Game Town & Game Street

25. Februar 2014 07:24; Akt: 25.02.2014 14:38 Print

Für Zürcher Spielsalons heissts bald «Game Over»

von Lea Blum - Computerspiele machen Videospielen in Arcadehallen den Garaus. In den nächsten Wochen schliessen die letzten beiden Spielhallen in Zürich ihre Tore.

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Wer sich noch einmal in einen Flugsimulator oder an einen Flipperkasten setzen will, muss sich beeilen. Denn die Spielhallen-Ära geht bald zu Ende. In Zürich gibt es nur noch zwei Lokale, in denen Spiele wie Dart, Flugsimulatoren und Videospielautomaten unter einem Dach zu finden sind: Das Game Town an der Heinrichstrasse 267 beim Kino Abaton und das Game Street an der Langstrasse 104 im Kreis 4. Und beide werden in den nächsten Wochen schliessen. «Es ist ein herber Schlag», sagt Flipperautomaten-Betreiber Andy Salathé, der acht Flipperkästen im Game Town aufgestellt hatte. Mitte Februar musste er alle aus der Halle räumen.

«Ich bin sehr traurig. Wo sonst gibt es noch eine so grosse Location mit so vielen Flipperkästen?», so Salathé. Er ist einer der Letzten in der Schweiz, der Flipperautomaten in Spielhallen aufstellt, kauft, vermietet und verkauft. Bald kann er seine Flipperautomaten nur noch vereinzelt in Bars, Bowlingzentren oder Kinos aufstellen. «Die Leute sind es heutzutage gewohnt, gratis zu spielen.» Zudem sei das Angebot an Freizeitaktivitäten so gross, dass Spielhallen nicht mehr konkurrieren könnten.

«Gamer sind oftmals Raucher»

Dies bestätigt auch Gametown-Geschäftsführerin Ayse Güler: «Die Leute wollen immer die neusten Spiele spielen.» Daher müssten immer neuere Geräte angeschafft werden, die teilweise so teuer seien, dass sie bei wenig Kundschaft nicht mehr rentierten. Schiessautomaten können bis zu 10’000 Franken kosten, Fahrsimulatoren auch gerne mal 20’000 Franken. Dazu kommen Kosten für den Unterhalt. Etwa 60 Automaten stehen im Game Town. Zu guten Zeiten spielten daran laut Güler bis zu 300 Personen pro Tag. Heute sind es gerade mal noch 50. Entsprechend geschrumpft seien deshalb die Einnahmen. «Die Halle ist manchmal stundenlang leer. Das hatten wir vor ein paar Jahren noch nicht.»

Immer wieder habe man private Darlehen ins Unternehmen gepumpt, um es zu erhalten. Auch ein Fumoir sollte für mehr Kundschaft sorgen. «Gamer sind oftmals Raucher», so Güler, die das Game Town vor acht Jahren übernommen hat. Dies wollte die Gebäudeverwaltung jedoch nicht. «Wir haben alles versucht, doch der Betrieb schrieb nach und nach rote Zahlen.»

Spielautomaten ausserhalb von Casinos

Dem Game Street an der Langstrasse 104 im Kreis 5 steht dasselbe Schicksal bevor. Geschäftsführer Stefan Harangozo hat das Lokal vor zwei Jahren übernommen. Auch hier hat der Betrieb nicht mehr rendiert, weshalb er den Mietvertrag trotz guter Lage nicht verlängern wollte. «Ich suche nun nach einer neuen Lokalität. Wir werden noch weiterhin Spielautomaten betreiben, allerdings zusammen mit Gastronomie und anderer Unterhaltung.»

Denn Gozo wünscht sich, dass es in Zürich – ausserhalb von Casinos – weiterhin Spielautomaten gibt. Nach dem Ende von Game Street will er darum eine Spielsalon-Bar eröffnen. Er hofft, dass diese unter anderem wegen des Alkoholausschanks besser laufen wird.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani am 25.02.2014 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    echt Traurig

    City Video macht zu.. Game Town macht zu.. ich vermisse die guten alten Zeiten wo man mit seinen Kumpels raus ging, um ein DVD auszuleihen oder eine Partie in der Spielhalle zu spielen. Heutzutage ist alles so bequem und langweilig geworden. Video-On-Demand.. PS4.. na dann bleiben wir doch alle zuhause. verblödete Menschheit -.-

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  • Burp am 25.02.2014 08:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RIP

    Verbinde das Gametown mit einigen lustigen momenten und schönen erinnerungen. schade drum!

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  • Stefff am 25.02.2014 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Anschluss verpasst

    Ihr habt es einfach verpasst und sind nicht mit der Zeit gegangen. Wer will schon an einem Automaten spielen der aus den 80ern ist? Es gibt so viel neues mit besserer Grafik, Handling und Engine. Siehe Asien oder USA. Aber nein, man behält die alten Kisten, macht nur dürftigen Service daran und will noch dafür Geld verlangen. Selber schuld...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jahrgang 1971 am 25.02.2014 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Da wäre noch was zu retten.

    Baut es in ein nettes Bistro um, schmeisst Videospiele raus aber lasst die Flipperkästen und dudelt Musik aus den 70er und 80er Jahren. Da würde ein neues, altes Publikum auftauchen.

  • B-Ball am 25.02.2014 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Interessiert

    Weiss jemand ob man die Basketball-Maschine kaufen kann? Ich will die zuhause ... SOFORT :D

  • Tom Traum am 25.02.2014 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schade, aber...

    Schade um das Game Town/Street, allerdings muss man schon sagen, dass die Lokale auch nicht besonders gut unterhalten wurde. Sah doch alles etwas zusammengeflickt und schmuddelig aus. Es waren auch oft Geräte defekt. Ich denke das hätte man vielleicht etwas besser machen können. Aber die zunehmende Spezialisierung hat natürlich den Betreibern das Leben schwer gemacht. Dartspieler spielen heute im Dartclub, Töggeler im Töggeliclub, Gamer zuhause etc. da geht kaum mehr einer ins Game Town.

  • peter am 25.02.2014 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Suche gute Adresse

    Wer eine gute (ersatz) Adresse (exkl. "-Club") im Grossraum Zürich kennt, soll es hier auflisten:

  • Patrick Lenhart am 25.02.2014 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Geht gar nicht

    Ausgeleierte flipperfinger, extra steil eingestellte Tische, Gummi's an Stellen wo es keine haben soll, extrabreite Sidelanes damit die Kugeln auch ja schnell runtergehen. Dazu ein schmuddelig, dunkles Ambiente mit LED Beleuchtung die schön in den Glasscheiben reflektiert damit man kaum was sieht. Dazu die überrissenen Preise - 1.20 bis 1.50 pro Spiel mit nur 3 Kugeln. Da wird einem der Spass am richtige Pinball halt vermiest. Und der Rest an Elektroschrott hat seine besten Tage leider auch schon gesehen, inkl. der meist unfreundlich, mürrischen Bedienung