Tumult im Ratssaal in Zürich

16. März 2011 23:37; Akt: 16.03.2011 23:40 Print

Keine Lunch-Checks fürs Personal

Bei der Budgetdebatte im Gemeinderat flogen die Fetzen – Entscheide über das Hardturmprojekt oder Polizeistellen wurden dennoch vertagt.

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Gemeinderat: Hitzige Diskussionen bis spät in die Nacht. (Keystone)

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Nach einer Zurückweisung im Dezember forderte eine bürgerliche «Sparallianz» aus SVP, FDP, CVP, EVP und Grünliberalen den Stadtrat auf, das Defizit von 220 Millionen Franken zu kürzen. Dieser machte vor allem Abstriche beim städtischen Personal.

Dementsprechend hitzig waren die Diskussionen gestern im Gemeinderat übers Budget: Als «Irrsinn» bezeichnete Rebekka Wyler (SP) die Rückweisung des Budgets, Kollegin Jacqueline Badran bezeichnete die Vertreter der SVP als «Politclowns, die die Bürgerlichen knechten». Nachdem Vertreter der EVP ankündigten, sich der Stimme zu enthalten, musste gar in einer Geheimabstimmung über die Streichung der Lunch-Checks von 11 Millionen Franken beim Personal entschieden werden. Mit dem Winkelzug erhoffte sich Niklaus Scherr (AL), Abweichler für sich zu gewinnen. Claudia Rabelbauer (EVP) tat sich schwer: «Es tut mir weh, die Lunch-Checks streichen zu müssen» – sie werde sich aber an die Allianz halten.

Danach brach Tumult im Ratssaal aus und Präsidentin Marina Garzotto (SVP) unterbrach die Sitzung. Mit einer Stimme Unterschied wurden die Lunch-Checks schliesslich doch gestrichen. Trotz Mehrheit konnten die Linken ihre Anträge nicht durchbringen – sie unterstanden der Ausgabenbremse und hätten für ein absolutes Mehr 63 Stimmen benötigt. Auch die Reka-Checks wurden gestrichen. Von der Bühne rief eine Frau: «Geiz ist geil!» Um 23.15 Uhr war Schluss – das Hardturmprojekt oder die Polizeistellen wurden auf nächsten Mittwoch vertagt.

(tor)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • eduihno18@live.com am 17.03.2011 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Teurer Lunch

    11mio für Mittagessen? Kleine Rchnung: 300 Arbeitstage:11mio= 3666.- pro Tag Bei Tausend Angestellten wäre das pro Tag SFr 36.60!

    einklappen einklappen
  • Meister Shifu am 18.03.2011 22:21 Report Diesen Beitrag melden

    Neid ist geil!

    Es ist unglaublich, wie viele Menschen neidisch sind. Nach dem Motto: "Wenn ich etwas nicht haben darf, dann auch niemand sonst!". Konkret geht es hier um billige Lunchcheks, die einem Statdtangestellten ca. CHF 1100.- pro Jahr ersparen. Und nun ist das weg. Aber diese Schadensfreude in der Bevölkerung macht mir Angst. Kümmert sich denn niemand mehr um Herrn Brandy Dougan und sein Jahresgehalt von CHF 90 Mio? Und die ganzen Bänker die unsere Gelder verprassen? Wir diskutieren hier über CHF 1000.- Lohn"-Bonus" und "es bizeli" Lohnerhöhung. Einfach lächerlich und primitiv!

  • Peschä am 17.03.2011 01:00 Report Diesen Beitrag melden

    Lunch Checks?

    Normale Menschen müssen ihr Essen von ihrem eigenen Geld bezahlen!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Meister Shifu am 18.03.2011 22:21 Report Diesen Beitrag melden

    Neid ist geil!

    Es ist unglaublich, wie viele Menschen neidisch sind. Nach dem Motto: "Wenn ich etwas nicht haben darf, dann auch niemand sonst!". Konkret geht es hier um billige Lunchcheks, die einem Statdtangestellten ca. CHF 1100.- pro Jahr ersparen. Und nun ist das weg. Aber diese Schadensfreude in der Bevölkerung macht mir Angst. Kümmert sich denn niemand mehr um Herrn Brandy Dougan und sein Jahresgehalt von CHF 90 Mio? Und die ganzen Bänker die unsere Gelder verprassen? Wir diskutieren hier über CHF 1000.- Lohn"-Bonus" und "es bizeli" Lohnerhöhung. Einfach lächerlich und primitiv!

  • Michi am 18.03.2011 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder soll für sein Wohlergehen selber

    aufkommen, wie jeder normale CH-Bürger auch.

  • eduihno18@live.com am 17.03.2011 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Teurer Lunch

    11mio für Mittagessen? Kleine Rchnung: 300 Arbeitstage:11mio= 3666.- pro Tag Bei Tausend Angestellten wäre das pro Tag SFr 36.60!

    • Städterin am 18.03.2011 08:56 Report Diesen Beitrag melden

      Nööööö

      Nein mein Lieber! 100 Franken IM MONAT, mehr bekommen wir nicht!

    • Tom Zumi am 18.03.2011 09:29 Report Diesen Beitrag melden

      Lunchcheck

      Nur hat die Stadt über 20000 Angestelte da sieht Deine Rechnung wieder anders aus....

    • Pablo am 18.03.2011 11:25 Report Diesen Beitrag melden

      Doch nicht so teurer Lunch

      In deine Berechnung hat sich ein Fehler eingeschlichen: 11mio / 300 Tage = 36'666.-. Dein Ergebnis ist jedoch korrekt, wenn du mit der ebenfalls falschen Zahl von 1000 Angestellten rechnest. Die Stadt hat jedoch 1600 Angestellte, was den täglichen Betrag auf CHF 22.90 senkt. Viel interessanter ist jedoch die Tatsache, dass jeder städtische Angestellte den ich kenne entweder CHF 100.- pro Monat in Lunchchecks oder CHF 100.- pro Monat als Verpflegunspauschale auf dem Lohnausweis gutgeschrieben bekam. Das ergäbe dann 100.- x 12 Monate x 1600 Angestellte = CHF 1920000.-. Wo ging also der Rest hin?

    • A.C. am 20.03.2011 01:09 Report Diesen Beitrag melden

      Traue keiner Statistik...

      ..die du nicht selbst gefälscht hast. Die Stadt Zürich hat gemäss der offiziellen Seite der Stadt Zürich (unter "Zahlen & Fakten": Beschäftigte in der Stadtverwaltung) 25700 Angestellte. Rechnet also doch bitte mit dieser Zahl. Pro Monat gab es bis Dezember 2010 entweder Lunchcheques im Wert von CHF 200.00, welche den Angestellten mit CHF 100.00 verrechnet wurden oder einen Verpflegungsbeitrag von CHF 100.00 - dies je nach Arbeitsstelle. Diese Bezüge wurden samt und sonders in den Lohnausweisen aufgeführt und entsprechend versteuert.

    • Ryan Altom am 20.03.2011 13:56 Report Diesen Beitrag melden

      Richtige Zahlen bitte!

      Die Stadt Zürich bestäftigte gemäss städtischen Portal 2009 27 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihr müsst also mit der Rechnung nochmals neu beginnen...

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  • Thomas am 17.03.2011 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Geiz ist wirklich Geil und Cool

    Diese Sonderleistungen braucht es wirklich nicht, und sollte auch kein Anstellungs-Bestandteil sein. Die Finanzkrise lässt grüssen.

  • Michael Meienhofer am 17.03.2011 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Schlecht bezahlte Staatsdiener?

    eher mehr ein Politikum, wer für die miserable Finanzlage büssen muss. Es waren schon immer die kleinen Bürger, die dafür herhalten mussten. Aber sie haben nichts gelernt. Bei den nächsten Wahlen wäre die Möglichkeit da, solche "Abwälzpolitiker" von ihren Aemtern fernzuhalten.Yes i can, oder doch nicht ?