Ohne Führerausweis

01. Juni 2011 08:00; Akt: 31.05.2011 23:29 Print

Im Vollrausch Blutkonserven geliefert

von Attila Szenogrady - Ein Klotener Kurier eines Medizinal-Unternehmens hat mit einem Firmenfahrzeug über Jahre hinweg Blutkonserven ausgeliefert. Jeweils ohne Führerausweis und ein Mal mit über zwei Promille Alkohol im Blut.

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Es war am 27. März 2010, als ein langjähriger Fahrer der Firma Medica den Feierabend auf seine Weise genoss. Er trank in einem Restaurant in Zürich-Affoltern drei grosse Weissbiere und vier Schnäpse der Marke Williams. Danach setzte er sich in sein Firmenfahrzeug und fuhr in Richtung Kloten. Kurz vor seiner Wohngemeinde geriet er prompt in eine Polizeikontrolle. Eine Blutprobe brachte für den Berufschauffeur ein reichlich ernüchterndes Ergebnis. So war er mit mindestens zwei Promille Alkohol im Blut herumgefahren. Doch damit nicht genug. Der heute 52-jährige Kurierfahrer verfügte nicht einmal über einen Führerausweis.

Jahrelang illegal herumgefahren

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat brachten Erstaunliches ans Tageslicht: So war der Kurier für Blutkonserventransporte gleich jahrelang ohne gültiges „Billet“ und damit illegal herumgefahren. Fast täglich und im ganzen Kanton Zürich.

Am Dienstag stand der Kurier aus Kloten vor dem Bezirksgericht Zürich und gab ihm Rahmen eines abgekürzten Verfahrens alles zu. Der bereits vorbestrafte Blaufahrer akzeptierte auch eine hohe Geldstrafe von 330 Tagessätzen zu 40 Franken. 160 Tagessätze davon, also 6 400 Franken soll er bezahlen. Der Rest von 170 Tagessätzen wurde zur Bewährung ausgesetzt. Bei einer langen Probezeit von vier Jahren.

Da weder ein Plädoyer des Verteidigers noch eine richterliche Befragung stattfanden, blieben einige wichtige Fragen offen. So ist unklar, wie es möglich war, dass die Medizinal-Firma den Beschuldigten ohne gültigen Führerausweis als Chauffeur anstellen konnte. Fest steht, dass dem Angeklagten die fraglichen Papiere vom Strassenverkehrsamt bereits im Juni 2004 auf unbestimmte Zeit entzogen worden waren.