Dübendorf

14. Februar 2019 09:51; Akt: 15.02.2019 13:24 Print

«Meine Freundin sagte, sie hatte einen Stalker»

In Dübendorf wurde am Mittwoch eine Frau (29) tot aufgefunden. Die Mutter ihres Freundes und die Nachbarn sind schockiert. Ihrem Freund geht es schlecht.

In der Nachbarschaft ist man schockiert über den Vorfall in Dübendorf.
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«Ich bin eher ruhig, zurückhaltend, lustig und eine Liebe», so hat sich eine 29-jährige Dübendorferin in den sozialen Medien beschrieben. Am Mittwochmorgen wurde die Angestellte einer Kita tot auf einem Quartier-Parkplatz aufgefunden. Nachbarin Maritza P.* sah am Morgen, wie sie regungslos unter einem parkierten weissen Mercedes wenige Schritte neben dem Wohnhaus lag. Nur die Füsse schauten heraus. «Es ist megaschlimm, ich kannte sie nicht besonders gut, sie war aber immer nett, und jetzt ist meine Nachbarin einfach nicht mehr hier – das ist megatraurig», sagt sie mit Tränen in den Augen.

Die Kantonspolizei Zürich geht von einem Tötungsdelikt aus. «Ein Zeuge hat einen Streit gehört», sagt Sprecher Marc Besson. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, Verhaftungen hat es noch keine gegeben. Ratnam S.* wohnt ebenfalls im gleichen Haus wie die 29-Jährige und hat den Streit gehört: «Zwischen 6 und 7 Uhr morgens habe ich eine Frau schreien gehört, dann folgte ein Knall.» Er wisse aber nicht, ob sich das Ganze im Haus oder draussen abgespielt habe.

«Mir geht es sehr schlecht»

Der Freund der 29-jährigen Dübendorferin meldete sich am Tag nach der Tat zu Wort: «Mir geht es sehr schlecht», sagt er. Er habe gestern bei der Polizei ausgesagt. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich bestätigt, dass der 34-jährige Freund der Verstorbenen überprüft und befragt worden sei. Die Staatsanwaltschaft habe auf einen Haftantrag verzichtet. Der Mann ist auf freiem Fuss.

Zum jetzigen Zeitpunkt lägen keine neuen Erkenntnisse vor, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es werde weiterhin intensiv in alle Richtungen ermittelt. Bisher ist im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt niemand in Haft.

«Ich wusste nichts davon»

Am Mittwoch hatte der Freund kurz mit seinem Vater telefoniert. «Er sagte mir, er könne nicht mit mir zu Mittag essen, weil seine Freundin tot sei», sagt der Vater. Er sei schockiert, sie sei so lieb gewesen und die Beziehung zum Sohn stets harmonisch. «Sie haben sehr gern zusammen Party gemacht.»

Die Mutter des Freundes zeigt sich am Telefon ebenfalls erschüttert: «Ich wusste nichts davon.» Die Freundin ihres Sohnes habe sie als eine ganz liebe und ruhige Person kennengelernt. Von ihrem Sohn habe sie das letzte Mal am Samstag etwas gehört: «Am Mittwoch war sein Handy ausgeschaltet. Ich kann ihn zurzeit nicht erreichen.» Auch über allfällige Beziehungsprobleme habe sie keine Kenntnis.

Vater der 29-Jährigen starb im Sommer

Laut «Züriost» soll die Tote einen Stalker gehabt haben. «Meine Freundin hat mir von ihm erzählt. Ich vermute, es war ein Ex-Freund von ihr», sagt der Partner zur Zeitung. Genauere Details sind aber nicht bekannt. Es heisst, dass die 29-Jährige die Polizei über den Stalker informiert habe. Ob der Stalker etwas mit dem Tötungsdelikt zu tun hat, ist unklar. «Ich habe meine Informationen der Polizei weitergegeben und hoffe, dass die Tat bald aufgeklärt wird.»

Die Mutter der Getöteten hat laut «Blick» im Radio von der Tat im Viertel der Tochter gehört. Als sie ihre Tochter habe anrufen wollen, habe sie das Telefon nicht abgenommen. Dann sei am Mittag die Polizei mit seinem Careteam vor ihrer Tür gestanden. «Sie war ein lieber und hochanständiger Mensch, stand mit beiden Beinen im Leben», so die Mutter zur Zeitung. Erst im Sommer sei ihr Vater gestorben. Die Polizei habe ihr nicht viel sagen können: «Es zerreisst mich beinahe.»

Passant findet tote Frau (29) auf Parkplatz

*Namen der Redaktion bekannt

(tam/wed/mon)