Kronenwiese Zürich

02. Juni 2016 18:29; Akt: 03.06.2016 09:05 Print

Günstige Wohnungen sind doch nicht so günstig

Die Mietzinse der 99 neuen städtischen Wohnungen auf der Zürcher Kronenwiese sind nicht ganz so attraktiv wie ursprünglich kommuniziert – Schuld ist ein Berechnungsfehler.

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Blick in die Küche einer 4,5-Zimmer-Wohnung der Siedlung Kronenwiese. Ab Spätherbst 2016 können hier 99 Wohnungen bezogen werden. Der Nettomietzins für eine nicht subventionierte 4,5-Zimmer-Wohnung liegt bei rund 1800 bis 1910 Franken (plus 160 Franken Nebenkosten). Ein Drittel der Wohnungen ist subventioniert. Hier kostet die 4,5-Zimmer-Wohnung netto zwischen rund 1430 und 1510 Franken. In der Wohnung dominieren Weiss- und Grautöne. Auffällig sind die Decken aus Sichtbeton und die Gipsböden. Die eher karge Ausstattung habe man einerseits aus Spargründen gewählt, sagt Jürg Keller, Vizedirektor der Liegenschaftsverwaltung, «anderseits gefällt uns diese Bauweise auch». Die Wohnungen sind geräumig - so hat eine durchschnittlich 100 Quadratmeter grosse 4,5-Zimmerwohnung einen grossen Küchen- und Wohnbereich und zusätzlich vier kleine Zimmer. Zudem stehen den Bewohnern zwei Badezimmer zur Verfügung. Eines mit WC und Badewanne ... ... und ein zweites mit WC und Dusche. In den Treppenhäusern hat sich der Künstler Christian Kathriner mit einem Stahlbetonrelief verewigt. Bei der Kronenwiese handelt es sich gemäss Mitteilung um die schweizweit erste Minergie-A-ECO-Wohnsiedlung in dieser Grössenordnung. Der gesamte Energiebedarf für Raumwärme, Warmwasser und Lüftung wird lokal und aus erneuerbarer Energie gewonnen. Dies geschieht in Form von 21 Erdsonden und der hauseigenen Photovoltaikanlage. Neben den Wohnungen sind auch ein Doppelkindergarten/Hort, eine Kindertagesstätte sowie Gewerbe- und Lagerräume bezugsbereit. Hier stehen die Stadträte André Odermatt (SP) und Daniel Leupi (Grüne) im noch nicht fertig gebauten Kindergarten. Blick aus dem Fenster. Noch ist die Siedlung eine riesige Baustelle. Hier entsteht ein grosser Innenhof für die Bewohner. Gemäss Mitteilung ist das Projekt terminlich und finanziell «gut unterwegs». Die Gesamtkosten von 64,8 Millionen Franken werden eingehalten. Das Parlament hatte dem Kredit mit deutlichem Mehr zugestimmt. Auch die Stimmberechtigten hatten im Juni 2013 mit 75 Prozent Ja gesagt. Wer hier aber eine der 99 Wohnungen ergattern will, braucht viel Glück. Bereits jetzt haben sich 600 Interessenten erkundigt. Zudem werden zehn der Wohnungen an Asylsuchende vermietet.

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Ende dieses Jahres sind die 99 Wohnungen in der städtischen Siedlung Kronenwiese bezugsbereit: Die Mietzinse sind aber nicht so attraktiv, wie die Stadt Zürich am Dienstag mitgeteilt hatte. Wegen eines Berechnungsfehlers hatte sie diese zu tief angesetzt.

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Die Mietzinse blieben aber trotz der nun vorgenommenen Korrektur nach oben vergleichsweise günstig, «weil sie auf dem Prinzip der Kostenmiete basieren», schreibt die Stadt Zürich in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Am Dienstag wurde an einer Medienkonferenz der Nettomietzins für eine nicht subventionierte 4,5-Zimmer-Wohnung mit rund 1500 bis 1600 Franken angegeben. Effektiv werden monatlich aber rund 300 Franken mehr fällig.

Erster Besichtigungen am Freitag

Im Hinblick auf die am 3., 4. und 8. Juni mögliche Besichtigung einer Musterwohnung habe die Liegenschaftenverwaltung die Mieten auf den aktuellen Zinssatz von eindreiviertel Prozent umgerechnet, heisst es in der Mitteilung. «Dabei resultierten wegen eines Berechnungsfehlers zu tiefe Mieten.»

Die Liegenschaftenverwaltung bedauere das Missgeschick und werde die internen Kontrollmechanismen überprüfen. An den drei Besichtigungsterminen in der Wohnsiedlung Kronenwiese in der Nähe des Limmatplatzes liegen die korrekten Informationen auf.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr. Spock am 02.06.2016 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Abtörner

    Sieht gut aus aber die Fliessen im Bad verursachen Augenkrebs. Sowas kenne ich aus den 60er bis 70er Jahren. Da haben die Planer wohl vorher zu tief ins Glas geschaut? Zudem wird es für diese 99 Wohnungen tausende Bewerbungen geben.

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  • Besorgter Bürger am 02.06.2016 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    20%

    Uiuiui, wenn man 20% daneben liegt, kann es doch kein "normaler" Fehler sein. Wieder mal das Blaue vom Himmel versprochen, um den Auftrag zu erhalten...

  • Danny am 02.06.2016 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kalt

    Diese Wohnungen sind aber sowas von kalt mit dem Sichtbeton. Und zwar für das Auge wir auch Energietechnisch gesehen. Und die Farbe der Badezimmer Fliesen? Dann noch dieser horrende Mietzins. Wer kann das bezahlen? Nein danke. Da lobe ich mir die Wohnung wo ich jetzt bin. Keine 100 m2 dafür bezahlbar. Mit Balkon und ruhige Lage.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial Kohler am 04.06.2016 23:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So unpersönlich !

    Nichts attraktives für so viel Geld...Gleicht einer neuen Militärkaserne oder Zellen in Champ d'Ollon...

  • Malaika W. am 04.06.2016 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    Beschämend

    Wer keinen Pass hat, bekommt die Wohnung vom EJPD unentgeltlich. Soweit sind wir schon. Pfui nach Bern für diese Diskriminierung des eigenen Volkes. Wir haben viele Eidgenossen/Eidgenossinnen, welche eine günstige Wohnung benötigen. Aber nein, den Fremden gibt mans, von den Eigenen nimmt man es. Pfui.

  • Danny Anderegg am 03.06.2016 23:42 Report Diesen Beitrag melden

    Liegenschaftenabteilung

    Verrechnet??? Die Inkompetenz ist haarsträubend. Und übrigens: Das Auswahlverfahren für freie Wohnungen menschenunwürdig. Schier unmöglich, in der halben Stunde durchzukommen. Wieso nicht einfach losen?

    • Jakob am 04.06.2016 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Danny Anderegg

      Wärst ein Einwanderer müsstest Du nicht anstehen. Dann bekommst du eine Wohnung sogar noch ohne monatliche Kosten.

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  • Leonard am 03.06.2016 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    nix Neues

    Die ach so günstigen Wohnungen der Stadt werden vom Steuerzahler quersubventioniert. Einfach ein neues Modell sozialistischer Umverteilung a la SP, mehr nicht.

    • CH-Bürger am 04.06.2016 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leonard

      Umverteilung ist wichtig damit keine Ghettos wie in Paris oder Belgien entstehen.

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  • Hilde am 03.06.2016 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Zürich eben...

    Dass Zürich mit neuen Betonklotzbauten mehr und mehr verschandelt wird ist unverständlich und mehr als ersichtlich. Andererseits finde ich eine topmoderne, ZENTRAL gelegene 100m2! grosse 4.5 Zi-Wng. für 1600.-/1700.- CHF im Vergleich zu ZH-Preisen überhaupt nicht teuer! (leider) Die ev. auch erwerbslosen Menschen, welche in den Genuss dieser Wohnungen kommen, haben auf jeden Fall mit ihren 2 Bädern, Grösse etc. ein mehrfaches an Konfort, als wir in unserer Wohnung! Wir verdienen auch sehr wenig, aber bis jetzt dürfen wir mit unserer 1-Zi.Wng. nur mithelfen zu subventionieren, anstatt...