Zürcher Obergericht

01. Juli 2014 22:02; Akt: 02.07.2014 13:35 Print

Kleine Verwahrung für Caliente-Schläger

von Attila Szenogrady - Das Zürcher Obergericht hat die Strafe gegen den Caliente-Schläger erhöht und die kleine Verwahrung bestätigt. Der Mann hatte am Fest 2011 einen Deutschen zu Tode geprügelt.

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Hier an der Brauerstrasse artete der Streit zwischen den beiden Männern am 2. Juli 2011 aus. (Bild: Google Street View)

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Es war am 2. Juli 2011, als sich der heute 27-jährige Beschuldigte kurz vor Mittag an das Caliente-Festival im Zürcher Kreis 4 begab. Dort traf der Kroate an der Brauerstrasse auf einen erheblich angetrunkenen Deutschen. Aus einem nichtigen Anlass kam es zwischen den beiden Männern zu einem Streit. Mit fatalen Folgen. So schlug der Beschuldigte dem ehemaligen Soldaten der Bundeswehr die Faust gegen das Kinn. Worauf das 28-jährige Opfer ungebremst mit dem Hinterkopf auf dem Asphalt aufschlug.

Der Schläger entfernte sich kurz, kehrte aber zurück und trat dem bewusstlosen Geschädigten noch in den Kopf. Mit tödlichem Ausgang, da der Deutsche nach drei Wochen an seinen schwersten Schädel-Hirn-Verletzungen verstarb. Der flüchtige Täter wurde kurz nach der Tat festgenommen und sitzt seither hinter Gittern.

Hohe Rückfallgefahr

Gestern wies der mehrfach vorbestrafte Arbeitslose vor dem Zürcher Obergericht den Vorwurf der vorsätzlichen Tötung zurück. Da er zuerst vom Geschädigten attackiert worden sei, habe er sich nur gewehrt, erklärte er. Den Tritt in den Kopf stritt er ab und wandte sich zudem gegen eine stationäre Massnahme, die bereits das Bezirksgericht Zürich im Sinne einer kleinen Verwahrung angeordnet hatte. Grund dafür war ein psychiatrisches Gutachten, das dem Schläger nicht nur eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung attestierte, sondern auch von einer hohen Rückfallgefahr sprach.

Das Obergericht folgte aufgrund von mehreren glaubhaften Belastungszeugen den Darstellungen der Anklage, ging von einer vorsätzlichen Tötung aus und erhöhte die siebenjährige Strafe des Bezirksgerichts Zürich auf neu acht Jahre. Entscheidend war aber die Bestätigung der kleinen Verwahrung. Das bedeutet, dass der Gewalttäter vorläufig weggesperrt bleibt und erst nach fünf Jahren auf eine neue ärztliche Überprüfung hoffen kann. Er kann erst wieder freikommen, wenn ihn die zuständigen Ärzte als geistig gesund und nicht mehr gefährlich einstufen.