Todesbrücke von Genua

06. November 2018 04:00; Akt: 06.11.2018 09:31 Print

Geheimtransport bringt Trümmer nach Dübendorf

Beim Kollaps der Brücke in Genua starben 43 Menschen. Schweizer Fachleute der Empa sollen nun bei der Untersuchung mitarbeiten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zwei Lastwagen machten sich am Montag in Genua auf den Weg nach Zürich. Die Schwertransporter waren mit Trümmerteilen der Morandi-Brücke beladen, wie die Eidgenössische Materialprüfungsanstalt Empa in Dübendorf ZH gegenüber 20 Minuten bestätigt. Beim Brückeneinsturz am 14. August kamen 43 Menschen ums Leben.

«Heute werden die Teile dann langsam und vorsichtig vom Tieflader abgeladen und in unseren Labors für die Untersuchung vorbereitet», sagt Empa-Sprecher Rainer Klose.

Drei Trümmerteile der Brücke sollen hier untersucht werden. Ein 3,5 Meter grosser Zuganker aus Beton, aus dem gebrochene und verrostete Metallstäbe herausragen, gelten laut einem Bericht im «Blick» als Schlüssel zur Tragödie.

Leiter der Untersuchung ist Professor Bernhard Elsener. Er ist Gemeindepräsident von Rüschlikon ZH, führender Werkstoffwissenschaftler und Dozent an der ETH Zürich und der Universität im sardischen Cagliari.

«Die Arbeit in den Labors geschieht unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zur Art und zum Fortgang der Laboruntersuchungen bei diesem aktuellen Fall können wir keine Angaben machen – die Ergebnisse sind zunächst nur für die Gerichtsgutachter bestimmt», betont Rainer Klose gegenüber 20 Minuten.

Die Untersuchungsbehörden in Italien würden die Ergebnisse dann im Rahmen der Anklageerhebung veröffentlichen.

(chk/jcg)