Nationalratsliste der Zürcher SP

31. Mai 2015 09:41; Akt: 31.05.2015 09:41 Print

Guldimann auf 10. und Gerber Rüegg auf 18. Platz

Auf der Nationalratsliste der Zürcher SP figuriert Top-Diplomat Tim Guldimann auf dem 10. und die umstrittene Gewerkschafterin Julia Gerber Rüegg gar nur auf dem 18. Platz.

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Grund zum Feiern hatten an der Delegiertenversammlung der SP des Kantons Zürich am Samstag in Rüti ZH vor allem die Jungen: Die 27-jährige Winterthurerin Mattea Meyer machte ein Glanzresultat. Hinter den beiden Bisherigen Jacqueline Badran und Thomas Hardegger erreichte die Kantonsrätin den vierten Platz.

Die Juso hatte im Vorfeld für ihren Präsidenten Fabian Molina einen Spitzenplatz gefordert. Diesen eroberte nun Meyer für die jüngere Generation der SP. Mit Molina auf Platz 11 sind die Jungen nun aber sogar zu zweit im ersten Block vertreten.

Jositsch in der Pole-Position

Als Ständeratskandidat für den ersten Listenplatz gesetzt war Daniel Jositsch. Die beiden anderen Bisherigen Martin Naef und Chantal Galladé besetzen die Plätze 5 und 6. Tim Guldimann, der am Freitag seinen letzten Arbeitstag als Botschafter in Berlin hatte, wurde auf den 10. Listenplatz gesetzt.

Er fühle sich verpflichtet, die Auslandschweizer in Bern zu vertreten, sagte der 64-Jährige, der seit 33 Jahren Mitglied der SP ist. Es sei für ihn ein Zurückkommen in eine andere Heimat. «Wir dürfen das Thema Heimat nicht der SVP überlassen.»

Im zweiten Block, auf den Plätzen 19 bis 35 wurden Politikerinnen und Politiker nominiert, die eher weniger bekannt sind. Darunter sind etwa die Ustermer Stadträtin Barbara Thalmann Stammbach, Kantonsrat Davide Loss und die ehemalige Winterthurer Gemeinderatspräsidentin Christa Benz-Meier.

Ein Auf und Ab um Julia Gerber Rüegg

Aufregung gab es am Samstag um die Zürcher Gewerkschafterin Julia Gerber Rüegg. Die Findungskommission war der Meinung, die 58-Jährige müsse «neuen Kräften» Platz machen. Sie setzte sie deshalb nicht auf die Nationalratsliste. Die Delegierten sprachen sich dann aber mit 85 zu 76 Stimmen dafür aus, die ehemalige Kantonsrätin im ersten Block aufzunehmen.

Bei der Verteilung der Listenplätze erhielt Gerber Rüegg dann aber am wenigsten Stimmen und landete abgeschlagen auf dem 18. Platz. Sie sei «bass erstaunt», sagte die 58-Jährige im Anschluss an die Wahl, und könne dieses Hin und Her nicht nachvollziehen. «Ich werde die Situation nun analysieren und schauen, ob ich kandidieren werde.»

Regierungsrat Mario Fehr hatte am Morgen noch ein flammendes Votum für die Gewerkschafterin abgegeben. Jemanden wie Gerber Rüegg nicht auf die Liste zu setzen, gehe gar nicht, sagte er. «Viermal bin ich ihr im Bezirk Horgen bei Nationalratswahlen im Weg gestanden.»

Gerber Rüegg kandidierte bereits fünf Mal für den Nationalrat. 2011 hatte sie vom 11. Platz aus das achtbeste Resultat und damit den ersten Ersatzplatz erreicht. Wäre Jacqueline Fehr nach ihrer Wahl in den Regierungsrat als Nationalrätin zurückgetreten, hätte die 58-Jährige nachrücken - und jetzt als Bisherige antreten können.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rosa Luxenburgerli am 31.05.2015 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Qualifikation?

    Eine Studentin sein reicht bei der SP für einen Spitzenplatz? Wäre nicht etwas Erfahrung in Leben oder Beruf hilfreich? Reicht herzig sein bereits? Wer wählt eigentlich so eine Partei?

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  • Tomy am 31.05.2015 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auslandschweizer vertreten?

    Guldimann fühlt sich verpflichtet, Auslandschweozer zu vertreten? Ich möchte Politiker, welche die Interessen der Schweizer hier vertreten. Aber Guldimann hat ja als Schweizer Botschafter die Interessen der Deutschen vertreten anstatt umgekehrt. Nein Danke!

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  • Hans Im Obersteg am 31.05.2015 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer?

    Es ist eigentlich egal wer auf welchem Platz ist bei dieser Liste denn man kann sie alle mit Abstrichen, es gibt Ausnahmen, nicht wirklich gebrauchen. Solange diese Truppe in ihren Zielen den EU-Beitritt hat, disqualifiziert sie sich in meinen Augen selber.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lars am 01.06.2015 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Abgangs-Student wie Molina nicht wählbar

    Die sollen zuerst mal in der normalen Arbeitswelt ihre Sporren abverdienen. Das Parlament / BR muss endlich Parlaments-Alters-Grenzen setzen, d.h. vor 30 Jahren sollte niemand im Parlament einsitzen nehmen dürfen, da die Praxis-Wissen dafür fehlt.

  • Peter am 31.05.2015 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nationalrätin bis zur letzten Sekunde!

    Diese Schagglin Fehr - von Fairplay null Ahnung.Was erwartet uns erst, wenn sie als Regierungsrätin wütet? Ich rechne mit dem Schlimmsten.

  • Harald am 31.05.2015 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heimat

    Die Heimat möchte ich aber auch nicht der SP überlassen, schon gar nicht Herrn Guldimann. Tim & seine Genossen möchten ja lieber heute als morgen der EU beitreten und da ist jeder Politiker einer zuviel!

  • Hans Im Obersteg am 31.05.2015 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer?

    Es ist eigentlich egal wer auf welchem Platz ist bei dieser Liste denn man kann sie alle mit Abstrichen, es gibt Ausnahmen, nicht wirklich gebrauchen. Solange diese Truppe in ihren Zielen den EU-Beitritt hat, disqualifiziert sie sich in meinen Augen selber.

  • Armanda H. am 31.05.2015 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frage der Ehre

    Wenn ich Frau Rüegg wäre, würde ich für so wenig Dank nicht mehr opfern und nicht mehr antreten.