Studie:

10. Dezember 2008 15:39; Akt: 10.12.2008 16:24 Print

Keine Diskriminierung von Muslimen

Die muslimische Bevölkerung im Kanton Zürich ist nicht benachteiligt. Dies zeigt eine am Mittwoch präsentierte Studie, welche das Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich im Auftrag des Regierungsrates erstellt hat.

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Die Studie ist aufgeteilt in die Kapitel «Bildung», «Gesundheit», «Sozialhilfe», «Straf- und Massnahmenvollzug» und «Summarischer Teil» mit Themen wie Bestattungen, Gebetsräume und dergleichen. Den Auftrag zur Studie gab der Regierungsrat, nachdem der Kantonsrat einen solchen Bericht gefordert hatte.

Verbesserungspotenzial orteten die Wissenschaftler im Gesundheitswesen, und zwar namentlich im Hinblick auf die künftige Zunahme der Anzahl betagter Musliminnen und Muslime: In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen könnte deren religiöse Betreuung noch ausgebaut werden.

Nicht überall im Kanton gebe es zudem die Möglichkeit für Muslime, Bestattungen nach ihren Ritualen vorzunehmen. Allerdings lasse sich die grosse Mehrheit der Musliminnen und Muslime der ersten und zweiten Generation in der Heimat bestatten.

Staatliche Leistungen religionsunabhängig

Gemäss Studie erfolgen die staatlichen Leistungen religionsunabhängig. Nicht erstaunlich ist die Beobachtung, dass der Alltag im Kanton Zürich und das öffentliche Leben stark christlich geprägt seien. Dies könne in gewissen Bereichen zu Problemen führen.

Der Bedarf nach Verbesserungen im Bereich Bildung ist laut Studie gering. Allfällige Schwierigkeiten hingen eher mit dem kulturellen Hintergrund als mit religiösen Aspekten zusammen.

Im Straf- und Massnahmenvollzug schliesslich fiel den Autoren auf, dass Gerichte bei muslimischen Tätern weniger häufig Therapien anordnen als bei Nicht-Muslimen. Im Vollzugsalltag zeigten zudem muslimische Insassen grössere Anpassungsschwierigkeiten. Auch hier könnte das Betreuungsangebot durch Imame noch verstärkt werden.

Wie vor den Medien ausgeführt wurde, hat die Zuwanderung von Muslimen seit der Jahrtausendwende abgenommen. In der Volkszählung von 2000 wurden rund 340 000 Muslime in der Schweiz registriert, 66 520 davon im Kanton Zürich. Die meisten von ihnen kamen aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei. Ein Viertel wurde bereits in der Schweiz geboren, 14 Prozent sind Schweizer Bürger.

(sda)