Zürich

01. Dezember 2008 23:58; Akt: 02.12.2008 09:31 Print

Kampfhunden droht die Einschläferung

von Regina Ryser - Nächstes Jahr sollen Kampfhunde im Kanton verboten sein. Experten schlagen Alarm. Sie befürchten, dass zahlreiche Tiere sterben müssen.

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Er gilt als bester Freund des Menschen: der Hund. Tritt 2009 das Kampfhundeverbot in Kraft, könnte er jedoch für viele zur Last werden. Dann müssen die Halter innerhalb von drei Monaten für ihren Kampfhund eine Bewilligung einholen. Wer dies versäumt, riskiert eine Busse sowie den Entzug des Tieres. «Es gibt leider genügend unseriöse Halter, denen das ganze Prozedere zu mühsam sein wird. Sie lassen ihr Tier lieber einschläfern», ist Verena Ammann, Sprecherin der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft, überzeugt. «Viele schieben ihren Hund wahrscheinlich auch einfach ins Tierheim ab.»

Dies dürfte nach Einschätzung von Kantonstierärztin Regula Vogel schwierig sein: «Vermutlich werden Zürcher Tierheime keine Kampfhunde mehr aufnehmen. Was sollen sie mit den verbotenen Tieren anfangen?» Solche Fragen stellt sich auch Susy Utzinger, Stiftungsratspräsidentin des Tierheims Pfötli: «Kampfhunde können wir praktisch nicht mehr weitervermitteln.» Finanziell leisten könnten sie sich deren Haltung auf Dauer nicht. Hunde einschläfern käme für sie jedenfalls nicht in Frage: «Wir sind kein Hunde-Schlachthaus», empört sich Utzinger. Es sei zwar traurig, aber dem Pfötli bleibe wohl nichts anderes übrig, als Kampfhunde künftig abzulehnen.