Vorwürfe an Hortbetreuer

12. Februar 2019 19:42; Akt: 10.03.2019 18:46 Print

«Sexuelle Übergriffe? Der Hort hat einen guten Ruf»

von Maja Sommerhalder - Der Mitarbeiter eines Horts in der Region Zürichsee soll mehrfach Körperkontakt mit einer 12-Jährigen gehabt haben. Eltern in der Gemeinde können das kaum glauben.

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Fast kein Kinderlärm ist rund um den Hort in der Gemeinde in der Region Zürichsee zu hören. Es sind Sportferien. Nur ein paar Mütter mit kleinen Kindern spielen auf dem nahen Spielplatz. Dass ein Hortmitarbeiter mehrfach Körperkontakt mit einer 12-Jährigen gehabt haben soll, können sie kaum glauben.

Sexuelle Übergriffe? Der Hort habe einen guten Ruf, heisst es immer wieder. Noch nie habe man Derartiges gehört. «Aber unsere Kinder werden dort auch nicht betreut», sagen sie und wenden sich wieder ihrem Nachwuchs zu. «Nein, mit Steinen wirft man nicht», mahnt eine Frau einen Buben.

«Meine Tochter weiss nicht, was sie machen soll»

Mehr als einen Steinwurf entfernt sind an diesem Dienstagmorgen Eltern mit ihren Kindern im Dorfzentrum am Einkaufen. Viele haben in den Medien erfahren, dass ein Hort-Mitarbeiter wegen sexueller Handlungen mit Kindern angezeigt wurde. Unter anderem soll er die 12-Jährige dazu aufgefordert haben, das T-Shirt auszuziehen. Eine Arbeitskollegin beschuldigte ihn weiter, dass er das Mädchen regelmässig in sein Büro mitgenommen und die Tür geschlossen habe. Was drinnen geschah, ist nicht bekannt.

«Das ist nicht schön», sagt eine ältere Frau, die mit ihren Enkeln unterwegs ist. «Meine Tochter war heute Morgen froh, dass ich ihre Kinder derzeit betreue.» Allerdings nur bis zum Sommer, dann wollte sie eines der Kinder in den betroffenen Hort schicken: «Nun weiss meine Tochter nicht, was sie machen soll. Aber als berufstätige Frau ist sie nun mal auf Betreuung angewiesen.»

«Übergriffe stellen ganze Branche in ein schlechtes Licht»

Eine andere Mutter würde ihren Sohn nicht aus dem Hort nehmen: «Ich würde mit ihm die Vorfälle aber thematisieren und ihm raten, wachsam zu sein.» Er habe als Kindergärtler einen anderen Standort des Hortes besucht und sei gern dorthin gegangen: «Dass es jetzt zu Übergriffen gekommen sein soll, ist traurig und stellt die ganze Branche in ein schlechtes Licht.» Wichtig sei nun, dass der Betreuer freigestellt werde, bis die Untersuchungen vorbei seien: «Noch weiss man nicht, was wirklich passiert ist.»

Tatsächlich ist der beschuldigte Mann seit November krankgeschrieben. Laut der Kantonspolizei sind die Ermittlungen im Gange. Bis zu einer allfälligen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.