Ursache noch unklar

27. April 2016 14:05; Akt: 28.04.2016 08:44 Print

In der Zürcher City fiel eine Stunde lang der Strom aus

Menschen sassen im Dunkeln, Kassen streikten, Trams blieben stehen: In der Zürcher Bahnhofstrasse und im Niederdorf ging am Mittwochmittag plötzlich gar nichts mehr.

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Ein Stromausfall hat am Mittwochnachmittag zu einem Chaos in der Zürcher City geführt. Die Polizei mussten den Verkehr von Hand regeln. Die Polizei patrouillierte auf der Bahnhofstrasse... ...während in den meisten Geschäften alles dunkel war. ...so beispielsweise im Jelmoli. ...die Auslagen waren für einmal schlecht ausgeleuchtet. Dunkle Schaufenster auch bei Bucherer. Klare Ansage. Im Coop City St. Annahof konnte niemand mehr rein. «Auf einmal war alles dunkel - ich dachte, was ist jetzt los?», sagt M. Gonzalez Pardo, die im St. Annahof beim Käse und Brot im Untergeschoss arbeitet. «Ich habe dann aufgeräumt, bis der Strom wieder da war.» Bei Schild konnten die Kunden trotz Stromausfall reinkommen und einkaufen. «Wir haben genug Personal auf allen Stockwerken, falls plötzlich Diebe auftauchen sollten», sagt Abteilungsleiter Umut Kaya. Allerdings konnte man nur mit Bargeld zahlen. Das Blackout betraf auch das Niederdorf. Nur im PKZ und Globus brannte noch Licht. Hier funktioniert der Notstrom offensichtlich. Diese beiden Jungs blieben im Lift stecken. Gut, wenn man das Handy dabei hat. Die Trams kamen nicht mehr vorwärts und standen still wie hier am Paradeplatz. Weil die Trams nicht fahren konnten, hatten Auskunftspersonen der VBZ alle Hände voll zu tun. Auch die Feuerwehr musste ausrücken. Um 14.40 Uhr war der Spuk vorbei - zur Freude von Buni Imeri (links) und Liridon Sulejmani von Big Boyz: «Wir konnten rund 50 Minuten lang keine Kunden bedienen - das bedeutet weniger Umsatz.» Einen so langen Stromausfall hatten die beiden hier noch nie erlebt. «Das kennen wir nur aus unserer Heimat Kosovo», schieben die beiden schmunzelnd nach. Auch bei Apple brummte das Geschäft wieder - allerdings mussten sich die Kunden mit dem Einlass gedulden. Auch Severin Vonwiller (39) aus Zürich musste etwas warten vor dem Apple-Shop. Dies machte ihm aber nicht viel aus: «Ich habe habe heute frei und bin deshalb ganz entspannt. Blöde ist es aber sicher für Kunden, die zurück zur Arbeit müssen.» Ksenija Ilic (15) aus Schaffhausen lässt sich den Shopping-Nachmittag mit ihrer Freundin nicht verderben. Die beiden waren im Tram, als kurz vor dem Bellevue nichts mehr ging: «Wir sind dann ausgestiegen. Zum Glück waren rund ums Bellevue die Shops offen.» Als sie dann wieder zur Bahnhofstrasse zurück kamen, war das Licht wieder an: «Jetzt kann es ja weitergehen.»

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Am Ende dauerte der Stromausfall weniger als eine Stunde: Gemäss der Netzleitstelle des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (ewz) bestand die Störung während exakt 56 Minuten. Doch die Hektik, welche der kurze Ausfall auslöste, war gross.

Wie das ewz über Twitter mitteilte, wurden seine Mitarbeiter von der Stadtpolizei mit Blaulicht zum Unterwerk gebracht, in dem sich zwei Hochspannungstransformatoren um 13.49 Uhr ausgeschaltet hatten.

Denn betroffen waren weite und wichtige Teil der Innenstadt. Gemäss EWZ-Sprecher Harry Graf fiel der Strom im Gebiet zwischen Limmat und Schanzengraben sowie in verschiedenen Teilen von Wiedikon aus. Die Netzleitstelle geht gemäss ersten Erkenntnissen von 1400 Gebäuden und 5300 Stromkunden aus, bei denen die Lichter ausgingen, die Lifte steckenblieben oder das WLAN ausstieg.

So blieben die meisten Geschäfte und Restaurants beispielsweise an der Bahnhofstrasse während knapp einer Stunde im Dunkeln. Sogar die grossen Warenhäuser Jelmoli und Coop City St. Annahof waren vorübergehend geschlossen. Dies nicht zuletzt weil Eingangstüren und Kassensysteme nicht funktionierten.

«Auf einmal war alles dunkel - ich dachte, was ist jetzt los?», sagt M. Gonzalez Pardo, die im St. Annahof beim Käse und Brot in der Lebensmittelabteilung im Untergeschoss arbeitet. «Ich habe dann aufgeräumt, bis der Strom wieder da war.»

Nur noch Barzahlung möglich

Bei Schild Mode konnten die Kunden trotz Stromausfall einkaufen. «Wir haben genug Personal auf allen Stockwerken, falls plötzlich Diebe auftauchen sollten», sagt Abteilungsleiter Umut Kaya. Allerdings konnte man nur mit Bargeld zahlen.

Nicht nur die Läden hatten Probleme: Verschiedene Trams blieben stecken - gemäss einer Mitteilung der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) mussten elf Tramlinien umgeleitet werden.

Auch die Verkehrsampeln funktionierten nicht mehr. Die Polizei musste den Verkehr von Hand regeln. Zudem patrouillierte sie mit Einsatzfahrzeugen auf der Bahnhofstrasse.

Auch am «Digital Economic Forum DEF», bei dem es um die Digitalisierung geht, fielen die Lichter aus. Ein Teilnehmer twitterte von der Veranstaltung: «Gedankenanstoss zur Abhängigkeit von Technik».

Die SBB sei vom Stromausfall nicht betroffen, sagt SBB-Sprecher Reto Schärli auf Anfrage von 20 Minuten. «Wir nutzen ein anderes Stromnetz.»

Um 14.45 Uhr war der Strom wieder da. Die Ursache, die zum Stromausfall führte, ist noch nicht bekannt. Die EWZ-Mitarbeiter nehmen die entsprechenden Abklärungen vor.

(pat/rom/som/rad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gipfelibüger am 27.04.2016 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aussagekräftig

    Wow. Der kürzeste Artikel der Menschheit :D

  • W. Meier am 27.04.2016 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist bei uns noch nie passiert!!!!!

    Eine riesen Schlagzeile, die armen Zürcher, wo kann ich spenden?

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  • Sean am 27.04.2016 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inhalts reich

    Super Artikel, danke für die Infos.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • karma am 30.04.2016 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luxus

    Er hätte 12 Minuten zu Fuss gehen müssen, was sehr unangenehm sei? Echt jetzt?

  • karin am 28.04.2016 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luxus sei dank

    Schade das der Strom nicht noch ein wenig länger wegg blieb. jetzt wäre wieder mal Zeit zum nachdenken , dass nicht alles selbst verständlich ist , und wir im Luxus leben dürfen. das ist nicht überall selbst verständlich

    • Us Länder am 28.04.2016 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @karin

      Danke :) Bin froh gibt es menschen die noch normal denken und nicht alles als selbstverständlich sehen.

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  • Martial Kohler am 28.04.2016 00:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Gelegenheit !

    Für die Läden, eine wahre Freude für Diebe. Man nehme...

  • Roger B. am 27.04.2016 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stromausfall Telecomnetze

    Und die Swisscom will Ende 2017 das stabile Teleconnetz ausser Betrieb nehmen!!

  • Melanie am 27.04.2016 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Restaurant

    Klar ist es nicht das schlimmste und in andere ländern passiert das öfters. Ich arbeite in der gastro und wir haben gekühlte produkte auch roher fisch und fleisch aber auch die tiefkühlsachen. Wenn der stromausfall länger gedauerte hätte,müssten wir all die sachen wegschmeissen. Wäre ja auch schade.