Zürich

03. Mai 2012 07:52; Akt: 03.05.2012 00:39 Print

In-Club spontan ausgeraubt

von Attila Szenogrady - Um Schulden für rund 500 Franken zu begleichen, hat ein Lette den Zürcher In-Club «Supermarket» überfallen und über 65000 Franken erbeutet. Am Mittwoch erhielt der geständige Täter eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten. Ein Jahr davon unbedingt.

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Es war am 24. April 2011, als die beiden Geschäftsführer des Zürcher In-Clubs Supermarket an der Geroldstrasse mitten am Vormittag von zwei Einbrechern überrascht wurden. Die beiden maskierten Besucher drangen mit Imitationswaffen in die Räumlichkeiten ein und bedrohten die beiden Geschädigten nacheinander mit den täuschend echt erscheinenden Pistolen.

Opfer gefesselt und geschlagen

Danach gingen die beiden Gangster recht brutal vor. Sie fesselten die Geschädigten, schlugen sie wiederholt und pressten ihnen den Code für den Tresor ab. Danach entnahmen sie über 65 000 Franken aus dem Stahlschrank, beschädigten die Videoüberwachungsanlage und setzten sich mit dem erbeuteten Geld und einem Mobiltelefon vom Tatort ab.

Tatmotiv: Schulden begleichen

Die Ermittlungen der Polizei führten zu einem Teilerfolg. So konnte sie am 8. Juni 2011 mit einem heute 25-jährigen Letten einen der Täter festnehmen. Allerdings fehlt vom zweiten Mann sowie der Beute bis heute jegliche Spur.

Gestern musste sich der erwischte Beschuldigte am Bezirksgericht Zürich wegen Raubes verantworten. Er gab die Tat grundsätzlich zu, bestritt aber ein brutales Vorgehen. Er gab Schulden als Tatmotiv an. So habe er einem Kollegen zwischen 400 Franken und 600 Franken geschuldet. Als dieser ihm vorgeschlagen habe, zwecks Schuldentilgung einen Raubüberfall im «Supermarket» zu begehen, habe er spontan zugestimmt, gab er an.

Teilbedingte Freiheitsstrafe

Während die Staatsanwaltschaft infolge eines erheblichen Verschuldens eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 36 Monaten, 15 Monate davon unbedingt, verlangte, forderte die Verteidigung 24 Monate bedingt.

Das Gericht legte schliesslich 30 Monate teilbedingt fest. Zwölf Monate davon soll der Balte verbüssen. Wobei er bereits 329 Tage im Gefängnis abgesessen hat. Es hielt dem Letten nicht nur sein Geständnis zugute. Die Vorsitzende führte aus, dass der Mann spontan in den Raubüberfall hineingerutscht sei. Der Coup sei nicht von langer Hand geplant gewesen.