Zürcher Obergericht

04. Juli 2014 15:29; Akt: 04.07.2014 15:29 Print

Frauenschänder bleibt in kleiner Verwahrung

von Attila Szenogrady - Ein 22-Jähriger aus Volketswil ZH akzeptiert das Gerichtsurteil und verbleibt in einer stationären Massnahme. Er hatte im Kanton Zürich Frauen auf offener Strasse angefallen.

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Auf offener Strasse unter anderem hier in Volketswil fiel der 22-Jährige die Frauen an. (Bild: Google Street View)

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Nun ist es amtlich: Ein heute 22-jähriger Schweizer aus Volketswil wird wegen Schändung, mehrfacher sexueller Nötigung sowie Verkehrsdelikten zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 26 Monaten verurteilt. Entscheidend ist jedoch, dass die Sanktion aufgrund der psychischen Erkrankung des vorbestraften Beschuldigten zugunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben wird. Das kommt der sogenannten kleinen Verwahrung gleich. So kann der Volketswiler frühestens in fünf Jahren auf eine Haftentlassung hoffen, doch nur dann, wenn ihn die Gutachter als nicht mehr gefährlich einstufen.

Der an Schizophrenie erkrankte Beschuldigte hatte bereits im Februar 2012 seine damalige Freundin gegen ihren Willen in einem Hotelzimmer zum Oralverkehr gezwungen. Da die Geschädigte massiv angetrunken und bekifft war, ging bereits das Bezirksgericht Zürich im letzten Dezember von einer Schändung aus.

Auf offener Strasse angefallen

Der nach dem Vorfall mit seiner damaligen Freundin zunächst aus der Haft entlassene Sextäter schlug dann am 16. März 2013 erneut zu. Zuerst in Schwerzenbach, wo er in den späten Abendstunden auf offener Strasse eine junge Frau anfiel, um sie sexuell zu nötigen. Er riss sie zu Boden, setzte sich auf sie und versuchte, ihren Mantel zu öffnen. Dank ihrer heftigen Gegenwehr gelang es ihm glücklicherweise nicht. Er ergriff die Flucht und attackierte nur eine halbe Stunde später in Volketswil eine zweite Frau. Er packte sie mit beiden Armen von hinten, konnte sie aber nicht überwältigen und suchte das Weite. Zu seinem Pech kannte ihn die zweite Geschädigte. Deshalb konnte er wenig später von der Polizei festgenommen werden.

Während den Ermittlungen kam heraus, dass sich der Beschuldigte auch als Verkehrssünder betätigt hatte. So entwendete er im Juli 2012 in Volketswil den Personenwagen einer Kollegin und fuhr damit im Zentrum in einen Betonpfeiler. Nur wenige Monate später kurvte er nach dem Konsum von Marihuana erneut mit einem in Pfäffikon ZH gestohlenen Fahrzeug herum.

Schon das Bezirksgericht ordnete mit einer stationären Massnahme die kleine Verwahrung des Wiederholungstäters an. Dagegen legte die Verteidigung Berufung ein. Sie hatte vergebens eine wesentlich mildere Arbeitserziehung im Rahmen einer Massnahme für junge Erwachsene gefordert. Nächste Woche stand der Berufungsprozess am Zürcher Obergericht auf dem Programm. Doch daraus wird nichts, wie eine Auskunftsperson des Obergerichts nun bestätigte. So hat der Beschuldigte seine Anträge zurückgezogen und die kleine Verwahrung aus unbekannten Gründen doch noch akzeptiert. Damit gilt der Entscheid als rechtskräftig.