Zürich-Hardturm

27. November 2018 05:48; Akt: 27.11.2018 05:48 Print

Wird das Stadion doch noch verhindert?

Die Stadtzürcher Bevölkerung sagte am Sonntag Ja zum Hardturm-Stadion. Trotzdem bleibt der Widerstand gross. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Trotz dem Ja zum Hardturm-Stadion gibt es immer noch viel Widerstand. Wird das Stadion also doch noch verhindert? FCZ-Präsident Ancillo Canepa (l.) und GC-Präsident Stephan Anliker jubeln nach dem Ja zum Fussballstadion im Restaurant Metropol in Zürich. Auch HRS-CEO Martin Kull freut sich, dass fast 54 Prozent der Zürcher für das neue Hardturm-Stadion sind. Blick auf das künftige Hardturm-Areal mit den beiden Hochhäusern. Die HRS Investment AG und Immobilienanlagegefässe der Credit Suisse wollen hier ein neues Stadion und zwei Wohn- und Geschäftshochhäuser realisieren. Das Team hat den Investorenwettbewerb mit dem Projekt Ensemble gewonnen. Die Architekten sind Pool Architekten (ZH), Caruso St John Architects (London) und Boltshauser (ZH). Die beiden Hochhäuser werden 137 Meter hoch ... ... und damit elf Meter höher als der 126 Meter hohe Prime Tower – zurzeit das höchste Gebäude der Stadt. Aber zurück zum Hardturm-Projekt: hier eine Visualisierung von der Pfingstweidstrasse her. Der Platz vor dem Stadion als Begegnungszone. Blick unter die (obere) Tribüne ... ... und ins Stadioninnere. In diesen Häusern werden die Genossenschaftswohnungen realisiert, und zwar von der Allgemeinen Baugenossenschaft (ABZ). So sieht die Stadionbrache heute aus. Im ehemaligen Stadion hängen Ja-Plakate. Gegen das Projekt ist die Stadtzürcher SP. Die beiden Präsidenten Marco Denoth und Liv Mahrer verfolgen sichtlich enttäuscht nach dem Ja am 25. November 2018 die Medienkonferenz. Dafür freuen sich die Stadträte Filippo Leutenegger, André Odermatt, Corine Mauch und Daniel Leupi an diesem Abstimmungssonntag an der Medienkonferenz. Gross ist die Freude auch bei diesen verkleideten GC-Fans. In blauen Ganzkörperanzügen zünden verkleidete GC-Fans Pyros vor der Superleague Fussballpartie zwischen dem Grasshopper Club Zürich und dem FC St. Gallen. Die Wettbewerbsprojekte aller fünf Bieterteams waren vom 13. bis 23. Juli 2016 in den Wettbewerbsräumen des Amts für Hochbauten im Pavillon Werd, Morgartenstrasse 40 in Zürich, ausgestellt. Nun folgen die vier unterlegenen Projekte: Zwei Hochhäuser hatte auch das Projekt Portal Hardturm Team 1, PSP Swiss Property AG mit den Architekten Adrian Streich (ZH), Bob Gysin (ZH) sowie Burkard und Meyer (Baden). Letztere hatten bereits das 2013 abgelehnte Stadion entworfen. Es sieht denn auch bei der Neuauflage ziemlich ähnlich aus. Das Mi-ca-do-Kollektiv (Team 3) begnügte sich mit einem Turm, der dafür 150 Meter hoch geworden wäre. Dahinter stecken die Anlagestiftung Turidomus/Anlagestiftung Adimora vertreten durch Pensimo Management AG mit den Architekten Baumschlager Eberle (ZH), Chabanne (Lyon) und BIG Group aus Dänemark. Weit weniger hoch wäre das Projekt Jalkapallo (Team 4) der Schweizerischen Lebensversicherungsgesellschaft AG geworden. Entworfen hatten dieses die Architekten Theo Hotz Partner (ZH), Burkhalter Sumi (ZH) und Philippe Cabane (BS). Und so hätte dieses Projekt von oben ausgesehen. Schliesslich noch das vierte Projekt, das unterlegen ist. Es heisst Blau Weiss (Team 5) und stammt vom Konsortium Helvetic/Berninvest AG mit den Architekten Huggenbergfries (Limmat-Tower Dietikon), Schwaar + Partner sowie Maier Hess. Im obersten Stockwerk des höchsten Hochhauses war eine Sky-Bar eingezeichnet. Fast so imposant wie die beiden geplanten Hochhäuser beim Zürcher Stadion war der Aufmarsch der Redner anlässlich der Medienkonferenz am 12. Juli 2016, bei der die Stadt das Ergebnis des Investorenwettbewerbs präsentiert hat. Es sprachen Zürichs Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) ... ... Hochbauvorstand André Odermatt (SP) ... ... Stadtrat Gerold Lauber (CVP) als Schul- und Sportvorsteher ... ... Stadtbaumeister Patrick Gmür ... ... GC-Präsident Stephan Anliker ... ... und FCZ-Geschäftsführer Thomas Schönenberger. An der Urne war das vorherige Stadionprojekt am 22. September 2013 gescheitert. Diese Miniausgabe in Tortenform, am selben Tag vor dem Match GC – Thun im Letzigrund präsentiert, konnte das Nein nicht abwenden. Das waren noch Zeiten: Blick ins Hardturm-Stadion während des spektakulären Meisterschaftsfinales gegen Sion am 8. Juni 1991. 3:2 gewannen die Grasshoppers und konnten damit eine Runde vor dem Meisterschaftsende den Pokal entgegennehmen. Sie wurden damit zum 22. Mal Schweizer Meister. Zwei Hochhäuser sind übrigens auch das Markenzeichen des Luzerner Fussballstadions.

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Wann soll das Stadion eröffnet werden?
Stadtpräsidentin Corine Mauch ist nach der Abstimmung am Sonntag zuversichtlich, dass es 2022 eröffnet wird.

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Kann das Projekt nun noch verhindert werden?
Es gibt vor allem aus Höngg Widerstand. Als einziger lehnte der Kreis 10 das Projekt Ensemble ab. Der ehemalige FDP-Gemeinderat Marcel Knörr vom Höngger Komitee «Gegen den Höhenwahn» sagte zum «Tages-Anzeiger», dass die Sache noch nicht vorbei sei. Zudem gibt es Gruppen, die erwägen, gegen den Gestaltungsplan das Referendum zu ergreifen.

Haben sie eine Chance?
Durch Referenden und Rekurse gegen das Bauvorhaben könnte das Projekt im Extremfall zumindest um mehrere Jahre verzögert werden. Die Gegner könnten bis vor Bundesgericht gehen.

Warum ist das Höngger Komitee gegen das Projekt?
Das Komitee kritisiert vor allem die 137 Meter hohen Wohntürme. Gebe es kein Entgegenkommen von den Investoren, werde man wohl alle juristischen Mittel ausschöpfen. Ein Kompromiss mit weniger hohen Häusern wäre möglich, so Knörr. Zum SRF-«Regionaljournal» sagte er, dass es vielleicht die Möglichkeit gebe, drei statt zwei Türme zu bauen. Der Bauherr HRS winkt jedoch da ab.

Kann das Stadion auch ohne Türme gebaut werden?
FCZ-Präsident Ancillo Canepa äusserte diese Idee. Ist das möglich, um den Bau zu beschleunigen? «Nein», heisst es bei HRS: «Das Projekt Ensemble ist als Ganzes zu betrachten; alles gehört zusammen und wird auch auf diese Weise finanziert.»

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mani Motz am 27.11.2018 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Akzeptiert bitte den Volksentscheid

    Zur Demokratie gehört auch das Akzeptieren des Volksentscheids. Das sage ich, als gebürtiger Höngger den Hönggern.

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  • Marcel Frutig am 27.11.2018 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohnraum

    Immer mehr Leute und immer weniger Platz.Die müssen auch irgendwo wohnen und daher halt in die Höhe. Man muss sich dami abfinden. Zudem wird die Limmattalbahn auch gegen den Willen der Bewohner gebaur und mit dem unnötigennTramm in ZH-Affoltern ist rs das Selbe.

  • Ueli Müller am 27.11.2018 07:01 Report Diesen Beitrag melden

    Spannend

    Bestimmt sind das die selben Personen die Bundesbern vorwerfen dass sie den Volkswissen missachten und Abstimmungsresultate nicht akzeptieren und umsetzen! Demokratie heisst auch Abstimmungsresultate zu akzeptieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ElDorado23 am 27.11.2018 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Hooligans als Verhinderer

    Kein Spiel von GC oder FCZ, wo nicht randaliert wird. Wenn das Stadion verhindert wird, könnt ihr euch bei diesen Rabauken bedanken. Oder soll ich es anders sagen? Fussballvereine mit solchen Hooligans verdienen kein Stadion. Punkt.

  • Linsenkopf am 27.11.2018 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Verständnis

    Man sollte das Abstimmungsresultat akzeptieren, so funktioniert Demokratie. Punkt. Gebaut wird so oder so.

    • Einhornjäger am 27.11.2018 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Linsenkopf

      Abstimmung und Baubewiligung sind zwei unterschiedliche Sachen die erstmal nichts miteinander zu tun haben.

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  • Daniel D. am 27.11.2018 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    FIFA STADION

    Die Fifa soll ein reines und sprestige grosses Stadion bauen und realisieren. Mit den Namen: Fifa-Hardturmstadion. Ausgestattet mit den neusten Technologien zur Bekämpfung gegen Randalierer.

  • Poli Te am 27.11.2018 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnfrage

    Man sollte über Projekte abstimmen, die bereits genehmigt sind.

  • Thomi am 27.11.2018 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ja war falsch

    Warum bekommen Chaoten ein neues Stadion. Solang die Fans sich nicht benehmen, sollen sie kein neues Stadion bekommen.