Zürichsee

24. April 2019 19:31; Akt: 24.04.2019 20:05 Print

Föhnsturm spült Schiffe an Land

Wegen des starken Föhnsturms wurden viele Segelboote ans Ufer des Zürichsees gespült. Auch Schiffsmasten brachen. Ein Katamaran trieb führerlos bei Männedorf.

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Ein Katamaran trieb am späten Mittwochnachmittag auf dem Zürichsee bei Männedorf. Der starke Föhnsturm liess ihn kippen. Die Seepolizei leitete die nötigen Schritte ein. Auch ein Helikopter stand im Einsatz.

«Sobald ein Boot führerlos auf dem See treibt, rücken wir sofort aus», sagt Ralph Hirt auf Anfrage zu 20 Minuten. «Glücklicherweise konnte der Bootsführer von einem anderen Schiff aufgenommen und gerettet werden.» Der Katamaran wurde schliesslich an Land gespült. «Wir konnten die persönlichen Gegenstände des Kapitäns sicherstellen, er kann sie jederzeit bei der Polizei abholen», so Hirt.

Ausserordentlich viele Einsätze der Seepolizei

Auch die Zürcher Wasserschutzpolizei hatte alle Hände voll zu tun. «Wir hatten rund 14 Einsätze wegen des starken Sturms», sagt Reto Baumann von der Zürcher Wasserschutzpolizei.

Dabei handelte es sich vor allem um an Land gespülte oder angetriebene Segelboote, die geborgen werden mussten. «Wir konnten allerdings noch nicht alle Schiffe bergen, zum Teil ist der Einsatz eines Krans notwendig», so Baumann. Wegen des starken Südwestwindes brachen auch diverse Schiffsmasten, Verletzte gab es dabei keine.

Wie Baumann sagt, handelte es sich vor allem um Segelschiffe und teilweise auch Motorboote, die an einer Boje befestigt oder in Hafenanlagen auf dem Zürcher Stadtgebiet standen. «Wir hatten wirklich ausserordentlich viel zu tun wegen des starken Sturm und die Arbeit ist noch längst nicht vorbei.»

Helikoptereinsatz über dem Zürichsee

(Video: Leser-Reporter)

Der Föhn sorgt nicht nur für Chaos auf den Seen

In den Alpen bläst schon die gesamte Woche der Föhn, der am Mittwochnachmittag einen Höhepunkt erreichte. Im Zürcher Unterland gab es Windspitzen zwischen 60 und 75 km/h, wie «MeteoNews» informiert.

Eine aus Frankreich kommende Kaltfront sorgte zunächst zwischen dem Genfersee, dem Jura und vor allem in Ajoia für Regengüsse und Gewitter. Die Schauerzone verlagerte sich später über die Region Bern. Begleitet wurden diese Gewitter von stürmischem Südwestwind, zum Teil gab es Windspitzen von über 100 km/h. Auf den Jurahöhen gibt es bis zur Stunde noch zum Teil schwere Orkanböen.

In der Nacht soll der Wind im Westen rasch nachlassen, so die Prognose von «MeteoNews». Der Föhn zieht sich aus dem Flachland wieder in die Alpen zurück. Dort bläst er bis morgen Abend weiter und erreicht dabei in den Föhntälern Spitzen zwischen 70 und 110 km/h. Wahrscheinlich wird er auch am Donnerstag im Laufe des Tages wieder bis ins Flachland ausgreifen und so erneut für frühsommerliche Temperaturen sorgen.

(bee)