Kilchberg ZH

24. August 2011 23:00; Akt: 24.08.2011 20:35 Print

Gesundheitsbeamter verärgert mit Antenne

von Deborah Sutter - Ausgerechnet der Generalsekretär der Gesundheitsdirektion lässt auf seinem Hausdach eine Mobilfunkantenne errichten. Im Kindergarten nebenan fürchtet man um die Gesundheit der Kinder.

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Nava Bader zeigt auf das Baugesteck der geplanten Handy-Antenne. (Bild: rry)

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Der Stein des Anstosses ist ein unscheinbarer Stab auf einem Haus in Kilchberg: Eine ausgesteckte Mobilfunkantenne, die in unmittelbarer Nähe des Vorkindergartens DoubleDecker errichtet werden soll. Auf dem Dach des Privathauses von Martin Brunnschweiler, dem Generalsekretär der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich. «Dass jemand mit einem so verantwortungsvollen Posten im Gesundheitsbereich unsere Kinder einer derart hohen Strahlung aussetzt, kann ich nicht verstehen», sagt die Schulleiterin Nava Bader. Eltern wollten ihre Kinder nicht neben einer Antenne spielen lassen, da eine intensive Strahlung ungesund sei. Auch Kantonsrätin Esther Guyer (Grüne) übt Kritik: «Es ist ein persönlicher Entscheid von Herrn Brunnschweiler; im Hinblick auf seine berufliche Funktion ist es aber nicht sensibel.»

Brunnschweiler selber sagt: «Der Internetempfang im Quartier ist schlecht, jedermann will telefonieren – nur die Antenne will niemand, also habe ich mein Dach zur Verfügung gestellt.» Dass die Strahlenschutzrichtlinien eingehalten würden, sei aber Sache der Gemeinde und der Swisscom. Wie viel ihm die Swisscom zahlt, will der Chefbeamte, der gemäss seiner Lohnklasse zwischen 165 000 und 250 000 Franken verdient, nicht sagen. Sein Chef, Regierungsrat Thomas Heiniger, teilt auf Anfrage mit: «Das ist eine private Angelegenheit von Herrn Brunnschweiler, zu der ich nicht öffentlich Stellung nehme.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ein Anwohner am 25.08.2011 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Küsnacht zieht Hauptnutzen aus Antenne

    Laut Standortblatt der geplanten Funkantenne richtet sich die Hauptfunkleistung (Richtstrahl) auf das rechte Zürichsee-Ufer (Küsnacht). Die Anwohner profitieren von dieser Antenne kaum mit besserem Funkempfang. Vielleicht in unmittelbarer Nähe durch Streufunk.

  • Eveline Boller am 25.08.2011 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    Stahlung

    Fragt doch mal die Schulleiterin und die Eltern ob sie ein Handy besitzen??? Gut gemacht Herr Brunnschweiler

  • Robert/Kriz am 25.08.2011 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Abstrahlbereich ist relevant

    Was ist daran schlecht? Man vergisst, dass der Abstrahlwinkel einer Natelantenne horizontal 30°, noch oben 5° und nach unten 10° ist. Gemaess Bild ist der Kindergarten weit ausserhalb des Abstrahlungsbereichs, selbst wenn man so "nah" ist. Da kriegt man nicht einen einzigen Balken auf dem Natel.

Die neusten Leser-Kommentare

  • mr.dbase am 28.08.2011 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Quadrat zur Distanz

    Für alle einmal zum mitschreiben! Die Leistung einer Antennenanlage veringert sich im Quadrat zur Distanz. Dh. Im Umfeld von 10 Meter haben wir bei nehmen wir an 90 Watt Leistung noch 0,9 Watt. Bei 30 M Abstand sind das noch 0,1 Watt. Ein Handy strahlt mit bis zu 1 Watt Sendeleistung je nach dem wie weit dies vom nächsten Funkmasten ist. Ob nun diese Anlage wirklich 90 Watt abstrahlt oder sogar weniger lasse ich offen. Wir sind ein Unternehmen für EMV (Elektrosmog) Messungen. EMV Elektromagnetische Verträglichkeit. Wir haben ein Elektrisches und ein magnetisches Feld an einer Antenne.

  • Robert/Kriz am 25.08.2011 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Abstrahlbereich ist relevant

    Was ist daran schlecht? Man vergisst, dass der Abstrahlwinkel einer Natelantenne horizontal 30°, noch oben 5° und nach unten 10° ist. Gemaess Bild ist der Kindergarten weit ausserhalb des Abstrahlungsbereichs, selbst wenn man so "nah" ist. Da kriegt man nicht einen einzigen Balken auf dem Natel.

  • Beni Laufer am 25.08.2011 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Alles nur Kindergarten

    Das ist im wahrsten Sinn "Kindergarten". Was soll das gejammere? Es gibt keinerlei Nachweise das eine Handyantenne ein Problem darstellt. Es gibt Studien die sogar belegen das wenn die Menschen glauben das es schädlich sei sie auch "Symtome" haben unabhängig davon ob so eine Anntenne da ist oder nicht. Nur über die Einbildung sie seien gefärdet. Nicht zuvergessen jeder hat ein Natel was stärker strahlt als die Antenne auf dem Hausdach wenn cih es benutze.

  • Ein Anwohner am 25.08.2011 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Küsnacht zieht Hauptnutzen aus Antenne

    Laut Standortblatt der geplanten Funkantenne richtet sich die Hauptfunkleistung (Richtstrahl) auf das rechte Zürichsee-Ufer (Küsnacht). Die Anwohner profitieren von dieser Antenne kaum mit besserem Funkempfang. Vielleicht in unmittelbarer Nähe durch Streufunk.

  • Herbert Brütsch am 25.08.2011 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Hysterie

    Es ist eine gute Nachricht, dass es Chefbeamte gibt, die nicht jeder Hysterie aufsitzen. Wenn Martin Brunnschweiler das Risiko für seine Familie, die dort wohnt, als tragbar erachtet, ist es das auch für die Kinder, die den Vorkindergarten nur während weniger Stunden in der Woche besuchen.