Verbrechen

22. März 2011 12:31; Akt: 22.03.2011 16:27 Print

Immer mehr Kriminelle im Internet

Die Kriminalität im Kanton Zürich ist auf einem Zehn-Jahres-Tiefststand. Allerdings nimmt die Internetkriminalität rasch zu.

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Ein A4-Papierstapel von über 3500 Kilometern: Soviel ergäbe die Datenmenge, welche die Zürcher Kantonspolizei 2010 im Zusammenhang mit Internetkriminalität sichergestellt hat. Abgesehen davon war die Kriminalität im Kanton auf einem 10-Jahres-Tiefststand.

Eine Datenmenge von 180 Terabytes sei beschlagnahmt worden, sagte Christiane Lentjes Meili, Chefin der kantonalen Kriminalpolizei, am Dienstag vor den Medien bei der Präsentation der Zürcher Kriminalstatistik (KRISTA) 2010. Das sei die Menge, die auf 182 857 143 A-4-Blättern Platz habe.

Heute hängen laut Lentjes fast alle Arten Kriminalität irgendwie mit dem Internet zusammen. Sei es, dass die Straftaten direkt im Netz erfolgen, wie etwa Internet-Pornografie, sei es, dass sie im Netz Spuren hinterlassen, wie etwa Absprachen unter Tätern.

Jugendkriminalität rückläufig

Insgesamt aber sind die Zürcher Polizeibehörden mit der Kriminalitätsentwicklung zufrieden. 126'712 Straftaten wurden im vergangenen Jahr im Kanton registriert. Das waren 7,4% weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl ist die tiefste seit 2001, wie Sicherheitsdirektor Hans Hollenstein (CVP) sagte. Dies sei «eine ganz erfreuliche Nachricht».

Auch die Anzahl beschuldigter Jugendlicher lag im letzten Jahr mit 3597 (-15%) auf einem Zehn-Jahres-Tiefststand. Die Zahlen von Straftaten Jugendlicher gingen laut Statistik bei den meisten Deliktarten zurück. Allerdings wurden 7 versuchte und vollendeten Tötungsdelikte verzeichnet - 4 mehr als 2009. Die Zahl schwerer Körperverletzungen stieg von 37 auf 52.

Gefährliche Wochenend-Nächte

Stark zugenommen haben gerade bei den Jugendlichen auch Gewalt und Drohung gegen Beamte. Dabei gehe es keineswegs nur um Polizisten, sagte Jürg Zingg von der Zürcher Stadtpolizei. Immer häufiger würden auch Feuerwehrleute und Sanitäter aggressiv bei der Arbeit behindert - eine direkte Folge der 24-Stunden-Gesellschaft.

Diese Aggressionen gehören laut Zingg zu den - zahlenmässig zunehmenden - so genannten Nachtstadtdelikten, wie auch etwa Sachbeschädigungen, Tätlichkeiten, Körperverletzungen, Lärm und dergleichen. Am häufigsten sind sie bezeichnenderweise an Samstagen und Sonntagen zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens.

Bei jedem zweiten Verstoss gegen das Strafgesetzbuch war laut KRISTA ein Ausländer oder eine Ausländerin tatverdächtig (-1%). Von ihnen hatten 31% eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung, 4% hatten Asylstatus und 15% waren nur temporär hier - viele von ihnen waren Kriminaltouristen. Bei den Betäubungsmittel-Delikten machten die Ausländer 64,3% aus.

Jede dritte Straftat aufgeklärt

Annähernd jede dritte Straftat im Kanton (31,4%) wurde aufgeklärt. Die Aufklärungsquote lag damit um knapp 8% über dem gesamtschweizerischen Schnitt.

Häufig sei die Aufklärung dank der Auswertung von DNA-Analysen gelungen, sagte Kripo-Chefin Lentjes. Nicht selten gehe es zuerst um ein Bagatelldelikt - die DNA-Informationen führten dann zu schweren Delikten oder Deliktserien.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • prof. math. am 22.03.2011 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    gerechnet

    wenn angenommen wird ein blatt hat 0.2 mm ergäben dies nach meiner rechnung 36 km und nicht 3600 km. normalerweise hat ein blatt mit 80g/m2 aber nur eine dicke von 0.1 mm was dann eine höhe von 18 km ergäbe.

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  • hugo am 22.03.2011 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    schweiz - ein sicheres land!

    da sieht man mal wieder, dass die hetzjagt der SVP gegen kriminelle überhaupt nicht begründet ist... schade, fallen so viele wähler darauf hinein

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  • Bruno Hodel am 22.03.2011 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Welche Zahlen belegen Ihren Artikel?

    Welche Zahlen Belegen denn Ihre reisserische Überschrift? Und welchen Anteil gemessen an allen Delikten machen Internetdelikte tatsächlich aus? Wieso werden hier keine Fakten genannt (dass 180 Terabyte einen grossen Papierstapel ergeben, kann sich jeder Laie innerhalb von 20 Sekunden ausrechnen)? Man könnte genau so sagen, dass heutzutage alle Fälle mit dem Handy zusammenhängen, weil sie entweder via Handy begangen werden (Kinderpornografie) oder mit dem Handy abgesprochen. Wieder einmal eine journalistische Meisterleistung von 20min.ch, die Agenturmeldung 1:1 zu übernehmen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • hugo am 22.03.2011 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    schweiz - ein sicheres land!

    da sieht man mal wieder, dass die hetzjagt der SVP gegen kriminelle überhaupt nicht begründet ist... schade, fallen so viele wähler darauf hinein

    • Huugoo am 24.03.2011 08:59 Report Diesen Beitrag melden

      Was hat das mit hetzjagt zu tun??

      Schon mal daran gedacht, dass dank der SVP die Zahlen gesunken sind?? Oder noch weiter sinken könnten??

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  • prof. math. am 22.03.2011 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    gerechnet

    wenn angenommen wird ein blatt hat 0.2 mm ergäben dies nach meiner rechnung 36 km und nicht 3600 km. normalerweise hat ein blatt mit 80g/m2 aber nur eine dicke von 0.1 mm was dann eine höhe von 18 km ergäbe.

    • roofies wanted. am 22.03.2011 19:51 Report Diesen Beitrag melden

      Ergänzung.

      Ein Blatt mit 80g/m2 kann auch eine dicke von 1 cm haben. Das Gewicht hat nichts mit dem Volumen & der Dicke zu tun. Liebe Grüsse

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  • Bruno Hodel am 22.03.2011 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Welche Zahlen belegen Ihren Artikel?

    Welche Zahlen Belegen denn Ihre reisserische Überschrift? Und welchen Anteil gemessen an allen Delikten machen Internetdelikte tatsächlich aus? Wieso werden hier keine Fakten genannt (dass 180 Terabyte einen grossen Papierstapel ergeben, kann sich jeder Laie innerhalb von 20 Sekunden ausrechnen)? Man könnte genau so sagen, dass heutzutage alle Fälle mit dem Handy zusammenhängen, weil sie entweder via Handy begangen werden (Kinderpornografie) oder mit dem Handy abgesprochen. Wieder einmal eine journalistische Meisterleistung von 20min.ch, die Agenturmeldung 1:1 zu übernehmen.