Prozess gegen «Carlos»

06. November 2019 07:57; Akt: 06.11.2019 07:57 Print

Heute fällt das Urteil im Fall Brian

Wegen mehrerer Delikte, die er im Gefängnis begangen hat, steht Brian alias «Carlos» vor Gericht. Am Mittwoch fällt das Urteil.

Akte «Carlos»: Was bisher geschah. (Video: SDA-Keystone)
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Der als «Carlos» bekannt gewordene Intensivstraftäter Brian soll im Gefängnis mehrmals Angestellte, Polizisten und Mitinsassen angegriffen, beschimpft und bespuckt haben. Der 24-Jährige muss sich deshalb wegen schwerer Körperverletzung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie Sachbeschädigung vor Gericht verantworten.

Der auf zwei Tage angesetzte Prozess begann letzten Dienstag. Am Mittwoch fällt das Bezirksgericht Dielsdorf das Urteil. Die mündliche Verkündung findet aus Platzgründen in den Räumen des Bezirksgerichts Zürich statt. Ob Brian vor Gericht erscheinen wird, ist fraglich. Bereits am ersten Tag Prozesstag war der 24-Jährige nicht anwesend: «Er war nicht bereit, ohne Gewaltanwendung zu kommen», sagte der Richter. Die Polizisten soll er in «Kampfposition» empfangen haben.

«Eine Therapie ist schwierig»

Ein Gutachter machte schliesslich den Anfang. Wie er vor Gericht sagte, sieht er eine sehr hohe Rückfallgefahr. Sowohl im Gefängnis als auch in Freiheit sei mit weiteren Gewaltdelikten zu rechnen. «Eine Therapie ist schwierig, aber möglich und nicht sehr wahrscheinlich.»

29 Delikte hat Brian laut Anklage hinter Gittern begangen haben. Einer der schwersten Vorfälle ereignete sich im Gefängnis Pöschwies, als er einem Gefängnisangestellten die Faust gegen den Kopf geschlagen haben soll.

Verwahrung gefordert

Laut dem Staatsanwalt hatte das Opfer mehrere Schutzengel, dass es keine lebensgefährlichen Verletzungen oder eine Behinderung davongetragen hat. Er fordert eine Freiheitsstrafe von 7,5 Jahren und eine ordentliche Verwahrung: «Es gibt keinen anderen Ausweg.»

«Carlos» war durch einen SRF-Dokumentarfilm im Sommer 2013 landesweit bekannt geworden. Nach der Ausstrahlung entflammte eine hitzige Diskussion darüber, wie teuer die Behandlung junger Straftäter ist. Besonders zu reden gab sein Sondersetting mit Thaibox-Training, das schliesslich abgebrochen wurde.

Carlos vor Gericht

(mon)