Wieder Todesfall

07. Februar 2019 09:47; Akt: 10.03.2019 18:48 Print

Gorilla Mamitu (41) stirbt im Zoo Zürich

Gorilla-Weibchen Mamitu musste eingeschläfert werden, nachdem sich sein Gesundheitszustand zusehends verschlechtert hatte. Das ist im Zoo Zürich bereits der zweite Todesfall in dieser Woche.

Heute ist im Zoo Zürich das Gorilla-Weibchen Mamitu eingeschläfert worden, nachdem sich ihr Gesundheitszustand zusehends verschlechtert hatte.
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Erst am Montag gab der Zoo Zürich den Tod der Schneeleoparden-Dame Dshamilja (19) bekannt. Am Donnerstag musste Gorilla Mamitu eingeschläfert werden. Mamitu, das mit 41 Jahren älteste Weibchen aus der Gruppe Westlicher Flachlandgorillas des Zoo Zürich, hatte im vergangenen Herbst nach einer Grippewelle ganz offensichtlich an Gewicht verloren. Besonders auffällig war zudem ihr grosser Flüssigkeitskonsum, teilte der Zoo mit.

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Zoo-Gorilla Mamitu (41) leidet unter Grippewelle

Aufgrund dieser Umstände entschieden sich die Zootierärzte, Mamitu im vergangenen November einer genaueren Untersuchung zu unterziehen und sie in Narkose zu legen. Diese Untersuchung ergab ausser den typischen Alterserscheinungen eines Gorillas keinen klaren Befund. Soziale Spannungen in der Gruppe trugen weiter dazu bei, dass sich Mamitu nicht richtig von ihrer Schwäche erholte. Um ihr Ruhe zu verschaffen, wurde sie zeitweise nachts von der Gruppe getrennt. Doch nun liessen ihre Kräfte sichtlich nach und die Entscheidung wurde getroffen, sie einzuschläfern, heisst es.

Erster Nachwuchs

Vor rund 40 Jahren startete der Zoo Zürich den Aufbau einer Gorillagruppe. Von den sechs zwischen 1979 und 1984 nach Zürich gekommenen, zoogeborenen Tieren bildeten schliesslich die drei von Hand aufgezogenen Weibchen Mamitu, Nache (beide aus Stuttgart) und Inge (aus Frankfurt) sowie das in einer Familie aufgewachsene Männchen N’Gola (aus Jersey) die Kerngruppe. Inge wechselte 1997 in den Zoo von Beauval (F). Nache starb 2012 an den Folgen eines geplatzten Blinddarms. Von diesem ursprünglichen Quartett verbleibt nun nur noch der gleichfalls betagte Silberrücken N’Gola.

Mamitu wurde 1977 geboren und kam 1979 nach Zürich. 1986 sorgte sie für den ersten Gorillanachwuchs in Zürich. Bis 2012 gebar sie weitere acht Jungtiere. Obgleich Mamitu von Hand aufgezogen worden war, betreute sie ihre Jungen und zog sie selber auf. Mehr noch, sie zeigte ein ausgeprägtes Interesse an Jungtieren.

Zweimal Junges adoptiert

Zweimal adoptierte sie ein Junges von Inge: 1987 kümmerte sie sich von Geburt an neben ihrem rund einjährigen Sohn Moja auch um Neema. 1995 gebar Mamitu ihren Sohn Vimoto. 12 Tage später brachte Inge ihrerseits eine Tochter, Viringika, zur Welt. Mamitu interessierte sich auch für Inges Tochter und inspizierte sie. Als sie Inge die Tochter zurückgeben wollte, signalisierte Inge, dass sie sie nicht zurücknehmen wollte. Und so nahm Mamitu auch Viringika an die Brust und betreute fortan «Zwillinge».

«Mamitu und N’Gola haben mit ihrem Wesen und ihrer Erfahrung wesentlich dazu beigetragen, dass die Gorillagruppe im Zoo Zürich für ihre soziale Kompetenz europaweit bekannt ist», schreibt der Zoo. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm hat deshalb unsere Gruppe bereits dreimal dafür genutzt, handaufgezogene Jungtiere in eine Gruppe zu integrieren und zu sozialisieren.

Dem 41-jährigen Silberrücken N’Gola verbleiben nun noch 5 Weibchen in seiner Gruppe im Alter von 6 bis 18 Jahren, darunter 2 Töchter von Mamitu.

(som)