Show im Hallenstadion

20. April 2014 23:17; Akt: 21.04.2014 11:28 Print

Hundeflüsterer droht Auftrittsverbot

Der Amerikaner Cesar Millan ist der berühmteste Hundetrainer der Welt. Seine Methoden sind umstritten. Der Schweizer Tierschutz will die geplante Show in Zürich nun verhindern.

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Tierschutzorganisationen warnen schon seit Jahren vor dem US-Hundeflüsterer Cesar Millan. (Bild: Keystone)

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Cesar Millan hat die Hunde etlicher Hollywood-Stars trainiert und wurde mit TV-Serien und Büchern berühmt. Nun will der prominente Hundeflüsterer im Oktober erstmals mit seinen Vierbeinern im Zürcher Hallenstadion auftreten – vorausgesetzt, er erhält eine Bewilligung. Denn der Schweizer Tierschutz STS wolle den Auftritt verhindern, schreibt die «SonntagsZeitung».

Im April verlangte die Organisation vom Schweizer Veterinäramt ein Verbot für die geplante Show. Der Grund: Millans Erziehungsmethoden – Drohen und Würgen – seien veraltet. Ausserdem seien seine Hilfsmittel wie Strom-, Stachel- und Würgehalsbänder in der Schweiz verboten. Jene könnten den Hund aggressiv machen.

«Wer bei uns verbotene und verpönte Praktiken vertritt, ist kein Vorbild und sollte daher auch nicht auftreten dürfen», sagt Julika Fitzi vom STS gegenüber der «SonntagsZeitung». Sie sieht Millans Methoden als Gefahr für Hunde und Menschen.

Organisationen warnen seit Jahren vor Millan

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten rief erst vor kurzem zum Boykott von Millans Auftritt in Wien auf. Die europäische Gesellschaft für klinische tierische Verhaltensforschung und die amerikanische Veterinary Society of Animal Behavior warnen schon seit mehreren Jahren vor dem Hundetrainer.

Millan rechtfertigt sich: Er wende die umstrittene Methode nur bei aggressiven und vernachlässigten Hunden an. Stachelhalsbänder «können hilfreich sein», meint er weiter.

Der Entscheid vom Zürcher Veterinäramt steht noch aus. Es muss zuerst geprüft werden, ob Millan für den Auftritt überhaupt eine Bewilligung braucht – bei Haustieren ist das für gewöhnlich nur der Fall, wenn es sich um Werbung handelt.


(pat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Klarsicht am 21.04.2014 02:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ach wirklich

    Dafür das er so brutal und gemein und unmenschlich zu den Tieren ist, scheint er aber enormen Erfolg zu haben und die Tiere auch erziehen zu können. Mich beschleicht das Gefühl, dass die Tierschutzorganisationen einfach nur nach Aufmerksamkeit schreien. Etwas Kindergartenniveau... Er kann mit "gefährlichen" Rassen umgehen, aber in der Schweiz werden solche Rassen dann mit Hundeleine und Maulkorbpflicht super "würdevoll" behandelt... lächerliche Doppelstandards.

  • Pascale am 21.04.2014 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist so peinlich

    Wenn Jemand Erfolgreich, wie zB Milan, ist kommen sofort alle Neider und Besserwisser! Wo waren die Tierschützer, als man einen kleinen Welpen aus der Türkei einschläfern musste, weil die Papiere nicht ok waren? Also bitte! Fegt doch erstmals vor der eigenen Türe, als so scheinheilig auf andere zu zeigen!

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  • Üse Umi am 21.04.2014 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Lauter Schafe teil 2

    Fakt ist, wenn man einen Cesar, Rütter und co. braucht, der Hundehalter es bereits verhunzt hat! Würden mehr Menschen ihren Hund als das sehen was er ist und ihn als Hund behandeln und nicht als Mensch, wäre Cesar arbeitslos! Das Problem ist immer am Ende der Leine, leider muss dafür der Hund darunter leiden. Das schlimme dabei ist, dass Menschen in solche Shows rennen und danach diese Methoden anwenden, weil man ja danach schon fast gurugleich erfahren ist. Arme Welt!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Noldi Schumacher am 22.04.2014 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ich schaue die Sendung immer!

    Er hat auch nicht immer Erfolg, aber sehr oft. Wie oft erzieht er die Menschen, weist sie auf Fehler ihres Verhaltens hin? Zweidrittel der Beratungen laufen so. Ich habe mich beim Spazieren mit meinem Hund auch schon gefragt, hat der Hundebesitzer je einmal in einem Buch nachgeschaut, was er da an der Leine hat? Es gibt viele überforderte Hundebesitzer! Klar an so einem Anlass lernt man nicht, die Probleme, die man mit seinem Hund hat zu lösen.

  • Üse Umi am 21.04.2014 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Noch die letzte Anmerkung!

    Jeder der hier behauptet, anhand von zusammengeschnittenen Videos, zu erkennen, wie "sanft" CM mit den Hunden umgeht, darf sich direkt zu den Hobbypsychologen zählen. Nur wer sich mit Verhaltensauffälligen Hunden intensiv auseinander setzt, kann im Ansatz ahnen, wieviel Intervention bei Aggressiven Hunden notwendig ist um ihr konditioniertes Verhalten (mit beissen komm ich zum Erfolg) behoben ist, ich sag nur, glaubt nicht alles, was ihr in Videos seht, die dazu gemacht sind um einen Guru noch grösser zu machen. Auch CM ist nicht Gott und auch er kocht nur mit Wasser, Danke!

  • Üse Umi am 21.04.2014 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    @Rottiman

    Nur schon all deine Aussagen zeigen, dass du keine Ahnung hast und etwas nachplapperst, von dem du leider nichts verstehst! Das Problem liegt IMMER beim Menschen und er muss sich IMMER ändern, der Hund tut es von alleine! CM Therapiert wie jeder gute Tierpsychologe die Menschen und nicht das Tier. Leider lernen Hunde schneller als Menschen. Das 3 Säulenprinzip hat nichts mit der Rudelstruktur zu tun, es geht alleine um die Hund/Menschbeziehung. Aber eben ich sag ja, da rennt man zu einem Guru und glaubt danach, nur weil man da war, man sei auch einer!

  • 1967 am 21.04.2014 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CM macht das Richtige

    Die schweizer Tierschutzorganisation will die Hundeerziehung so liberal und gewalltfrei sein wie die humane Kindererziehung. Und was ist das Ergebnis - eine Kathastrophe! Kinder brauchen Regeln und Massregelungen und Hunde im SINNE des Hundes genau so. Und zwar in der Sprache des Hundes und nicht des Menschen!

  • Albert Demut am 21.04.2014 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Dank Millan ein gerechtes Hundeleben

    Ich frage mich was für Leute im Tierschutz sind. Ich frage mich auch ob ich in diesem "Club" austretten soll. Ich arbeite seit 1958 mit deutschen Schäferhunden. Ich bin Tierschützer. Mitglied in einem Natur und Vogelschutz, in der Jagd, in der Fischerei und ein ausgewiesener Herbetologe. Der Schutz der Tiere ist für mich das Grösste. Der Tierschutz sollte zuerst einmal das Halten von Hunden anschauen, denn sogenante "Kleinhunde" Oh wie herzig werden herumgetragen. Einen richtigen Auslauf, welche sie wie die "Grossen Hunde" brauchen ist diesen armen Tiere verwehrt.