Winterthur ZH

14. März 2011 08:00; Akt: 13.03.2011 23:59 Print

Hohe Strafen für Bierhumpen-Schläger

von Attila Szenogrady - Das Obergericht hat zwei brutale Winterthurer Schläger zu Freiheitsstrafen von über vier Jahren sowie drei Jahren verurteilt. Das Duo hat in Winterthur einen Chauffeur durch den Schlag mit einem Bierhumpen lebensgefährlich verletzt.

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Das Zürcher Obergericht hat zwei Schweizer Secondos aus Winterthur wegen schwerer Körperverletzung und weiteren Delikten zu hohen Freiheitsstrafen von vier Jahren und drei Monaten unbedingt sowie drei Jahren teilbedingt verurteilt. Davon zwölf Monate ohne Bewährungschance. Die beiden heute 25-jährigen Männer italienischer und jugoslawischer Abstammung haben im Januar 2006 einen heute 24-jährigen Chauffeur nach einem Wortgefecht brutal verprügelt und dabei lebensgefährlich verletzt. Einer der beiden Täter hatte dem Opfer vor einem Winterthurer Restaurant einen Bierhumpen gegen den Kopf geworfen. Danach traten die Angreifer auf den bereits schwer verletzten und am Boden liegenden Geschädigten ein.

Schädelbruch überlebt

Der Chauffeur erlitt einen schweren Schädelbruch und überlebte nur dank einer gelungenen Notoperation. Zunächst hatten die beiden Winterthurer Glück, da eine eingeleitete Strafuntersuchung wegen eines untätigen Staatsanwaltes mehrere Jahre versandete. Ein neu eingesetzter Ankläger erhob im letzten April Anklage wegen schwerer Körperverletzung. Hinzu kamen weitere Delikte, die sich die beiden Winterthurer nach der Haupttat geleistet hatten. Unter anderem eine weitere Körperverletzung, als der Italo-Secondo im Mai 2008 in Neftenbach einen Passanten von einer Kirchenmauer aus nichtigem Anlass viereinhalb Meter weit in die Tiefe stiess. Das Opfer kam mit einem Beinbruch davon.

Hohe Strafen

Im letzten November mussten sich die beiden Winterthurer vor dem Obergericht verantworten. Sie liessen ihre Verteidiger auf Freisprüche plädieren und stellten jeglichen Vorsatz in Abrede. Vergeblich, wie nun das Obergericht den Medien mitteilte. Es folgte im Wesentlichen der Anklage. Die höhere Strafe von über vier Jahren erhielt der ursprüngliche Italiener, der den Humpen geworfen hatte. Milder kam der Mittäter davon. Allerdings soll auch er ein Jahr lang hinter Gitter.
Eine schriftliche Begründung des Urteils liegt noch nicht vor.

32 000 Franken Schadenersatz und Schmerzensgeld

Laut Urteil wurden beide Angeklagten verpflichtetet, dem Chauffeur einen Schadenersatz von über 20 000 Franken zu entrichten. Zudem 12 000 Franken Schmerzensgeld. Nicht zuletzt sollen sie die Gerichtskosten von 10 000 Franken tragen.