Holzscheit und Fusstritt

09. März 2011 08:00; Akt: 09.03.2011 10:33 Print

Hausfrau aus Oberengstringen verurteilt

von Attila Szenogrady - Im Keller hat eine 52-jährige Hausfrau einer betagten Nachbarin ein Holzscheit gegen den Kopf geschlagen und sie zweimal ins Gesäss getreten.

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In der Engstringer Liegenschaft von mehreren Eigentumswohnungen hängt der Haussegen schon seit mehreren Jahren schief. Auf der einen Seite steht eine heute 52-jährige Hausfrau, die sich am Dienstag wegen Tätlichkeiten vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten musste. Die Beschuldigte berichtete dabei über drei ältere Ehepaare, welche ihr das Leben immer wieder schwermachen würden. Einer dieser Senioren habe ihr eines Tages ein Glas Wasser im Treppenhaus angeschüttet. Ein anderer Anwohner habe sie als «Scheesä und Zwätschgä» beschimpft und ihr sogar ein Bein gestellt. Man habe ihr auch einen Parkschaden anhängen wollen, beschwerte sich die zweifache Mutter. Man sei wohl einfach neidisch auf sie und betreibe pures Mobbing, zeigte sich die elegante Dame überzeugt.

Schläge und Fusstritte

Weniger elegant soll sich die Angeschuldigte am 27. März vor einem Jahr verhalten haben. Laut Statthalteramt Dietikon traf sie am späten Nachmittag im Kellerbereich auf eine über 70-jährige Nachbarin und bezeichnete diese als Versicherungsbetrügerin. Als die Seniorin ebenso wenig höflich antwortete, griff die Hausfrau zu einem Holzscheit und schlug damit auf den Hinterkopf der Rentnerin. Als die Geschädigte in Richtung Lift entkommen wollte, trat ihr die Beschuldigte ins Gesäss. Einen zweiten Schlag gegen den Kopf wehrte das Opfer ab, zog sich jedoch eine Verletzung an der linken Hand zu. Danach trat die Angreiferin ihre Gegnerin ein zweites Mal gegen das Gesäss.

Tätlichkeiten bestritten

Die Seniorin begab sich drei Tage nach dem Vorfall zur Polizei und erstattete Strafanzeige. Dabei reichte sie Fotos von ihren Verletzungen ein. Sie wies eine Prellung am Hinterkopf, einen grossen Bluterguss am Hinterteil sowie eine Abschürfung am linken Daumen auf.

Im letzten Sommer war für das Statthalteramt der Fall klar: Es verurteilte die Hausfrau wegen Tätlichkeiten zu einer Busse von 1000 Franken. Worauf die Gebüsste Einsprache erhob und nun vor Gericht einen Freispruch verlangte. Sie habe ihre Nachbarin nicht einmal berührt, erklärte sie und machte eine falsche Anschuldigung geltend. Auch der Verteidiger lehnte eine Busse ab und führte aus, dass die zur Tatzeit wohl angetrunkene Geschädigte von sich aus das Gleichgewicht verloren habe.

Der Seniorin geglaubt

Doch auch das Dietiker Gericht kam zu einem vollen Schuldspruch und brummte der Angeschuldigten neben der 1000-fränkigen Busse eine Gerichtsgebühr von 1500 Franken auf. Richter Bruno Amacker verwies bei der Urteilsbegründung auf die Fotos. So würden die Verletzungsbilder mit den von der Geschädigten geschilderten Ereignissen im Einklang stehen, sagte er. Vor allem der Bluterguss im inneren Gesässbereich könne kaum von einem Sturz herrühren, befand er. Zudem sind die Aussagen der verletzten Seniorin laut Urteil sehr glaubhaft und zurückhaltend ausgefallen, im Gegensatz zu den Darstelllungen der Beschuldigten, die sich während der Untersuchung widersprochen habe. Zudem verwies der Richter auf einschlägige Vorakten. So wurde die Hausfrau schon vor mehreren Jahren wegen Tätlichkeiten mit 300 Franken gebüsst. So hatte sie auch eine andere Anwohnerin körperlich attackiert.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Polo am 09.03.2011 09:39 Report Diesen Beitrag melden

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    Ein Praktikum in der 3- Welt würde die Damen Demut lernen. Mobbing geht nicht! Gewalt auch nicht! Mobbing kann auch angezeigt werden

  • gurke am 09.03.2011 08:31 Report Diesen Beitrag melden

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