Vorstoss eingereicht

18. März 2019 14:01; Akt: 18.03.2019 14:12 Print

Kantonsrat will, dass 16-Jährige wählen dürfen

Ein grosser Teil des Zürcher Kantonsrates würde es begrüssen, das Stimmrechtsalter auf 16 Jahre zu senken. Eine Initiative wurde am Montag eingereicht.

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Abstimmen und Wählen ab einem Alter von 16 Jahren: Dies fände ein grosser Teil des Zürcher Parlamentes sinnvoll. 77 Kantonsrätinnen und Kantonsräte haben am Montag eine entsprechende Parlamentarische Initiative von GLP und BDP vorläufig unterstützt. 60 Stimmen waren dafür nötig.

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Politische Entscheidungen würden die Jungen naturgemäss am längsten treffen, begründen GLP und BDP ihren Vorstoss. Trotzdem könnten sie bis zu ihrer Volljährigkeit nicht aktiv mitbestimmen. Gleichzeitig nehme die ältere Bevölkerung bei Abstimmungen aufgrund der steigenden Lebenserwartung ein immer grösseres Gewicht ein.

Nur für interessierte Jugendliche

Mit dem Stimmrechtsalter 16 bietet sich nach Ansicht von BDP und GLP die Chance, Jugendliche früher für politische Themen zu begeistern und sie an die Urnen zu locken.

Der Vorstoss fordert konkret, dass sich Jugendliche ab vollendetem 16. Altersjahr im Stimm- und Wahlregister ihrer Wohngemeinde eintragen lassen können. Sie müssten sich also aktiv darum bemühen. So werde sichergestellt, dass nur interessierte Jugendliche die Stimmberechtigung auf kantonaler Ebene erlangen.

Ausser in der GLP und in der BDP stiess das Anliegen zwar nur auf der linken Ratsseite auf Anklang. Die 77 Stimmen, die so zusammenkamen, reichten aber für die vorläufige Unterstützung. Die Bürgerlichen wollen hingegen keine Jugendlichen an der Urne. Die EVP beispielsweise verwies darauf, dass es im Kanton Zürich neu ja ein Jugendparlament gebe.

«Gewisses Alter nötig, um politische Verantwortung zu übernehmen»

Man dürfe auch nicht vergessen, dass mit einer Senkung des Stimmrechtsalters ein 16-Jähriger in eine Exekutive gewählt werden könne, sagte Walter Meier (Uster). «Stellen wir uns vor, ein 16-jähriger Gemeinderat kann ein Millionenbudget verwalten, aber er selber darf privat noch keinen Vertrag unterschreiben.»

Die SVP betonte, dass es ein gewisses Alter brauche, um politische Verantwortung übernehmen zu können. «Diese Grenze ist unserer Meinung nach bei 18 Jahren richtig gesetzt», sagte der 27-jährige Benjamin Fischer (Volketswil). Man dürfe auch nicht vergessen, dass 16-Jährige noch häufig unter dem Einfluss von Lehrern stünden. «Ich habe das selber erlebt im Geschichtsunterricht.» Ab 18 Jahren könne man eigenverantwortliches Handeln aber voraussetzen, zumindest bei den meisten.

Volk müsste entscheiden

Auch wenn der Vorstoss am Montag vorläufig unterstützt wurde: Dass das Stimm- und Wahlrechtsalter im Kanton Zürich tatsächlich auf 16 Jahre gesenkt wird, ist unwahrscheinlich. Oft werden Parlamentarische Initiativen in der zweiten Runde doch noch abgelehnt, weil es dann eine Mehrheit braucht.

Zudem müsste eine Senkung des Stimmrechtsalters auch noch dem Volk vorgelegt werden, weil es sich dabei um eine Änderung der Kantonsverfassung handelt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser51 am 18.03.2019 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Hinterlistige Wähleraquirierung

    Ich dachte mit 16 auch ich verstehe die Welt. Aber die wirkliche Tragweite von Abstimmungen können von den Hormongeplagten Teenagerhirn nicht gefasst werden. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass Schüler und Studenten äusserst Sozialistisch eingestellt sind, und viele eine differenzierte Meinung erst nach ein paar Jahren in der "echten Welt" ausbilden. z.B.Privatwirtschaft. Solange man in einem Schutzverhältnis ist (Schule, Lehre, Uni) versteht man einfach nicht wie grausam die Welt wirklich sein kann und welche zusammenhänge zwischen sich eigentlich offensichtlich fremden Themen bestehen.

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  • Henry Meyer, Zürich am 18.03.2019 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nobodies an die Macht

    Noch nie etwas geleistet - aber subito überall mit- und dreinreden. Da hoffen die SP und die Grünen Wähleranteile zu gewinnen.

  • sichernicht am 18.03.2019 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein!

    Definitiv NEIN! Erst wer Steuern zahlt soll wählen dürfen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tarantel am 18.03.2019 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kleiner Nebenverdienst mit 16

    Mit Sechzehn hätte ich meine Stimme verkauft, weil mich das ganze damals nicht interessiert hatte. Ich hätte mir die Hände gerieben und Danke gesagt!

  • Tarantel am 18.03.2019 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na dann, Prost

    Wenn dann, können wir uns gleich die Kugel geben, oder unser schwer verdientes Geld verbrennen, ne, versaufen wäre in dem Fall vernünftiger. Mit sechzehn war ich extrem Rechtslastig, und habe mir weniger sagen lassen als Heute. Viel Vergnügen, ich war damals gegen Alles gewesen, und ich brauchte nicht, einmal einen Grund. Sechzehn ist definitiv viel zu früh. Ich hätte meine Stimme sehr Wahrscheinlich verkauft, und wenn's nur für ein Bier gewesen wäre.

  • Zürcherin am 18.03.2019 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freude für...

    das freut doch sicherlich die SP und die Grünen. nach der Arena Sendung vom letzten Freitag, kann ich definitiv sagen: Nein

  • Unnutz am 18.03.2019 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    und genau

    mit 16 schon abstimmen aber immer noch vor das Jugendstrafgericht. Langsam läuft das Ganze aus dem Ruder. Immer mehr anrichten aber keine Verantwortung dafür tragen müssen.

  • Rudi Mentär am 18.03.2019 16:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    Stimmenfang, aber ziemlich fragwürdig. Könnte auch nach hinten los gehen, für die Befürworter. Sind nicht alle Jugendliche Sozial und Grün.