Knonau ZH

25. Februar 2011 08:00; Akt: 24.02.2011 23:56 Print

Kantonsschüler rastete nach Matura-Feier aus

von Attila Szenogrady - Ein Maturand der Kantonsschule Limmattal hat nach der Matura-Feier einen 16-jährigen Schüler brutal niedergeschlagen und danach die Polizei an der Nase herumgeführt. Nun wurde der angehende HSG-Student zu einer hohen, bedingten Geldstrafe von 330 Tagessätzen zu 30 Franken verknurrt.

Fehler gesehen?

«Wir waren nach dem grossen Stress der Matura-Prüfungen sehr gereizt», erinnerte sich der heute 19-jährige Ex-Gymnasiast vor dem Bezirksgericht Zürich an den letzten Sommer zurück. Fest steht, dass der Knonauer und mehrere andere Kantonsschüler seiner Klasse die Nacht auf den 2. Juli 2010 in der Umgebung der Zürcher In-Discothek „Indochine“ feuchtfröhlich durchzechten.

Faustschlag ins Gesicht

Es war bereits um zwei Uhr, als die betrunkenen Gymnasiasten auf eine andere Gruppe von Jugendlichen trafen und diese zu provozieren begannen. Plötzlich ging der spätere Angeklagte auf einen 16-jährigen Gegner los und versetzte diesem einen wuchtigen Faustschlag ins Gesicht. Der Geschädigte klappte zusammen und erlitt massive Verletzungen. Unter anderem ein leichtes Schädelhirntrauma und einen Bruch des Oberkiefers. Zudem verlor er einen Zahn.

Der Angeklagte zog sich zunächst in die Disco zurück, wurde aber bald von einigen Zeugen erkannt. Als die Polizei auftauchte, rannte er davon.

Vom besten Freund verraten

Auf der Flucht führte der junge Knonauer die Polizei an der Nase herum. Zuerst versteckte er sich in einem nahen Gebüsch. Als er dort von einem Polizisten entdeckt wurde, lief er weiter und flüchtete in die Gartenwirtschaft eines Restaurants. Diesmal mit Erfolg, da die Fahnder ihre Suche bald aufgeben mussten.

Dennoch sollte der Täter nicht weit kommen. So war es ausgerechnet sein am Tatort anwesender bester Freund, der den Polizeibeamten seine Personalien mitteilte.

Bedingte Freiheitsstrafe verlangt

Am Donnerstag stand der Angeklagte vor dem Bezirksgericht Zürich und musste wegen vorsätzlicher Körperverletzung sowie Hinderung einer Amtshandlung mit einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten rechnen. Der Angeklagte zeigte sich reumütig, versuchte aber seinen Faustschlag zu rechtfertigen. Er habe seinen Freund beschützen wollen, gab er zu Protokoll.

Der Verteidiger sprach von einem Affekt und verlangte für seinen grundsätzlich anständigen Mandanten eine bedingte Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu 40 Franken.

Das Gericht legte zum Schluss eine bedingte Geldstrafe von 330 Tagessätzen zu 30 Franken fest. Zudem soll der angehende Student der Hochschule St. Gallen dem Opfer ein Schmerzensgeld von mindestens 3000 Franken entrichten. Zudem einen Schadenersatz von mindestens 1030 Franken. Der Faustschlag habe das Gericht sehr bedenklich gestimmt, führte der Gerichtsvorsitzende während der Urteilseröffnung aus. Immerhin habe sich der Täter beim Geschädigten inzwischen schriftlich entschuldigt, hielt er dem Angeklagten zugute.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • HSG Alumno am 25.02.2011 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    Schlagende Verbindungen

    Was an einer Matura wohl so stressig ist? Soo daneben ist das Urteil nun auch wieder nicht, wenn auch an der unteren Grenze. Es wäre aber richtig, wen die HSG da Früchtchen ausschliessen würde. Wenn ich mir vorstelle, dass das der künftige Vorgesetzte meiner Kinder sein könnte. Vielleicht kann uns ja "der beste Freund" den Namen nennen. Immerhin hatte er richtig gehandelt.

  • Ruth Frischknecht am 25.02.2011 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Kuschel Kuschel

    und schon wieder Kuschel-Justiz warum nur bedingt, das sollte man hart bestrafen damit die Prüglerei mal ein Ende nimmt

    einklappen einklappen
  • Schweizer am 25.02.2011 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Kuscheljustiz

    Wieso wird von diesem Schläger keine Photo inklusive kompletter Adresse veröffentlicht? Das ist doch wieder Verbrecherschutz par excellense. So einer gehört auch nicht an die HSG wo zukünftige Führungskräfte ausgebildet werden. So einen kann man als Vorgesezten sicher nicht dulden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • HSG Alumno am 25.02.2011 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    Schlagende Verbindungen

    Was an einer Matura wohl so stressig ist? Soo daneben ist das Urteil nun auch wieder nicht, wenn auch an der unteren Grenze. Es wäre aber richtig, wen die HSG da Früchtchen ausschliessen würde. Wenn ich mir vorstelle, dass das der künftige Vorgesetzte meiner Kinder sein könnte. Vielleicht kann uns ja "der beste Freund" den Namen nennen. Immerhin hatte er richtig gehandelt.

  • Freddo am 25.02.2011 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Nun mal nicht übertreiben!

    Es handelt sich hier um einen Faustschlag nach einem Streit und nicht um einen wahllosen Angriff mit anschliessendem halbtot-prügeln, verliert vor lauter Antikuschelhaltung nicht die Tatsachen aus den Augen.

    • Heinrich Zimmermann am 25.02.2011 22:51 Report Diesen Beitrag melden

      Richter oder was?

      mal sehen : "Der Geschädigte klappte zusammen und erlitt massive Verletzungen. Unter anderem ein leichtes Schädelhirntrauma und einen Bruch des Oberkiefers. Zudem verlor er einen Zahn" Sie sind wohl einer der Richter die sich langsam in die Enge getrieben sieht?

    • Schweizer am 26.02.2011 14:57 Report Diesen Beitrag melden

      Frechheit dieses Urteil

      An Freddo, wenn sie eins auf die Schnauze bekommen hätten, würden sie auch so einen Stuss schreiben? Wenn einer auf eine Führungsposition in der Wirtschaft aspiriert (HSG) dann muss er sich in jeder Lage beherrschen können. So einer dieser Maturand, kann höchstens für einen Angestelltenjob gebraucht werden. Das Urteil ist tatsächlich eine Frechheit gegenüber dem Opfer und geht unter Kuscheljustitz und Täterschutz.

    • Sam am 28.02.2011 07:45 Report Diesen Beitrag melden

      Kuschelrichter..

      Papa wirds schon richten. Ausschluss aus der HSG zumindest für mindestens 2 Jahre wäre mehr als angebracht! Was sollen wir mit solchen Leuten in Führungspositionen anfangen!

    • martin am 28.02.2011 12:55 Report Diesen Beitrag melden

      lächerlich...

      schädelhirntrauma, oberkieferbruch, zahn ausgeschlagen und du meinst wir sollen auf dem Teppich bleiben? ich würd mal sagen der täter hatte grad noch glück das sein Faustschlag nicht noch mehr Schaden angerichtet hat

    einklappen einklappen
  • Kim am 25.02.2011 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Das nächste...

    Wie jeden Tag folgt das nächste, lächerliche Urteil der Kuschelrichter...

  • Schweizer am 25.02.2011 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Kuscheljustiz

    Wieso wird von diesem Schläger keine Photo inklusive kompletter Adresse veröffentlicht? Das ist doch wieder Verbrecherschutz par excellense. So einer gehört auch nicht an die HSG wo zukünftige Führungskräfte ausgebildet werden. So einen kann man als Vorgesezten sicher nicht dulden.

  • Peter am 25.02.2011 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Kuscheljustiz zum Kotzen und kein Ende!

    Eine bedingte Strafe......verdammt noch mal, muss eigentlich eine Person totgeschlagen werden, bis hier etwas geschieht? Wie ist doch der Kontrast zum Autofahren, wo man in der Schweiz auch für kleine Übertretungen und wo kein Schaden entstand finaziell gerupft wird.