Dübendorf

09. Februar 2011 09:53; Akt: 09.02.2011 10:28 Print

Gefährlicher «Stalker» in die Klinik

von Attila Szenogrady - Ein geisteskranker Telefonist aus Dübendorf hat nicht nur eine Arbeitskollegin massiv belästigt, sondern auch zwei junge Frauen attackiert. Nun wurde der Täter in eine geschlossene Klinik eingewiesen.

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In seinem kürzlich eröffneten Entscheid hat das Bezirksgericht Zürich einen heute 27-jährigen Telefonisten aus Dübendorf wegen mehrfacher Nötigung, Missbrauch einer Fernmeldeanlage, Körperverletzung, Drohung, Störung des öffentlichen Verkehrs sowie Fahrens im angetrunkenen Zustand zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt.

Allerdings wurde der Strafvollzug zugunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben. Was bedeutet, dass der marokkanische Staatsangehörige zwecks Behandlung seiner psychischen Störungen in eine geschlossene Klinik eingewiesen wird.

Zwei junge Frauen attackiert

Der gemäss einem Gutachten an Schizophrenie erkrankte Angeklagte sitzt bereits seit dem 25. November 2009 im Gefängnis. Damals hatte er in Zürich in den frühen Morgenstunden zwei junge Frauen aus seinem Auto heraus spontan angesprochen. Als ihn die beiden Passantinnen zurückwiesen, rastete der Mann plötzlich aus und bedrohte die Opfer mit dem Tod. Er stieg aus seinem Fahrzeug und schlug einer heute 24-Jährigen aus Herrliberg mit einem Schlag ins Gesicht einen halben Zahn aus.

Als die beiden Frauen zu Fuss flüchteten, nahm er sogleich die Verfolgung mit seinem Auto auf. Bis er bei einer Hofeinfahrt das zweite Opfer, eine 22-jährige Frau aus Wädenswil, einholte und danach gleich dreimal gezielt anfuhr. Worauf die Frau auf die Motorhaube fiel und sich an den Scheibenwischern festhalten musste. Als der Angreifer danach rückwärts fuhr, stürzte sie auf den Boden und zog sich eine Verletzung am Knie zu.

Kurz darauf tauchte die Polizei auf und nahm den angetrunkenen Lenker fest.

Arbeitskollegin massiv belästigt

Die Ermittlungen gegen den verhafteten Nordafrikaner ergaben, dass er kein unbeschriebenes Blatt war. So hatte er bereits im Sommer 2009 an seinem Arbeitsplatz in Dübendorf eine 22-jährige Angestellte regelmässig sexuell belästigt. Er entpuppte sich als gefährlicher „Stalker“, der seine Arbeitskollegin über mehrere Wochen hinweg verfolgte, beobachtete und mit anzüglichen SMS-Nachrichten bedrängte.

Das Zusammensein im gemeinsamen Büro nahm groteske Formen an. So stellte die Frau vor ihrem Pult eine grosse Pflanze auf, um sich vor den Blicken ihres unheimlichen Verehrers zu schützen, worauf der Angeklagte seine Arbeit absichtlich halb stehend verrichtete.

Selbst nach seiner Entlassung passte er die Geschädigte wiederholt ab. Sie trat deshalb nur noch mit Kollegen den Heimweg an.

Haftstrafe bereits verbüsst

Die 18-monatige Freiheitsstrafe hat der Beschuldigte mit dem Abzug eines Drittels der Sanktion bereits verbüsst. Aufgrund seiner Geisteskrankheit wird er aber weiterhin hinter Schloss und Riegel bleiben. Erst eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes könnte später zu einer Entlassung führen.