Stadtwald Zürich

04. November 2014 06:05; Akt: 04.11.2014 10:11 Print

Ignorante Jogger bringen Förster in Lebensgefahr

In den städtischen Wäldern werden Bäume gefällt, doch das kümmert viele Zürcher nicht. Trotz Verbot betreten sie vermehrt gesperrte Waldwege – Forstwarte sind besorgt.

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Immer mehr Jogger, Spaziergänger oder Velofahrer missachten im Wald solche Verbote. (Bild: Grün Stadt Zürich )

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Man joggt oder spaziert auf seiner gewohnten Strecke im Wald und plötzlich steht man vor einem gesperrten Weg. Damit müssen die Zürcher in den nächsten Monaten häufig rechnen, denn seit Montag wird in den städtischen Wäldern geholzt.

Dass Bäume gefällt werden, kümmert viele Spaziergänger, Jogger und Velofahrer offenbar nicht, wie Lukas Handschin, Sprecher von Grün Stadt Zürich, sagt: «Wir stellten in den letzten Jahren leider vermehrt fest, dass Absperrungen missachtet werden.»

«Diese Leute gefährden ihr Leben und die Sicherheit der Förster»

Weil die Verbotsschilder alleine längst nicht mehr helfen, muss die Stadt mittlerweile das Forstpersonal vor viele Absperrungen stellen, die die Leute zurückweisen. «So werden wir von unserer eigentlichen Arbeit abgehalten und das Holzen dauert noch länger», sagt Forstingenieurin der Stadt Zürich Regina Wollenmann.

Auch seien viele alles andere als einsichtig und würden auf ihr «Gewohnheitsrecht» beharren: «Das Forstpersonal muss mit ihnen ewig diskutieren, warum sie hier nicht durch gehen können und sich teilweise üble Beschimpfungen gefallen lassen.» Dabei würden diese Leute nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch dasjenige des Forstpersonals gefährden, so Wollenmann: «Wenn unerwartet jemand in den Sicherheitsraum eindringt, werden wir abgelenkt.» Das Unfallrisiko bei der anspruchsvollen Holzereiarbeit werde dadurch deutlich erhöht.

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sibesiech am 04.11.2014 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesunder Menschenverstand

    Hin und wieder fragt man sich, wie oft einige überhaupt nachdenken, bevor sie handeln.

  • Dani am 04.11.2014 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egoisten

    Tja, die klassischen ich will alles und jederzeit haben Zürcher. Im Wald wird sich verhalten wie auf dem Velo...

  • TJ am 04.11.2014 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Problem?

    Was ist denn das Problem? Wenn jemand die Absperrung missachted, kann man ja weiterfällen. Triff den Sportler ein umfallender Baum, so ist er selber Schuld. Nur darf man die Förster dann nicht wegen fahrlässiger tötung anzeigen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Joerg Hanspeter am 05.11.2014 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Verständnis

    Die selben Diskussionen muss man sogar auf privatem Grund (mit amtlichem Verbot) führen. Endlose Diskussionen mit Spaziergängern, die nicht einsehen, wieso sie ein privates Grundstück nicht betreten dürfen.

  • Nico am 05.11.2014 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach

    Ganz einfach, wer ein Verbotsschild missachtet ist für seine Handlung selbst verantwortlich, sprich hat keine Versicherungsleitungen zu gute und der Förster trifft keine Verantwortung.

  • Tabea Kraushaar am 05.11.2014 00:35 Report Diesen Beitrag melden

    Sperren mit Vorwarnung

    Solche Sperren sind sicher notwendig. Aber gut wäre es, die Sperrung rechtzeitig vor dem oft kurzen, gesperrten Wegstück anzukündigen. Auch ich bin schon joggend ohne etwas zu ahnen von der Strasse in ein häufig benutztes Waldsträsschen abgebogen. Nach etwa 2 km (!) stand ich plötzlich vor einem abgesperrten, kurzen Wegstück, ohne Vorankündigung, und ohne Umgehungsmöglichkeit. Wer kehrt dann da nach einer solchen Strecke noch um, und mogelt sich nicht irgendwie an der gesperrten Stelle vorbei ??

    • Immer anders am 05.11.2014 06:35 Report Diesen Beitrag melden

      Flexibell

      Lieber Schreiber, dann ist eben die viel gepriesene Flexibilität gefordert. Die gilt nicht nur am Arbeitsplatz, nein auch im privaten. In einer solchen Situation kann sie in echt gelebt werden. Sonst müssten Unfälle auf Straßen ja auch vorher angekündigt werden.

    • John the Jogger am 05.11.2014 08:37 Report Diesen Beitrag melden

      @ Tabea

      Sie haben es erkannt! Wenn im von Ihnen beschriebenen gesperrten Wegstück dann auch noch überhaupt keine Arbeiten ausgeführt werden, liegt es auf der Hand, dass der freiheitsgetriebene Schweizer den gesunden Menschenverstand über unsinnige Verbote stellt und gewandt und sicheren Fusses die Strecke meistert. Das ist wahre Flexibilität.

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  • Rentner am 04.11.2014 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gesellschaft

    Mir fällt das schon seit ein paar Jahren auf. Die Leute denken nur noch an sich, halten sich an keine Vorschriften mehr und werden am Ende noch frech. Schöne Zukunftsaussichten!

    • Sulger Peter am 04.11.2014 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Grün Zürich macht aus dem Wald ein Park

      Augen auf. Im Wald brauchen wir keine Autobahnen und keine Troittoirs. Lasst der Natur ihren Raum und haltet euren Regulierungswahn im Zain!

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  • Nicht Zürcher am 04.11.2014 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nich nur in ZH

    Ich bin nicht aus Zürich und habe mit dem besagten Ort auch nicht die beste Erfahrung gemacht. Ist aber meine Sache. In diesem Artikel werden aber Zürcher schlechter dargestellt als sie sind. Denn dieses Phänomen geschieht in der ganzen Schweiz und sogar weit über die Landesgrenzen hinaus...