Weil Opfer nicht schrie

20. Dezember 2011 23:50; Akt: 20.12.2011 16:08 Print

Freispruch für möglichen Vergewaltiger

von Attilas Szenogrady - Laut Anklage hat ein Winterthurer Bankfachmann nach einer Party eine Frau vergewaltigt. Aufgrund von widersprüchlichen Aussagen der mutmasslichen Geschädigten kam das Gericht zu einem Freispruch.

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Ein Winterthurer Bankfachmann aus Winterthur kann aufatmen. Er wurde am Montag vom Bezirksgericht Zürich vom Vorwurf einer Vergewaltigung freigesprochen. Ein Schuldspruch hätte den heute 28-jährigen Oberleutnant der Schweizer Armee wohl die Karriere gekostet. Unbestritten war, dass sich der Beschuldigte am 10. August 2010 nach Zürich begab und dort die Rundfunk-Party beim Landesmuseum besuchte. Dabei traf er einen Kollegen und weitere Party-Gäste.

Sex im Alkoholrausch

Feststeht, dass die Gruppe nach der Veranstaltung den Club «Kaufleuten» aufsuchte und dort reichlich Alkohol konsumierte. In den frühen Morgenstunden begab sich der Winterthurer Angeklagte in die Wohnung seines Kollegen im Zürcher Seefeld. In Begleitung von zwei jungen Frauen, die ebenfalls dort übernachten wollten.

Feststeht, dass der Angeschuldigte erheblich betrunken war und mit einer seiner Begleiterinnen auf einem Sofa Sex hatte. Ein Abenteuer mit massiven Folgen. So begab sich die junge Frau bereits am nächsten Tag zur Polizei und lastete dem Winterthurer eine Vergewaltigung an.

Zwei Jahre bedingt verlangt

Für den Bankfachmann begann eine schlimme Zeit. So beteuerte er vor den Untersuchungsbehörden vergeblich seine Unschuld. Im letzten August erhob der zuständige Staatsanwalt Anklage wegen Vergewaltigung und verlangte eine gerade noch bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren.

Vor Gericht zeigte sich der Armee-Offizier immer noch geschockt über die Anzeige und bestätigte, dass er von einvernehmlichen sexuellen Handlungen ausgegangen sei.

Anzeige wegen Seitensprung?

Für die Verteidigerin Marie-Therese Röthlisberger war der Beweggrund für die Anzeige der Geschädigten klar. So war die Frau damals fest mit einem eifersüchtigen Südeuropäer befreundet. Um von ihrem Seitensprung abzulenken, habe sie den Angeklagten wahrheitswidrig einer Vergewaltigung bezichtigt. Zudem fand es die Rechtsanwältin seltsam, dass die Geschädigte nicht geschrien hatte. So hätten sich der Kollege des Angeklagten und die zweite Begleiterin im Nebenzimmer aufgehalten.

Im Zweifel für den Angeklagten

Auch für das Gericht waren die Anschuldigungen des angeblichen Opfers alles andere als logisch. So habe es in der Untersuchung nicht geschildert, mit welchen Nötigungsmitteln der mutmassliche Täter gehandelt habe. Es sei völlig unklar, wie die Geschädigte zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden sei, sagte der Gerichtsvorsitzende Philippe Ernst. Sie habe zudem in der Untersuchung erklärt, dass sie nur innerlich geschrien habe. Ansonsten sei sie wie gelähmt gewesen. Für das Gericht war zum Schluss klar, dass für den Winterthurer kein Widerstand ersichtlich gewesen sei. Damit kam es nach dem Grundsatz im Zweifel für den Angeklagten zu einem Freispruch.

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  • Bisher Glück gehabt am 21.12.2011 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgeliefert

    Glück gehabt! Wer heute sicher gehen will, lässt sich das Einverständnis zu sexullen Handlungen vorher schriftlich und notariell beglaubigt geben. Wieso nicht als business case ein Notariatsbüro in Nachtclubs einrichten? Natürlich mit Arzt für die Abklährung der Handlunsfähigkeit etc.

  • Rosemarie am 21.12.2011 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Vergewaltigung

    Ein Richter hat nicht das Wissen eines Psychiaters und was weiss ein Richter schon über eine Vergewaltigung!

  • Michael Palomino (*1964) am 21.12.2011 22:26 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsächlich nicht sehr glaubwürdig

    Eine Vergewaltigung ist nur dann geräuschlos, wenn die Frau geknebelt wird. Eine Vergewaltigung hinterlässt normalerweise auch Hämatome und Wunden von Kratzen und Beissen. Ausserdem behält die Frau jeweils eine Samenprobe an einem Kleidungsstück. Sie war "wie gelähmt" ist wirklich nicht sehr glaubwürdig, sondern es ist eher glaubwürdig, dass ein Bankfachmann eine "gelähmte" Frau in Ruhe lässt, um seinen Ruf zu wahren. Der Titel des Artikels ist insofern völlig falsch.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael Palomino (*1964) am 21.12.2011 22:26 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsächlich nicht sehr glaubwürdig

    Eine Vergewaltigung ist nur dann geräuschlos, wenn die Frau geknebelt wird. Eine Vergewaltigung hinterlässt normalerweise auch Hämatome und Wunden von Kratzen und Beissen. Ausserdem behält die Frau jeweils eine Samenprobe an einem Kleidungsstück. Sie war "wie gelähmt" ist wirklich nicht sehr glaubwürdig, sondern es ist eher glaubwürdig, dass ein Bankfachmann eine "gelähmte" Frau in Ruhe lässt, um seinen Ruf zu wahren. Der Titel des Artikels ist insofern völlig falsch.

  • Rosemarie am 21.12.2011 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Vergewaltigung

    Ein Richter hat nicht das Wissen eines Psychiaters und was weiss ein Richter schon über eine Vergewaltigung!

  • Bisher Glück gehabt am 21.12.2011 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgeliefert

    Glück gehabt! Wer heute sicher gehen will, lässt sich das Einverständnis zu sexullen Handlungen vorher schriftlich und notariell beglaubigt geben. Wieso nicht als business case ein Notariatsbüro in Nachtclubs einrichten? Natürlich mit Arzt für die Abklährung der Handlunsfähigkeit etc.