Zürich-Seefeld

14. Juli 2014 07:50; Akt: 14.07.2014 12:46 Print

Immobilienkönig verkaufte Häuser für 273 Mio Fr

Immobilienunternehmer Urs Ledermann verkaufte im Seefeld-Quartier Häuser an die Swiss Life. Das spült fast 20 Millionen Franken Steuern in die angeschlagene Kasse der Stadt.

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Urs Ledermann gilt als der Immobilienkönig im Zürcher Nobelquartier Seefeld. Im März hat er 28 seiner Häuser an Swiss Life verkauft. Bisher schwiegen sich die beiden Parteien über den Preis aus. Nun ist aber im Handelsregister der Kaufvertrag einsehbar, der das Geheimnis lüftet: Die 28 Häuser, welche die Urs Ledermann AG (Liag) an die Versicherung abtrat, wurden zu einem Gesamtwert von 272,8 Millionen Franken verkauft.

So viel Geld bekam Ledermann aber nicht. Abzüglich der Hypotheken, welche die Lebensversicherung übernahm, zahlte sie knapp 120 Millionen Franken. Zudem muss er Grundstückgewinnsteuer zahlen, die einen Teil des Reingewinns dem Staat zuführt. In diesem Fall erhält die Stadt Zürich, wo fast alle der ­Häuser stehen, 19,6 Millionen Franken. Zollikon bekommt 475'000, Wallisellen 515'000 und Thalwil 930'000 Franken. In diesen Gemeinden liegen je ein oder zwei Häuser aus dem Portfolio.

Laut dem «Tages-Anzeiger» verkaufte Ledermann die 28 Häuser etwa für 100 Millionen mehr, als er einst dafür bezahlt hatte. Alle Abgaben, Schulden und Hypotheken abgezogen, bekommt die Liag für ihre 28 Häuser knapp 90 Millionen.

Verkauf wegen Geldsorgen?

Quartierkenner vermuten, dass Ledermann die Häuser verkaufte, weil er wegen aufwendiger Projekte wie dem Kino-Razzia-Umbau Geld benötigte. Seine Firma bestreitet dies. Man habe verkauft, um weiter wachsen zu können, hiess es letzten März. In früheren Interviews hatte Ledermann aber betont, dass er alle seine Häuser behalten will.

Insgesamt erwarb die Swiss Life 260 Wohnungen und 20 Geschäftsräume. Die meisten verkauften Häuser liegen im Seefeld, fünf alleine an der Säntisstrasse. Oft sind es Altbauten, die Ledermann nach dem Kauf sanierte. Zum Paket gehören aber auch zwei seiner Prestige-Neubauten: das Wildbachgut und das Münchhaldeneck.

Der Deal bringt Linderung für die angeschlagenen Stadtfinanzen. Grundsteuergewinne in dieser Höhe kämen selten vor, sagt Bruno Fässler, Direktor des Stadtzürcher Steueramtes. Die Einnahmen durch Hausverkäufe sind in den letzten Jahren dank des Immobilienbooms aber konstant gestiegen. 2013 bekam die Stadt 243,3 Millionen – so viel wie noch nie. Budgetiert gewesen waren 170 Millionen Franken.

Damit gleichen die Immobiliengeschäfte einen Teil der Steuerrückgänge aus, welche die Finanzkrise ausgelöst hatte. Fässler vermutet, dass die Grundsteuern auch in den nächsten Jahren überdurchschnittlich hoch ausfallen. Man bearbeite viele hängige Fälle, der Immobilienhandel bleibe rege.

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zürcher am 14.07.2014 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Hat nicht Frau Aeppli ...

    im Seefeld einige Wohnungen für mehrere Millionen gekauft? Frau Aeppli ist übrigens bei der SP und predigt immer billigeren Wohnraum .....! Ihr wisst schon - Wein .... Wasser .....!

  • Simi am 14.07.2014 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hafenkrahn

    Juhuu damit kann die stadt zürich ca. 100 hafenkrähne kaufen!

  • Benjamin am 14.07.2014 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alles Gold was glänzt.

    Und die Kehrseite der Medaille? Angestammte Mieter, die seit vielen Jahren in den Wohnungen gelebt haben, können sich die Miete nicht mehr leisten. Zitat Herr Ledermann: Die können schon, die wollen nur nicht!"

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ttz am 14.07.2014 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    PK

    Die PK haben alle zuviel von unserem Geld. Und kaufen nur an bester und teuerster Lage, unglaublich überrissene hohe Preise und treiben so die Preise in ungeahnte Höhen. Und das schon lange und überall. Aber ist ja so einfach mit unserem Geld, das kommt ja von selbst und die Rente wird, mit Gutheissen der ganzen Politiker in den VR der PK, immer weniger.

  • büezer am 14.07.2014 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so was liesst man gerne, wen...

    zahlt der gute herr prozentual auch so viele steuern wie wir normal büezer????

  • branchr branchr am 14.07.2014 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Reine Profitgier!

    alle wollen nur eines: Profit machen auf Kosten der sozial schwachen, welche die neuen sanierten Wohnungen nicht mehr zahlen können. Einfach nur Pfui, auch von der Stadt Zürich, welche sich nur auf die "hohle Hand machen" freut, statt ihre "Mittelschicht und sozial schwächeren" von diesem Machenschaften zu schützen.

    • Hans Huber am 14.07.2014 19:17 Report Diesen Beitrag melden

      Rettet den Mittelstand

      Es gibt in der Stadt Zürich genügend gemeinnützige Wohnungen. Angst um sozial Schwache muss man sich hier nicht machen. Eher um den Mittelstand, der das alles bezahlen darf was die Stadtregierung an Subventionen und Hilfsmitteln ausschüttet und noch plant.

    einklappen einklappen
  • Bender am 14.07.2014 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit Stadthaien

    Ich wünsche mir eine Stadt Zürich, ohne solche Imobilienhaie, welche ganze Stadtteile zerstören, indem sie ihnen jeglichen Charme entziehen und daraus anonyme, überbezahlte Goldkäfige, für unpersönliche "Zuvielverdiener" erschaffen.

  • Babs am 14.07.2014 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Häuserverkauf

    Monopoli pur