Hofladen ausgeraubt

17. Februar 2020 19:28; Akt: 17.02.2020 19:28 Print

«Es tut weh – ich stelle die Ware mit Herzblut her»

Ein Vermummter hat in der Nacht auf Montag einen Hofladen in Eggenwil AG überfallen. Die Kamera zeichnete den ganzen Diebstahl auf. Die Inhaberin ist enttäuscht.

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Tatort Hofladen: In der Nacht auf Montag hat ein vermummter Unbekannter mit grauem Kapuzenpulli und grüner Einkaufstasche in Eggenwil den Hofladen Wisli-Shop überfallen, wie ein Facebook-Post von den Inhabern zeigt. Dem aufmerksamen Hofhund ist das nicht entgangen. «Er hat um 2.45 Uhr plötzlich laut gebellt», sagt Bäuerin Tanja Belser (38), die zusammen mit ihrem Mann den Laden führt.

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Bis ihr Mann beim Hofladen war, hatte der Dieb seine Beute aber bereits eingepackt. «Mein Mann versuchte noch, ihn zu verfolgen, doch er sah ihn nur noch mit einer Taschenlampe weggehen», so Belser. Doch er entwischte. Erst die erst kürzlich eingebaute Videokamera zeigte, was im Laden abgegangen war: «Der Unbekannte hat fünf Minuten lang Lebensmittel eingepackt und die Kasse mit Wechselgeld mitgenommen. Er liess sich viel Zeit und hat die Produkte zuerst noch begutachtet.»

«Es tut weh, wenn jemand sich einfach bedient»

In die grüne Tasche, die er mitgebracht hatte, habe er etwa Teigwaren, Apfelringli, Tee, gebrannte Mandeln und Apfelsaft eingepackt – insgesamt entstand ein Schaden von etwas mehr als 100 Franken. «Die Produkte stelle ich mit viel Herzblut her. Es tut weh, wenn jemand sich einfach bedient.»

Weiterführen will Belser den Laden trotz des Diebstahls. Sie vermutet, dass der Dieb aus der Region stammt, weil er sich im Laden ausgekannt habe. Bisher hat sie auf den Aufruf auf Facebook jedoch keine Hinweise erhalten. «Er hat eine markante Jacke. Ich hoffe, jemand kennt ihn.»

Ermittlungen laufen

Die Kantonspolizei Aargau war nach dem Diebstahl vor Ort, wie Sprecher Bernhard Graser sagt. Die Täterschaft sei noch unbekannt, die Ermittlungen laufen. Gegen eine private Fahndung auf Facebook sei grundsätzlich nichts einzuwenden, da die Person auf dem Bild vermummt sei. «Der Nutzen dadurch ist aber wohl eher bescheiden», sagt Graser. Die Veröffentlichung könne aber eine abschreckende Wirkung haben. «Heikel wird es wegen der Persönlichkeitsrechte aber, wenn der Täter erkennbar ist.»

(tam)