einen Verein mit vielen Schweizer, aber leider haben Expats zu 99.9% kein Interesse an der Schweiz... Ich kenne Leute, die Arbeiten nun seit 13 Jahren als Expats in der Schweiz und sprechen kein Wort Deutsch.... Für sie ist es selbstverständlich, dass alle mit ihnen Englisch reden...

  • Hai max am 22.05.2012 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    Seldwila!

    Bin gegen die unkontr.Einwanderung. Aber was unsere Bürokratie leistet ist Seldwila! Folgendes: Japaner lebt 2 Jahre mit seiner Frau hier weil seine Firma Ausrüstungsgüter hier kauft, seine Frau könnte als Japanischlehrerin arbeiten kriegt aber keine Arbeiterlaubnis. Schule muss im Ausland Lehrer suchen! Kant.Beauftragte wollen Ehefrauen helfen, kant.Migrationsamt verhindert Arbeit von Ehefrauen. Ein Amt arbeitet gegen das Andere! Toll, so haben alle kant.Angestellten immer genug Arbeit!