Hohe Geldstrafe

05. Januar 2016 20:14; Akt: 05.01.2016 20:17 Print

Jägerin lässt ihren Hund einen Fuchs totbeissen

Eine Jagdpächterin sollte einen angefahrenen Fuchs erschiessen. Stattdessen liess sie ihren Hund das Tier töten. Dafür wurde sie nun verurteilt.

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Das Zürcher Obergericht verurteilte die Frau zu einer bedingten Geldstrafe. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Die Vorwürfe der Anklage gehen auf den 26. August 2014 zurück. Damals stiess ein Beamter des Landschaftsamtes im Bezirk Uster in den frühen Morgenstunden zufällig auf einen angefahrenen Fuchs.

Der Beamte schaltete sogleich die zuständige Jagdpächterin ein. Diese erschien kurz darauf am Fundort. Sie war nicht nur mit einer Schrotflinte bewaffnet, sondern hatte auch ihre Schweisshündin dabei.

Die Staatsanwaltschaft See/Oberland ging davon aus, dass der schwer verletzte Fuchs nicht mehr hätte fliehen können. Dennoch verzichtete die Jagdpächterin auf den Abschuss des Tieres.

Stattdessen liess sie ihre Hündin auf das Wildtier los. Laut Anklage, um die Ausbildung ihres Vierbeiners zu prüfen und dessen Wildschärfe zu trainieren. Die Hündin verbiss sich in den Fuchs, und dieser verendete qualvoll.

«Grauenhafte Schreie»

Laut dem Veterinäramt erklärte der Beamte später, dass er durch die grauenhaften Schreie des Fuchses so schockiert gewesen sei, dass er Anzeige erstattet habe.

Die Jagdpächterin wurde im vergangenen Mai vom Bezirksgericht Uster wegen Vergehens sowie Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 460 Franken sowie 500 Franken Busse verurteilt. «Die Beschuldigte wählte durch den Einsatz des Hundes nicht wie vorgeschrieben das mildeste Mittel, um das Tier zu töten», befand das Landgericht.

Unschuld erneut beteuert

Die Frau legte Berufung ein. Sie beteuerte vor dem Zürcher Obergericht erneut ihre Unschuld. «Ich würde wieder so handeln», führte sie aus. Es sei zum Schiessen zu gefährlich gewesen - vor allem mit Schrotkugeln, die zu unberechenbaren Abprallern geführt hätten. Zudem zeigte sie sich weiterhin überzeugt, dass der Fuchs fluchtfähig gewesen sei.

Ihr Verteidiger ging ebenfalls von einem zulässigen Hilfsmittel zur Tötung des Fuchses aus. Es wäre unverantwortlich gewesen, das Schrotgewehr einzusetzen, plädierte er.

Die Rechtsvertreterin des Veterinäramtes hingegen warf der Beschuldigten vor, nicht die erforderliche Ausrüstung mitgenommen zu haben. Sie forderte eine Straferhöhung auf 120 Tagessätze sowie 1000 Franken Busse.

Das Obergericht folgte in grossen Teilen dem erstinstanzlichen Entscheid aus Uster. Es verurteilte die Jagdpächterin wegen Vergehens gegen das Tierschutzgesetz zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 460 Franken. Zudem muss die über 50-jährige Schweizerin sämtliche bisher aufgelaufenen Gerichtskosten von 5500 Franken tragen.

Nicht absichtlich gequält

«Man hätte schiessen müssen», führte der Gerichtsvorsitzende aus. Gerade in solchen Fällen sei der Einsatz von Faustfeuerwaffen zugelassen. Die Beschuldigte habe dagegen mit ihrer Hündin das falsche Mittel gewählt. Er attestierte ihr jedoch, dass sie den Fuchs weder vorsätzlich noch mutwillig gequält habe.

Die Oberrichter kamen in einem Nebenpunkt gar zu einem Teilfreispruch und verzichteten deshalb auf eine zusätzliche Busse. Es sei nicht erwiesen, dass die Frau ihre Hündin auf ihre Schärfe hin habe prüfen wollen.

(att/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cellinski am 05.01.2016 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heger und Pfleger

    Ja wie war das doch nochmals; Jäger sind Heger und Pfleger. Das hat wohl nichts mehr damit zu tun, jagen abet bitte mit Achtung dem Tier gegenüber. So wirds gelernt meines Wissens.

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  • doris.ruchti.sen. am 05.01.2016 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein titel

    Ich bin dafür, dass diese Frau nie mehr jagen darf. Und die Geldstrafe wäre dringend nötig.

  • Andrea am 05.01.2016 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Geldstrafe? So ein Mensch gehört hinter Gitter! Was für Qualen musste der arme Fuchs doch erleiden. Ich hoffe, dass diese Person nie mehr jagen darf!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Willi am 07.01.2016 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Okay

    Naja, für mich alles okay, kommt auch nicht so draufan, der Fuchs wurde jedenfalls entdeckt und auch entfernt - von Fachpersonen.

    • `Corinne am 08.01.2016 08:22 Report Diesen Beitrag melden

      Traurige Denkweise

      Das ist wohl nicht dein Ernst, oder?

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  • Sheldona am 07.01.2016 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    kein Titel

    Am einfachsten wäre es, wenn Name und Adresse der Jägerin der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden würde. Dann könnte hier die Natur auch ihren Lauf nehmen.....

    • Pascal am 09.01.2016 13:08 Report Diesen Beitrag melden

      Wer hat angefangen?

      Und die Jagdaufseher und Wildhüter können im Gegenzug die Namen der Automobilisten bekanntgeben, welche Wildtiere angefahren und verletzt haben...! Ach so, dies dann nicht! Offenbar sind diese Personen sind in unserer Gesellschaft unschuldig...

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  • Homo Autikus am 06.01.2016 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Autofahrer...

    Wer mit einem Auto einen Wildschaden verursacht, sollte das Wildtier auf der Stelle von seinen Qualen erlösen müssen. Natürlich Tierschutzkonform.

    • Martial Kohler am 06.01.2016 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sofort melden...

      Nein ganz bestimmt nicht, sondern Polizei oder Jagdaufseher avisieren. Alles andere ist strafbar. Zur Info !!

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  • Glen am 06.01.2016 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na...

    Und? Die Natur hätte es nicht anders gemacht!

    • marie am 06.01.2016 11:27 Report Diesen Beitrag melden

      an glen

      wenn sie mal verletzt herumliegen, wollen sie das dann auch der natur überlassen?

    • Zoe Gers am 06.01.2016 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Glen in dem Fall also

      Wenn Sie verunglücken , werden sie auch ligengelassen ! Schicksal hat's so gewollt !

    • Glen am 06.01.2016 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marie

      Klar, einfach der Natur der Menschen und die zeigt sich in der Regel liebevoll und hilfsbereit! Die Natur der Tiere ist jedoch grausam und brutal, sie haben sich vor 1000 jahren gegenseitig zu tote gebissen und machen es heute noch!

    • marie am 06.01.2016 15:53 Report Diesen Beitrag melden

      an glen

      hmmm...liebevoll und hilfsbereit? Mensch? ich hab da immer mehr bedenken sorry...!!! Wenn man bedenkt wie liebevoll tiere sein können...aber ja, tiere sind ja nicht hoch entwickelt denkt der mensch...

    • Martial Kohler am 06.01.2016 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Das Tier ist ein Lebewesen...

      Ich habe viel lieber mit Tiere zu tun als mit Menschen. Die sind jedenfalls dankbar !

    • Sonia am 07.01.2016 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Glen

      "Klar, einfach der Natur der Menschen und die zeigt sich in der Regel liebevoll und hilfsbereit! Die Natur der Tiere ist jedoch grausam und brutal.." Aha: Menschen liebevoll und Tiere grausam. Ehm, auf welchem Planeten lebst Du?

    • Gertrud am 07.01.2016 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marie

      Muss ich dir Recht geben. Der Mensch ist grausamer als das Tier.

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  • Lu am 06.01.2016 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehts noch

    Einzig logische Konsequenz wäre gewesen, dieser Frau die Jagdlizenz zu nehmen. Geldstrafe und Gefängnis wären sehr wohl angebracht. Sie hat mutwillig ein Tier leiden zugefügt. Sorry aber diese Dame hat keinen gesunden Menschenverstand, und das ihr Handeln falsch war, ist ihr noch nicht mal klar, die würde das ja wieder machen. Das zeigt, die Strafe ist zu milde.