Vater verletzt Tochter (4) schwer

17. August 2019 16:17; Akt: 17.08.2019 21:46 Print

«Er schleuderte sie mehrmals zu Boden»

Ein 50-Jähriger soll in Brugg sein eigenes Kind verletzt haben. Er wurde festgenommen. Laut Augenzeugen hatte er seine Tochter länger nicht sehen dürfen.

Beim Bahnhof in Brugg AG fand am Samstag ein Grosseinsatz statt. (Video: Leser-Reporter)
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Am Bahnhof in Brugg AG fand am Samstagnachmittag ein Grosseinsatz statt. Wie die Kantonspolizei Aargau schreibt, traf sich kurz vor 15 Uhr ein 50-jähriger Iraker im Einkaufscenter Neumarkt mit der Schweizer Mutter des gemeinsamen Kindes. Dabei verletzte er die vierjährige Tochter schwer.

Abgespielt hat sich die Tat in der Bahnhofsunterführung Neumarkt. Ein 14-Jähriger, der vor Ort war, sagt: «Die Frau und der Mann haben schon gestritten, als sie durch die Unterführung liefen. Dann hat er das Kind auf den Boden geschleudert.»

«Das Mädchen hat Blut erbrochen und war offenbar bewusstlos.»

Eine der ersten am Tatort war eine Angestellte der Denner-Filiale gegenüber. Zu 20 Minuten sagt sie: «Wir arbeiten weiter. Die schlimmen Bilder gehen mir aber nicht mehr aus dem Kopf.» Der Mann habe seine Tochter mindestens zweimal auf den Boden geschleudert. Besonders brutal: Sie vermutet, dass die 4-Jährige mit dem Kopf auf der Kante eines kleinen Sockels vor einer Bank aufgeschlagen ist. «Die Mitarbeiterinnen der Drogerie gegenüber nahmen das Kind und versteckten es.» Das Mädchen war schwer verletzt. «Es hat Blut erbrochen und war offenbar bewusstlos.»

Als der Mann ausgerastet sei, habe ein anderer Vater auf den 50-jährigen Täter eingeschlagen. Da sie beide gekannt habe, habe sie sich dazwischengestellt. Die beiden Männer hätten auf Türkisch gestritten. Zwei weitere Männer hätten geholfen, den Täter aufzuhalten, bis die Polizei gekommen sei.

«So etwas hätte ich nie von ihm erwartet.»

Laut der Augenzeugin stand die Mutter unter Schock. Sie sei paralysiert gewesen und habe nicht reagieren können, zumal sie selbst schwer krank sei. Die Grossmutter, die ebenfalls dabei gewesen sei, sei in Tränen aufgelöst gewesen.

Der 50-Jährige habe öfter in der Unterführung eingekauft. Er sei immer sehr freundlich gewesen. «So etwas hätte ich nie von ihm erwartet.» Offenbar durfte der Vater seine Tochter während mehrerer Monate nicht sehen. «Sie ist alleinerziehend.» Die beiden hätten auch über Geld gestritten.

Das Mädchen wurde in kritischem Zustand ins Spital geflogen. Der Vater wurde kurz darauf festgenommen. Die Kindsmutter und Augenzeugen wurden nicht verletzt. Ein Careteam betreute sie nach dem Vorfall. Warum genau der Vater sein eigenes Kind verletzte, ist noch unklar. Offenbar ist die Unterführung aber videoüberwacht. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach hat eine Strafuntersuchung eröffnet.

Grosseinsatz am Bahnhof in Brugg

(daw/mon/vro)