Schaffhausen

23. August 2018 17:26; Akt: 23.08.2018 18:11 Print

Kettensägen-Angreifer ist in stationärer Behandlung

Der Mann, der letztes Jahr zwei CSS-Angestellte in Schaffhausen angriff, bekommt eine medikamentöse Zwangsbehandlung.

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Unterwegs in Schaffhausen: Dieses Foto zeigt den Angreifer unmittelbar vor der Tat. Peter Sticher (l.), Erster Staatsanwalt und Maj Ravi Landolt, Kantonaler Stv. und Leiter Sicherheitspolizei, sprechen am Mittwoch, 26. Juli 2017 an der Pressekonferenz der Polizei Schaffhausen. «Es war komisch»: Pizzeria-Chef Liman Kabashi konnte erst gar nicht glauben, dass der Gesuchte vorbeiläuft. Vor der Verhaftung des mutmasslichen Täters Franz Wrousis hat die Polizei das Bürogebäude in der Schaffhauser Vorstadt bewacht, in dem der Angriff stattgefunden hatte. (24. Juli 2017) Ein Polizeiwagen war vor dem Gebäude stationiert. Auch Einsätze im Kanton Thurgau: In Schlatt nahe der Grenze zu den Kantonen Zürich und Schaffhausen seien sechs Polizeiautos ausgerückt, berichtet eine Augenzeugin. (25. Juli 2017) Die Kantonspolizei Thurgau bestätigte den Einsatz. Umgebung von Schaffhausen: Beamte der Kantonspolizei Zürich machen sich für den Einsatz bereit. Ein Helikopter kreist über dem Einsatzgebiet. Wo ist der Motorsägen-Angreifer von Schaffhausen? Ein Polizeibeamter überquert die Strasse mit einem Spürhund in Uhwiesen ZH. Die Fahndung wird bei strömendem Regen fortgesetzt. Hier hatte der Angreifer offenbar zuletzt gelebt: Einsatzkräfte suchen den Wald in Uhwiesen ZH nach dem mutmasslichen Täter ab. (24. Juli 2017) Einsatzkräfte schleppen den Wagen des mutmasslichen Täters ab. Die Polizei ist teilweise schwer bewaffnet und mit Schutzwesten ausgerüstet. Die Kontrollschilder des Wagens hatte die Polizei entfernt und eine Mitteilung auf der Frontscheibe hinterlassen: «Bitte dringend um Rückruf». Gezielter Angriff auf eine Krankenkasse: Polizist überwacht abgesperrtes Areal in Schaffhausen. Das Gebiet wurde grossräumig abgesperrt, Läden und Häuser wurden evakuiert. Der Täter hat Mitarbeiter der CSS-Krankenkasse angegriffen: Polizisten tragen eine Absperrung in der Schaffhauser Altstadt. Mitglieder einer Sondereinheit der Polizei im Einsatz in der Vorstadt in Schaffhausen. In unmittelbarer Nähe befinden sich auch ein Büro der Helvetia-Versicherungen und Filialen von McDonald's und der Weltbild-Buchhandlung. Die Fahndung läuft: Schwer bewaffnete Polizisten riegeln die Altstadt ab. Der Täter hat mehrere Menschen mit einer Motorsäge angegriffen. Mediensprecherin Cindy Beer informiert Medienschaffende vor Ort. Die Polizei hat die Altstadt von Schaffhausen grossräumig abgeriegelt. Polizisten hatten einen Mann überwältigt, bei dem es sich aber nicht um den Täter handelte. Der Angriff erfolgte in einem Büro der Krankenversicherung CSS in der Vorstadt. Laut einem Leserreporter waren drei Polizei- und ein Sanitätswagen in der Nähe des Tatorts. Augenzeugen sagen, die Einsatzkräfte hätten eine Person auf einer Bahre weggetragen: Polizei- und Krankenwagen. Die Polizei hat Teile der Altstadt abgesperrt. Die Behörden sprechen von einer Sonderlage. Polizisten bewachen die Absperrungen. Fünf Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer: Die Rega hatte zwei Helikopter im Einsatz.

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Der 52-Jährige, der vergangenen Sommer mit einer Kettensäge Angestellte einer Versicherung in Schaffhausen angriff, befindet sich im vorzeitigen Massnahmenvollzug. Er erhält eine medikamentöse Zwangsbehandlung. Dies geht aus einem Urteil des Bundesgerichts hervor.

Der Betroffene wurde Ende September 2017 in das Zentrum für Stationäre Forensische Therapie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich in Rheinau überwiesen.
Im zuvor inhaftierten Gefängnis war er aufgrund von plötzlichen Stimmungsschwankungen unberechenbar. Zudem nahm er die verordneten Medikamente nicht ein.

Für die Mitte Juni angeordnete medikamentöse antipsychotische Zwangsbehandlung verlangte der 52-Jährige eine gerichtliche Beurteilung durch das Bezirksgericht Andelfingen. Dieses lehnte seine Beschwere ab.

Gefahr für sich selbst und Dritte

Ebenso hat das Obergericht Zürich im Juli entschieden, dass die Voraussetzungen für eine Behandlung gegen den Willen des Mannes erfüllt seien. Aufgrund der Vorgeschichte und der Einschätzung eines Gutachters müsse erwartet werden, dass der Betroffene eine Gefahr für sich und Dritte werden könne.

Dies geht aus einem am Donnerstag publizierten Urteil des Bundesgerichts hervor. Der Mann hatte gegen den Entscheid des Obergerichts Beschwerde in Lausanne eingelegt. Das Bundesgericht ist darauf nicht eingetreten, weil sie unzureichend begründet war.

(kat/sda)