Kloten

09. Februar 2011 09:57; Akt: 09.02.2011 12:01 Print

Hochstapler verkaufte falsche EM-Tickets

von Attila Szenogrady - Ein Angeber aus Kloten hatte mit angeblichen Beziehungen zum türkischen Fussballverband mehreren gutgläubigen Arbeitskollegen gefälschte Tickets zur Fussball-EM 2008 angedreht.

Fehler gesehen?

Es war im Frühling 2008, als der heute 32-jährige Angeklagte aus Kloten als Angestellter einer Zürcher Finanzfirma grosse Töne spuckte. Der aus Anatolien stammende Berater erklärte, dass er beste Beziehungen zum türkischen Fussballverband pflege und deshalb begehrte Billets für die anstehende Fussball-Europameisterschaft besorgen könne.

Besonders verlockend war das Versprechen, dass er auch für das Eröffnungsspiel Schweiz gegen Tschechien zahlbare Tickets auftreiben werde.

Über 5000 Franken einkassiert

Mehrere Arbeitskollegen des Angeklagten liessen sich nicht zweimal bitten und bestellten bei ihm bis zu vier Tickets, wobei jeder Eintritt 400 Franken kostete. Die Anklageschrift zählte fünf Geschädigte auf. Sie übergaben dem Klotener insgesamt über 5000 Franken und freuten sich auf das grosse sportliche Ereignis.

Bis sich für sie die Europameisterschaft als Albtraum entpuppte. So erwiesen sich die angeblichen EM-Tickets als plump getürkte Fälschungen. Mit der Folge, dass die Betrugsopfer das Eröffnungsspiel nicht im Basler Park, sondern nur am Fernseher mitverfolgen konnten.

Klarer Betrug

Die geprellten Geschädigten erstatteten später Strafanzeige und brachten damit ihren inzwischen entlassenen Arbeitskollegen vor den Strafrichter. Allerdings verspürte der Hochstapler kein grosse Lust, vor den Schranken zu erscheinen. Im letzten November glänzte er durch unentschuldigte Abwesenheit.

Nun hat der zuständige Einzelrichter seinen Entscheid eröffnet und den einschlägig vorbestraften und hoch verschuldeten Angeklagten wegen mehrfachen Betrugs zu einer unbedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 30 Franken verurteilt. Zudem wurde der Zürcher Unterländer verpflichtet, seinen Opfern Schadenersatz zu leisten. Das Verschulden stufte der Richter als nicht mehr leicht ein. So habe der Beschuldigte bedenkenlos das Vertrauensverhältnis zu seinen Arbeitskollegen ausgenützt, steht im Urteil.