Gefängnis Pöschwies

13. November 2019 16:13; Akt: 13.11.2019 16:30 Print

Häftlinge holen hier zugeworfene Handys ab

Rund 50-mal pro Jahr gelangen illegale Güter über die Mauer zur Justizvollzugsanstalt Pöschwies. Jetzt sollen die Massnahmen dagegen verschärft werden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der dichte Wald, der an den Sicherheitszaun und die Betonmauer der Justizvollzugsanstalt Pöschwies grenzt, bietet Sichtschutz. Dies führt dazu, dass sich Personen unbemerkt den Gefängnismauern nähern und illegale Gegenstände über den Zaun werfen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Pro Jahr gebe es rund 50 solcher Einwurfaktionen, vorwiegend seien es laut Gefängnisleitung Drogen und Handys, die so ihren Weg zu den Häftlingen finden würden.

Nun will das Amt für Justizvollzug mit einer Ausdehnung des Sicherheitsperimeters im Pöschwald reagieren – jener Zone, die nicht betreten werden darf. «In einer Distanz von ungefähr 70 Metern zur bestehenden Mauer soll ein zusätzlicher Zaun errichtet werden», sagt Sprecherin Jessica Maise der Zeitung. Ausserdem soll eine entsprechende Belichtung der Zone für eine bessere Überwachung sorgen. Das Baugesuch für den Zaun werde voraussichtlich im ersten Halbjahr 2020 bei der Gemeinde Regensdorf eingereicht.

Abwürfe via Drohnen

Kritik für das Vorhaben gibt es seitens der Grünen und der GLP. Sie beanstanden, dass aufgrund des Vorhabens ein Teil des Pöschwaldes gerodet werden müsse. Ausserdem tangiere der erweiterte Sicherheitsbereich eine archäologische Zone und es müssten ein beliebter Wanderweg und der Vita-Parcours verlegt werden. Zusätzlich liessen sich Drohnenflüge auch mit einem neuen Zaun nicht verhindern. SP-Kantonsrat Jonas Erni hingegen befürwortet die Pöschwies-Pläne. Zwar müssten Bäume gefällt werden, von Rodung könne jedoch keine Rede sein. Die Sicherheit habe in diesem Fall Vorrang.

Auch gegen die illegalen Drohnenabwürfe will sich die Justizvollzugsanstalt künftig rüsten. Im Sommer soll ein Detektionssystem zur Früherkennung von Drohnen in Betrieb gehen, wie es im Bericht weiter heisst.


(kat)