Embrach ZH

03. April 2019 08:40; Akt: 03.04.2019 08:40 Print

«Da waren Passanten, aber keiner half mir»

Nachdem eine Frau am Bahnhof Embrach ZH zusammengeschlagen wurde, ist sie noch immer im Krankenhaus. Den Krankenwagen musste sie selbst rufen.

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Am Samstagabend kam es am Bahnhof Embrach ZH zu einer Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe von Jugendlichen und einer 38-jährigen Frau. Diese hatte versucht, die Jugendlichen davon abzuhalten, auf einen Selecta-Automaten einzuschlagen. Für die Frau endete der Abend mit Verletzungen im Spital. Bisher hatte sie sich nicht in der Öffentlichkeit geäussert, nun hat sie mit dem «Blick» gesprochen.

Die Frau liegt noch immer im Spital. Dort wurde festgestellt, dass sechs Rippen gebrochen sind, die Lunge angerissen und mit Wasser gefüllt ist und sie zahlreiche Hämatome am Körper hat. Das Wasser musste mit einem Schlauch abgesaugt werden. «Es schmerzt ziemlich. Auch mein blauer Oberschenkel tut weh, ich kann fast nicht richtig liegen», sagt sie zum «Blick».

Niemand habe ihr geholfen

Was die Frau aber vor allem ärgert: «Es hatte einige Passanten, aber keiner half mir. Nicht einmal der Buschauffeur.» Nachdem die Jugendlichen sie ins Gesicht geschlagen und auf die Gleise geworfen hatten, musste die Frau selbst einen Krankenwagen rufen.

Die Jugendlichen hatte zuvor gegenüber der Zeitung behauptet, dass die Frau zuerst aggressiv geworden sei und ihre Mütter beleidigt habe. Ein Kollege habe sie lediglich einmal in die Rippen geboxt, danach sei sie umgekippt. Die Frau selbst widerspricht dem. «Er zeigte keine Gnade, man sah es in seinem Blick.» Nachdem sie bereits einmal zu Boden gegangen und wieder aufgestanden sei, habe ihr Angreifer nochmals zugeschlagen.

Ausserdem habe sie niemandes Mutter beleidigt. Sie findet es aber gut, dass sich die Gruppe Jugendliche selbst bei der Polizei gemeldet hat. «Das war das Mindeste. Jetzt hoffe ich, dass sie etwas daraus lernen. Aber ganz ehrlich – glauben tue ich es nicht.»

(doz)