Tötungsdelikt von Aarau

15. Februar 2019 20:18; Akt: 15.02.2019 22:08 Print

«So haben die Eltern ihn nicht erzogen»

Der 28-jährige F. P. wird verdächtigt, eine 66-Jährige getötet zu haben. Nachbarn sind schockiert. Der mutmassliche Täter soll Drogenprobleme gehabt haben.

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F. P.* (28) wird dringend verdächtigt, am 17. Januar in Aarau die 66-jährige Hildegard Enz Rivola mit Messerstichen getötet zu haben. Am Dienstagabend wurde der Kroate verhaftet. Er bestreite den Tatvorwurf, heisst es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau.

P. soll zusammen mit seinem Bruder in einem Einfamilienhaus bei seinen Eltern in Unterentfelden AG gewohnt haben. Diese wollten gegenüber 20 Minuten keine Stellung nehmen. Nachbarn sind überrascht. «Die Familie macht einen guten Eindruck», sagt ein Anwohner. «Sie sind immer fleissig am Arbeiten. Die Nachricht hat mich sehr bewegt. So haben die Eltern ihn sicher nicht erzogen.»

War P. arbeitslos?

Ein anderer Anwohner bestätigt: «Die Familie hinterlässt einen guten Eindruck.» Er sei überrascht von den Enthüllungen. Eine andere Anwohnerin des idyllischen Dorfs sagt, sie habe leer schlucken müssen, als sie von der Verhaftung erfahren habe. «So etwas macht Angst. Meine Tochter geht nun nur noch mit dem Auto zur Arbeit.»

P. arbeitete früher offenbar als Heizungs- und Sanitärmonteur bei einer kleineren Firma im Aargau. Dort ist er aber nicht mehr beschäftigt, wie ein Mitarbeiter sagt. Laut seinem Bekanntenkreis ist er zurzeit arbeitslos. «Er hatte immer wieder mit Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen», sagt ein Bekannter. Vor einiger Zeit soll er deswegen sogar in eine Klinik eingewiesen worden sein.

In den sozialen Medien präsentierte sich P. früher als Auto- und Musikfan. In seiner Jugend spielte er zudem in einer damals erfolgreichen Fussballmannschaft der Region. In welcher Beziehung er zur 38 Jahre älteren Hildegard Enz Rivola stand, ist nach wie vor unklar.

*Name der Redaktion bekannt

(maz)