Stadt Zürich

16. August 2017 17:01; Akt: 16.08.2017 18:58 Print

Jeton G.s Vater ist Langstrassen-Schütze

von J. Furer - Beim Schützen von der Ecke Lang-/Badenerstrasse soll es sich um den Vater von Jeton G. handeln, der Hauptverdächtiger in einem Tötungdelikt ist. Beide sitzen in U-Haft.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zwei Schüsse sollen an der Ecke Lang-/Badenerstrasse bei der Forum-Bar in der Nacht auf Sonntag, 16. Juli, gefallen sein. Ein Leser-Reporter berichtete von chaotischen Zuständen. «Wir hatten Angst», sagte er zu 20 Minuten. Zuvor soll es zu einer Auseinandersetzung gekommen sein. Der Täter flüchtete, konnte aber am Tag darauf von der Polizei gefasst werden.

Recherchen von 20 Minuten zeigen nun: Beim mutmasslichen Schützen handelt es sich um den Vater von Jeton G.*. Der Sohn soll am 1. März 2015 auf offener Strasse in Zürich-Affoltern den Türsteher und Hooligan Boris R.* erschossen haben. G. ist geständig, sitzt derzeit in Untersuchungshaft und wartet auf seinen Prozess.

«Senkrecht in den Boden geschossen»

Auch sein Vater sitzt seit seiner Verhaftung in Untersuchungshaft. Offenbar habe er geschossen, weil er einen Streit beenden wollte, bei dem Flaschen geflogen seien. Der Vater von G. habe nicht in die Menge, sondern senkrecht in den Boden geschossen.

Wie der Inhaber der Forum-Bar sagt, seien die Schüsse aber ausserhalb der Liegenschaft abgefeuert worden: «Natürlich gab es dann auch in unserem Lokal Hektik und Leute erschraken, als sie die Schüsse hörten.» Aber: Die Tat habe nichts mit seinem Lokal oder seinen Gästen zu tun. Beim Vorfall wurde niemand verletzt.

Sohn soll als «Intensivtäter» bekannt gewesen sein

Der Fall Jeton G. sorgte 2015 schweizweit für Schlagzeilen. Nicht zuletzt, weil G. bei der Polizei und der Jugendanwaltschaft als «Intensivtäter» bekannt gewesen sein soll. Als Minderjähriger soll er wiederholt vor dem Jugendgericht gestanden sein. Es ging um Raub, Diebstahl und Drohungen.

Für Diskussionen sorgte der Fall auch, weil Jeton G. trotz seines langen Strafregisters Sozialhilfe erhielt. Der mutmassliche Todesschütze von Zürich-Affoltern besass ein Auto der Marke Jaguar, baute illegal Hanf an und bezog für sich und seine Familie in den sechs Jahren vor der Tat insgesamt 200'000 Franken Sozialhilfe.

Die zuständige Staatsanwaltschaft wollte auf Anfrage keine Stellung nehmen.

*Namen der Redaktion bekannt