Obergericht Zürich

30. Oktober 2018 10:52; Akt: 30.10.2018 10:52 Print

Geliebte drohte, Affäre mit CEO öffentlich zu machen

Zuerst liess sie sich für Geld von einem Geschäftsmann schwängern, dann drohte sie, ihre Affäre öffentlich zu machen: Das behauptet der Kläger vor Gericht.

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Sie lebten beide in einer Beziehung: Der verheiratete Familienvater und CEO eines Schweizer KMU und die Frau, die aus Südamerika stammt. Zwischen 2006 und 2012 hatten sie eine Affäre – 2010 und 2012 kamen zwei Mädchen zur Welt.

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Nach der Geburt des ersten Kindes soll die Frau angefangen haben, ihren Geliebten zu erpressen. Gebe er ihr kein Geld, werde sie ihn in den Medien blossstellen und seine Ehefrau über die Beziehung informieren. Zwischen April 2010 und Juni 2016 bezahlte der Mann über 200'000 Franken, schreibt der «Zürcher Unterländer».

Mehrfache Nötigung

Wegen mehrfacher Nötigung stand die Frau deshalb am Montag vor dem Zürcher Obergericht, wie die Zeitung berichtet. Das Bezirksgericht hatte sie bereits freigesprochen.

Eine Vertreterin des Privatklägers sagte unter anderem, die Geliebte habe die Affäre zu einem wohlhabenden Mann gesucht. Mit Sex und Schwangerschaften habe sie ihn an sich gebunden, um dann finanziellen Profit daraus zu schlagen. «Ohne Arbeit wollte sie das Leben einer Superreichen führen.»

Verhandlung unterbrochen

Ebenfalls stellten die Rechtsvertreterinnen zahlreiche Beweisanträge. So seien die Datenträger, die bei der Ex-Geliebten beschlagnahmt wurden, auszuwerten. Darauf sollen sich diverse Textnachrichten befinden, die zwischen dem Paar hin- und hergeschickt wurde. Die Vorinstanz habe lediglich jene Nachrichten berücksichtigt, welche von der Beschuldigten zusammengestellt wurden.

Die Beschuldigte machte von ihrem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern. So bezifferte sie den Kaufpreis ihrer Eigentumswohnung an bevorzugter Wohnlage in der Stadt Zürich zwar mit 1,65 Millionen Franken. Woher sie die Mittel dafür hatte, wollte sie aber nicht sagen.

Der Verteidiger der Beschuldigten meinte in einer ersten Reaktion, man habe kaum Neues gehört. Die Verhandlung wurde unterbrochen und wird wahrscheinlich nächstes Jahr fortgesetzt, wohl mit einem Plädoyer der Verteidigung.

(20 Minuten)