Einbürgerungsgesuche liegen gelassen

18. Januar 2019 09:35; Akt: 18.01.2019 11:45 Print

Gemeindeschreiber von Boswil gefeuert

Nach dem Hetz-Skandal in den Sozialen Medien wurde bekannt, dass Daniel Wicki Einbürgerungsgesuche liegen liess. Nun ist er entlassen worden.

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Die Gemeinde Boswil hat ihren Gemeindeschreiber Daniel Wicki entlassen. Zuvor hatte der «Blick» berichtet, dass Wicki diverse Einbürgerungsgesuche auf die lange Bank geschoben habe. In acht Fällen hätten Eingebürgerte jahrelang auf ihren Schweizer Pass gewartet.

Die Vorwürfe wurden an einer Sitzung überprüft und für korrekt befunden, wie Gemeindeammann Michael Weber auf Anfrage von 20 Minuten sagt. Verschiedene Einbürgerungsgesuche seien aufgrund falscher Prioritätensetzung liegen geblieben. «Die Entlassung war der notwendige Schritt, damit wieder Ruhe einkehrt», so Weber. «Es ist zu viel Druck auf die Gemeinde und auch auf die Einzelperson entstanden.»

In einer Mitteilung entschuldigt sich die Gemeinde zusätzlich in aller Form bei den betroffenen Gesuchstellern. Man werde sich dafür einsetzen, dass die entsprechenden Anträge «prioritär weitergeführt» werden.

Gegen Flüchtlinge gehetzt

Mit seinen Hetz-Kommentaren in den Sozialen Medien hatte der Gemeindeschreiber bereits im Dezember für Schlagzeilen gesorgt. «An die Wand stellen und eine saubere 9mm-Impfung verpassen!», schrieb er etwa.

Nach grosser Kritik entschied der Gemeinderat, den 43-Jährigen zu beurlauben. Die SP Boswil hatte zudem eine Strafanzeige gegen ihn eingereicht.

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten kam jedoch zum Schluss, dass die Straftatbestände der Rassendiskriminierung und der öffentlichen Aufforderung zu Verbrechen oder Gewalttätigkeit nicht erfüllt seien. Am 15. Januar durfte Wicki seinen Posten wieder übernehmen.

(kat)