Traulokal in Zürich

24. Juli 2014 11:47; Akt: 24.07.2014 11:47 Print

Heiratswillige buchen Termin oft per Mausklick

Die Anfang Februar eingeführte eTrauung ist beliebt. 800 von 1200 Trauungs-Terminen wurden in Zürich seit der Einführung dieser Möglichkeit auf elektronischem Weg gebucht.

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Hier geben sich Paare das Ja-Wort: das Traulokal der Stadt Zürich im Stadthaus. (Bild: Stadt Zürich)

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Zwei von drei heiratswilligen Paaren in der Stadt Zürich buchen ihren Trauungstermin im Internet per Mausklick, wie das Bevölkerungsamt am Donnerstag mitteilte. Mit Einführung der eTrauung verlängerte die Stadt die Buchungsfristen von sechs auf zwölf Monate. Das ist vor allem für Paare interessant, die ein aufwendiges Fest planen und dafür genügend Vorlaufzeit benötigen.

Wem der Sinn mehr nach «Last Minute» steht, der kann als frühestes Datum den 24. September buchen. An diesem Tag gab es am Donnerstag noch vier Nachmittagstermine.

Die lange Frist wird durchaus genutzt: Für den 18. Juli 2015 hätten sich schon zwei Paare eingetragen, sagte Lisa Meyer, stellvertretende Leiterin des Zivilstandsamts, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Noch gibt es an diesem Tag aber Auswahl: Im Viertelstundentakt werden die Ziviltrauungen im Stadthaus-Traulokal vorgenommen.

Gediegen, historisch oder exotisch

Hier erfolgen bei weitem die meisten Trauungen. Einzelne Termine gibt es aber auch ausserhalb des Stadthauses: Im gediegenen Zunfthaus zur Waage, in der historischen Weinschenke im Niederdorf oder im exotischen Masoala-Regenwald im Zoo. Auch diese Traulokale werden «rege genutzt», wie Meyer sagte.

Die beliebtesten Wochentage für Ziviltrauungen sind laut Meyer Freitag und Samstag. Weil es 2015 «kein richtiges Schnapszahl-Datum» gebe, sei bisher auch keine Konzentration auf ein spezielles Datum auszumachen.

Mit der Mausklick-Buchung spart sich ein Paar den Weg zum Stadthaus. Wenns dann ernst gilt, muss das künftige Ehepaar aber nach wie vor persönlich erscheinen: Zum Ehevorbereitungsverfahren und zur eigentlichen Trauung.

Gesetzliche Fristen unverändert

An den ordentlichen gesetzlichen Fristen ändert die lange Buchungszeit nichts, wie Meyer erklärte. Bevor ein Paar heiraten kann, muss es das Ehevorbereitungsverfahren absolvieren.

Dabei wird unter anderem geprüft, ob beide Partner die Voraussetzungen zum Heiraten erfüllen, und der künftige Familiennamen wird festgelegt. Vor allem für im Ausland geborene Heiratswillige kann es laut Meyer zeitaufwendig sein, alle nötigen Dokumente zu beschaffen.

Spätestens drei Monate nach Abschluss des Ehevorbereitungsverfahrens muss die Trauung stattfinden, allerfrühestens am elften Tag nach Verfahrensende. Beide Partner haben nämlich - wie bisher - ein zehntägiges Widerrufsrecht, für den Fall, dass sie sich die Sache doch noch anders überlegen.

(kv/sda)