Missbrauch

09. Juli 2010 18:45; Akt: 09.07.2010 18:55 Print

HIV-positiver Mann verging sich an Kindern

Ein 45-jähriger Mann, der im Zürcher Unterland kleine Mädchen sexuell missbraucht hatte, ist zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt worden.

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Verurteilt wurde der Angeklagte am Freitag wegen mehrfacher Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexueller Handlungen mit Kindern sowie wegen Pornografie. Den Vergewaltigungsopfern muss er eine Genugtuung von 25 000 beziehungsweise 5000 Franken bezahlen. Das Zürcher Obergericht bestätigte ein Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf.

Der Prozess fand auf Wunsch der Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Gericht orientierte am Nachmittag in einer Medienmitteilung über den Fall.

Nachbarskinder wollten mit Katzen spielen

Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, sich zwischen Frühling 2006 und Herbst 2007 wiederholt an zwei 1998 und 2000 geborenen Mädchen aus der Nachbarschaft vergangen zu haben. Sie kamen jeweils in die Wohnung seiner damaligen Freundin, um mit den Katzen zu spielen. Nicht vorgeworfen wurde dem Mann, bei seinen Taten körperliche Gewalt oder Drohungen angewandt zu haben.

Nach Ansicht des Obergerichts hatte er allerdings bei einem Mädchen psychischen Druck ausgeübt, indem er dem Mädchen jeweils einschärfte, niemandem etwas von den Vorfällen zu erzählen. Diesem Kind hatte der Angeklagte auch pornografische Fotos gezeigt.

Schuldig gesprochen wurde er auch wegen eines Vorfalls aus dem Jahr 2003. Der Angeklagte hatte vor einem damals viereinhalbjährigen Knaben, der bei der Freundin zu Besuch war, onaniert.

In die Schweiz gekommen war er 1986 als Flüchtling aus dem mittleren Osten. Danach hatte er eine Anlehre als Elektromonteur absolviert. Seit 2001 bezieht er eine IV-Rente. Laut Gericht ist der Mann HIV-positiv. Zu einer Ansteckung der Kinder sei es aber nicht gekommen.

Weitgehend nicht geständig

Der Angeklagte war weitgehend ungeständig, wie das Obergericht schreibt. Lediglich einzelne Handlungen mit einem Mädchen habe er in stark abgeschwächtem Umfang zugegeben. In einem Fall machte er geltend, die Schilderungen des Mädchens stammten womöglich aus dem Konsum von Pornofilmen oder von angeblichen Erlebnissen mit dem Bruder oder Vater.

Das Gericht hielt den Angeklagten für schuldig. Es stützte sich auf die Aufnahmen von sehr ausführlichen Befragungen der Kinder durch eine Spezialistin der Kantonspolizei und auf DNA-Spuren.

Das Verschulden des Angeklagten wurde als schwer beurteilt. Eine psychiatrische Begutachtung hatte keine Hinweise für eine Verminderung der Schuldfähigkeit ergeben.

Für die Strafzumessung erschwerend fiel eine der Vorstrafen ins Gewicht. Der Angeklagte war im Jahr 2000 wegen sexueller Nötigung und sexueller Handlungen mit einem Kind (damals einer Jugendlichen) zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 16 Monaten verurteilt worden.

(sda)