Weltkongress

14. Juli 2014 10:37; Akt: 15.07.2014 11:30 Print

In Zürich treffen sich 250 Schädlingsforscher

Schädlingsbekämpfer aus aller Welt tagen ab Sonntag in Zürich. In der Schweiz wird in diesem Bereich nicht geforscht, obwohl Bettwanzen und Buschmücken auf dem Vormarsch sind.

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Ein Rekord: 77 Bettwanzen-Fälle wurden der Stadtzürcher Schädlingsbekämpfungs-Stelle letztes Jahr gemeldet. «Die Dunkelziffer dürfte noch viel höher sein», sagt Leiterin Gabi Müller. Noch vor dem Jahr 2006 waren es stets nur um die zehn Fälle gewesen. Damit nicht genug, breiten sich in der Schweiz Tiger- und Buschmücken aus, die das Denguefieber übertragen können. «Noch besteht die Gefahr der Ansteckung nicht, aber man muss wachsam bleiben», sagt Müller.

Worauf genau man achten soll, das besprechen 250 Schädlingsbekämpfungs-Forscher aus der ganzen Welt unter anderem ab Sonntag in Zürich. Vom 20. bis am 23. Juli findet in der Universität die achte Ausgabe der International Conference on Urban Pests statt, die alle drei Jahren auf einem anderen Kontinent gastiert. Müller freut sich sehr, dass die «führende Veranstaltung auf diesem Gebiet endlich in die Schweiz kommt». Denn gewöhnlich müssen sie und ihre Kollegen ins Ausland reisen, wenn sie sich weiterbilden wollen: «Hierzulande wird in unserem Bereich leider nicht geforscht.»

Schädlinge sind gegen Bekämpfungsmittel resistent

Das bedeutet laut Müller aber nicht, dass die Zürcher Schädlingsbekämpfer nicht auf dem neusten Stand sind. Froh um Tipps von den Experten sind sie trotzdem: «Etwa, weil viele Schädlinge wie Bettwanzen oder Tropenmücken mittlerweile gegen Bekämpfungsmittel resistent sind.»

Bei einigen Themen, die am viertägigen Kongress besprochen werden, können sich die Zürcher hingegen zurücklehnen. So referiert eine Forscherin darüber, wie Australien mit seiner Reh- und Hirschplage umgeht. «Das gibt es bei uns glücklicherweise nicht», so Müller. Auch leide Zürich im Gegensatz zu anderen Städten wie New York oder Berlin nicht unter einer Ratteninvasion: «Unsere Mitarbeiter legen sofort Köder aus, wenn wir Spuren von diesen Tieren entdecken.»

(som)

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