20. April 2005 04:50; Akt: 19.04.2005 22:26 Print

Im Kampf gegen den Lärm: Öfter aufs Auto verzichten

Verkehr ist in Zürich die Lärmquelle Nummer eins. Im Kampf gegen den Lärm will die Stadt die Bevölkerung animieren, öfter aufs Auto zu verzichten.

Zum Thema
Fehler gesehen?

In Zürich leben 140000 Menschen – fast jeder zweite Einwohner – an Strassen, wo die Lärmgrenzwerte überschritten werden. 20000 von ihnen müssen mit Überschreitungen des Alarmwerts leben. «Mehr als die Hälfte der 700000 täglichen Autofahrten in Zürich werden in der Freizeit unternommen», betonte Stadtrat Robert Neukomm gestern zum Start der Kampagne «Ruhe und Lärm».

Mit der Aktion sollen Menschen für Lärm sensibilisiert werden und das eigene Verkehrsverhalten überdenken – denn Lärmgeplagte seien oft auch Lärmverursacher. «Brauchts wirklich das Auto zum Einkaufen?», fragt Neukomm. Die Stadt propagiert auch das Velofahren – etwa mit den Gratis-Velos der Aktion Züri rollt.

An zehn lärmigen und ruhigen Orten wie etwa am Hardplatz und im Arboretum bei der Badi Enge stehen bis Herbst Lärmsäulen mit Hintergrundinfos und Tipps. «Wir brauchen eine stadtgerechte und umweltschonende Mobilität», sagte Stadtingenieur Urs Spinnler. Am General-Guisan-Quai zeigt zudem bis Mitte Mai ein Display den aktuellen Lärmpegel an.

«Wenn es in Zürich etwas ruhiger werden soll, sind alle zum Mitmachen aufgerufen», so Neukomm.

(alk)

Welcher Lärm stört Sie am meisten?

Gregory Fauchart (33), Zürich
Am meisten nervt mich der Lärm in den Restaurants und Bars. Die Musik ist zu laut, und dann müssen auch die Leute immer lauter reden. Da ist man an einem Begegnungsort und muss sich anschreien.

Denise Singh (52), Zürich
Der Autolärm stört mich extrem – der
in der Nacht. Dann kommt er für mich so unerwartet. Ich wache oft deswegen auf. Ich wohne in der Südanflugschneise, aber an die Flugzeuge habe ich mich schon gewöhnt.

Felix Wirz (34), Zürich
Zum Glück bin ich nicht sehr lärmgeplagt. Ich verursache mehr Lärm, als ich selbst ertragen muss. Am meisten stören mich aber Trams, wenn sie um die Kurve quietschen – und laute Vögel am Morgen.

Lucy Novotny (50), Männedorf
Quietschende Trams finde ich unerträglich. Als Sängerin bin ich sehr empfindlich, der Lärm tut mir richtig weh in den Ohren. Auch bremsende Züge im Bahnhof sind so laut. Zum Glück wohne ich nicht in der Stadt.

Susan Schubert (24), Frauenfeld
Der Lärm auf der Strasse – vor allem aber das Tram. Hier am Stauffacher, wo
ich arbeite, fahren sie ja praktisch nonstop, und es ist wirklich laut. Es nervt einfach, wenn man sein eigenes Wort nicht versteht.