Streit in Zürich

24. Juli 2014 08:56; Akt: 24.07.2014 08:56 Print

Freestyle.ch will weniger Gebühren bezahlen

Der Sport-Event Freestyle.ch steckt in einem Rechtsstreit mit der Stadt Zürich und fordert fairere Gebühren. Das House of Switzerland etwa erhält den Sechseläutenplatz gratis.

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Rund 33'000 Zuschauer verfolgten 2013 das Freestyle.ch - und schauten etwa dem Franzosen Jeremy Rouanet bei seinen Kunststücken zu. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

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Die weltbesten Snowboarder, Freeskier, Mountainbiker und Skateboarder treffen sich jeweils im September auf der Zürcher Landiwiese. Freestyle.ch heisst der Anlass und ist seit Jahren ein Zuschauermagnet und wichtig für das Image von Zürich. Trotzdem hängt zwischen Veranstalter und Stadt zurzeit der Haussegen schief. «Wir fühlen uns von der Stadt nicht ernst genommen», sagte Peter Hürlimann von Freestyle.ch dem «Tages-Anzeiger». Er kämpft deshalb mit juristischen Mitteln für fairere Gebühren.

Konkret stört sich Freestyle.ch etwa daran, dass es im Unterschied zu anderen Sportevents 10 Prozent der Ticketeinnahmen abliefern muss. Weiter seien die Gebühren pro Veranstaltungstag mit 40'000 bis 50'000 Franken sehr hoch. Zum Vergleich: Der Ironman bezahle für denselben Ort nur 6000 bis 15'000 Franken. Dass die Stadt Freestyle.ch als länger dauernde Veranstaltung einstufe, sei falsch, denn die gesamte Fläche werde nur während zwei Tagen benutzt. Beim 13-tägigen Auf- und Abbau hingegen benötige man nur Teilflächen.

Stadt zahlt für Werbemassnahmen

Zwar erhält Freestyle.ch umgekehrt 150'000 Franken von der Stadt. Es handelt sich aber nicht um eine Subvention, sondern um Geld für Werbemassnahmen. So ist «Zürich» im Veranstaltungsnamen und auf Werbematerial zwingend. Hinzu kommen Stimmungsbilder der Host City im Reportagefilm. Zurzeit ist der Rekurs von Hürlimann gegen die Gebührenrechnung beim Statthalteramt hängig.

Dass andere günstiger davonkommen, zeigt gemäss «NZZ» das Beispiel House of Switzerland, das für die Leichtathletik-EM für mehrere Wochen auf dem Sechseläutenplatz steht. Da sich die Stadt aktiv um die Austragung des Sportanlasses beworben hat, ist dieser komplett gebührenbefreit. Allein für den Sechseläutenplatz verzichtet die Stadt laut Polizeidepartement auf Einnahmen von gegen 200'000 Franken.

(rom)