Zürcher Ausnüchterungszelle

20. August 2014 22:37; Akt: 20.08.2014 22:38 Print

Gemeinderat streitet über «Hotel Suff»-Kosten

Wie geht es weiter mit der Zentralen Ausnüchterungs- und Beratungsstelle (ZAB) der Zürcher Stadtpolizei? Das Pilotprojekt könnte an den Kosten scheitern.

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Im Schnitt schlafen jedes Wochenende 13 Personen in den Zürcher Zellen ihren Rausch aus. (Bild: ZVG)

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Voraussichtlich am 30. November entscheiden die Stadtzürcher Stimmberechtigten über die Zukunft des sogenannten «Hotel Suff» in Zürich. Der Gemeinderat hat sich am Mittwochabend bei der Beratung der Vorlage insbesondere an den Kosten der Zentralen Ausnüchterungs- und Beratungsstelle (ZAB) schon mal berauscht.

In der ZAB können Betrunkene, die sich oder andere ernsthaft und unmittelbar gefährden, in polizeilichen Gewahrsam genommen und unter medizinischer Betreuung ausgenüchtert werden. Früher wurden solche Personen auf den Polizeiwachen untergebracht. Zudem sollen in der ZAB auch Personen abgeklärt werden, die voraussichtlich fürsorgerische Hilfe brauchen.

Unbestritten war im Rat, dass durch das seit 2010 laufende Pilotprojekt Polizei, Sanität und Notfallaufnahme der Spitäler deutlich entlastet werden. Weil das Projekt Ende März 2015 ausläuft, hat der Stadtrat eine Vorlage für den definitiven Betrieb ab 1. April 2015 erarbeitet.

Kosten als Knackpunkt

Bei der Beratung der Vorlage hat sich der Gemeinderat insbesondere an den Kosten der ZAB berauscht. Zwischen 450 und 600 Franken muss heute zahlen, wer von der Polizei in die ZAB gebracht wird. Abklärungen bis zu einer Stunde sind gratis.

Im Rat war immer wieder das Wort kostendeckend zu hören. SVP/CVP schlugen 600 bis 1200 Franken vor, die FDP 800 bis 1600. Es gebe keinen Grund, Komatrinker zu subventionieren, sagte ein FDP-Sprecher.

Die AL forderte als einzige Partei den Nulltarif. Die Arbeit der Polizei sei ein Service public und werde über die Steuern finanziert. Es brauche keine Kostenüberwälzung.

Ausserdem ist für die Partei von Polizeivorsteher Richard Wolff der polizeiliche Gewahrsam ein so schwerer Eingriff in die persönliche Freiheit, dass er nur als letztes Mittel eingesetzt werden sollte.

Richard Wolff: «ZAB ist eine gute Sache»

Wolff gab zu, dass die ZAB für ihn ein «schwieriges Geschäft» sei. Dennoch sei er überzeugt, dass die ZAB eine «gute und günstige Lösung» sei, wenn jemand aufgegriffen und in die ZAB gebracht werden müsse.

Er würde es sehr bedauern, wenn das Projekt an der Kostenfrage scheitern würde. Ob die Vorlage allenfalls versenkt wird oder nicht, entscheidet sich in ein oder zwei Wochen bei der Schlussabstimmung.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marc am 21.08.2014 01:03 Report Diesen Beitrag melden

    keine Abzokerei

    Im Hamburg gibt es so eine Einrichtung schon lange und dort werden die Koste auch auf den Betrunken abgewälzt. Ich finde es richtig das man die Kosten auf die Betrunkenen abwälzt, den die können Saufen bis zum umfallen dann können Sie auch die Ausnüchterung Bezahlen. Ein vernünftiger Mensch weis wann er genug Alkohol getrunken hat.

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  • Zürcher am 21.08.2014 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten?

    Mit dem für den Hafenkran verpulverten Geld hätte man das Ganze sicher eine Weile lang betreiben können. Wenn einer nun dort drin landet geschieht das ja nicht einfach so und aus heiterem Himmel also soll er auch die tatsächlichen Kosten übernehmen.

  • Lukas Z. am 21.08.2014 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Saufen aber

    Wenn es nichts Kosten darf, soll man die Menschen einfach sich selbst überlassen oder 144 anrufen. Im Spital ist es dann nicht gratis!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Zürcher am 21.08.2014 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten?

    Mit dem für den Hafenkran verpulverten Geld hätte man das Ganze sicher eine Weile lang betreiben können. Wenn einer nun dort drin landet geschieht das ja nicht einfach so und aus heiterem Himmel also soll er auch die tatsächlichen Kosten übernehmen.

  • Lukas Z. am 21.08.2014 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Saufen aber

    Wenn es nichts Kosten darf, soll man die Menschen einfach sich selbst überlassen oder 144 anrufen. Im Spital ist es dann nicht gratis!

  • Marc am 21.08.2014 01:03 Report Diesen Beitrag melden

    keine Abzokerei

    Im Hamburg gibt es so eine Einrichtung schon lange und dort werden die Koste auch auf den Betrunken abgewälzt. Ich finde es richtig das man die Kosten auf die Betrunkenen abwälzt, den die können Saufen bis zum umfallen dann können Sie auch die Ausnüchterung Bezahlen. Ein vernünftiger Mensch weis wann er genug Alkohol getrunken hat.

    • Baspi am 21.08.2014 07:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Verursacherprinzip

      alles andere wäre ungerecht!

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  • Abzocke der Stadt am 20.08.2014 23:50 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Weiterführung - zu teuer!

    Die Stadtzürcher sollen ein NEIN einsetzen. Die Kosten stehen in keinem Verhältnis zu der Dienstleistung, die erbracht wird. Viel zu teuer. Und es gibt keine unabhängige Instanz, wo Einspruch und Prüfung einer "Verwahrung" platziert werden können. So kann bewusst seitens der Polizei "Kundschaft" reingebracht werden. Was ja eh abgestritten würde.

    • Baspi am 21.08.2014 07:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Promille

      lassen sich nachweisen...

    • Andere Sicht am 21.08.2014 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Und sonst

      Und das wissen Sie, weil...? Falls das Hotel Suff geschlossen wird, kommen diese Leute einfach in die Notaufnahme oder auf den Polizeiposten. Die Kosten tragen dann? ...richtig, der Steuer- oder Krankenkassenzahler, also SIE..statt der, der getrunken hat.

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  • typisch am 20.08.2014 23:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    abzockerei

    man könnte die Betrunkenen ja einfach nach Hause fahren.. aber natürlich könnte man Ihnen dann keine horrenden Summen in Rechnung stellen. Aber das wäre ja nicht in Polizeiinteresse, gell?

    • Marco am 21.08.2014 00:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      zuerst überlegen 

      Sie haben ja keine Ahnung. Was soll die Polizei tun, wenn diese Person alleine wohnt. Sie alleine zu Hause zurücklassen?? Wenn dann was passiert ist es ja einfach den handelnden Polizisten den Prozess zu machen...

    • Patrick am 21.08.2014 00:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kommt nicht in Frage

      Die Polizei ist bestimmt kein Taxiunternehmen. Wer säuft und sich nicht beherrschen kann, der soll zahlen. Man bedenke: Man muss erst einmal richtig heftig negativ auffallen bis sich die Polizei überhaupt den Aufwand macht, einen polizeilichen Gewahrsam auszusprechen. Das passiert nich leichtfertig.

    • Klartext am 21.08.2014 01:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Meine Meinung

      Finde ich auch! Wenn ein Besoffener von der Polizei aufgegriffen werden muss, sollte er wenn möglich nach Hause gebracht werden. Bei kritischem Zustand ins Spital... Für was eine Zelle zum ausnüchtern??? Reine Geldverschwendung...

    • Nicht Einverstandene am 21.08.2014 01:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Naja

      Wenn sie auf alles und jeden (Polizisten, Umstehende, Autos, Mauern...) einschlagen, oder so besoffen sind, dass sie auf der Strasse rumliegen ohne dass sie es merken, dann kann man sie eben nicht mehr nach Hause fahren. Sonst sterben sie da noch..oder gehen einfach wieder raus und wüten weiter.

    • ^^ am 21.08.2014 03:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nobody

      Klar ein staatlich finanziertes Taxi :) Träum weiter ^^

    • Andy am 21.08.2014 03:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Blabla

      Immer typisch! Wenn du dich selbst bis zum umfallen besäuffst muss der steuerzahler aufkomnen? Das ist abzocke! Und die polizei ist nicht unser taxi und wenn die person für sich oder andere zur gefahr wird dürfen sie ihn nicht nach hause fahren und sich selbst überlassen. Wenn ihm oder ein anderer zu schaden kommt müssen die polizei daführ gerade stehen. Erst überlegen statt nach abzocke schreien! Wenn man so dumm ist sich bis zur gefärdung zu besauffen soll die beaufsichtigung auch selber zahlen.

    • AJ am 21.08.2014 04:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      zu kurzsichtig gedacht

      In der ZAB werden die Besoffenen medizinisch überwacht. Was, wenn ein Schwerstbetrunkener nach Hause gebracht wird und dort stirbt? Sie wären vermutlich der Erste der dann der Polizei die Schuld daran geben würde, oder nicht?! So einfach ist das eben nicht und die ZAB durchaus sinnvoll. Was die Kosten betrifft: Niemand wird gezwungen sich dermassen zu betrinken, dass er von der Polizei oder der Sanität aufgegriffen werden muss!

    • Maja Eggerhard am 21.08.2014 04:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Naja....

      Bitte erstmal nachdenken und dann deinen kommentar dazu abgeben. Denke du hast dieses konzept sicher nicht richtig verstanden.....

    • Erich L am 21.08.2014 05:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Man betrinkt sich freiwillig

      Man könnte einfach nicht betrunken werden oder ? Der Aufwand muss entschädigt werden und wenn es etwas kostet , regt es zum Nachdenken an.

    • Baspi am 21.08.2014 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      zu Hause sauffen

      wäre noch billiger, gell!

    • Rene Meier am 21.08.2014 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Eigenverantwortung

      Man könnte einfach sein Trinkverhalten im Griff haben. Aber das ist zu viel verlangt oder? Die Polizei ist kein Taxiunternehmen.

    • Zürcher am 21.08.2014 11:55 Report Diesen Beitrag melden

      Taxidienst

      "Nach Hause fahren" so so und was noch? Ich erwarte von der Polizei dass sie die Sicherheit gewährleistet und nicht (erwachsene) Besoffene nach Hause fährt welche keinerlei Selbstverantwortung übernehmen wollen und falls so ein Taxidienst angeboten würde, dann halt gegen eine saftige Rechnung ab 800.-- aufwärts.

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