Zürich

29. Januar 2019 10:24; Akt: 29.01.2019 10:24 Print

Polizist muss wegen Bestechung vor Gericht

Ein Zürcher Kantonspolizist muss sich wegen passiver Bestechung vor Gericht verantworten. Er soll einer Ex-Stasi-Agentin geheime Informationen beschafft haben.

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Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat gegen einen Kantonspolizisten ermittelt. Nun wurde der seit 2017 freigestellte Beamte unter anderem wegen passiver Bestechung und Verletzung des Amtsgeheimnisses angeklagt, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Im Zentrum des Falls steht die Privatdetektivin Christina Wilkening aus Deutschland.

In DDR-Zeiten arbeitete Wilkening für die Staatssicherheit. Nach der Wende machte sie sich selbstständig. Zum Zürcher Polizisten soll sie bei mehreren Treffen eine «freundschaftliche» Beziehung aufgebaut haben – unter anderem spielte sie ihm Informationen zu. Später soll sie ihn für ihre eigenen Recherchen gebraucht haben. Das sagte sie zu deutschen Ermittlern während einem Verhör in einem anderen Fall. In ihrer Buchhaltung tauchte offenbar der Name des Zürcher Polizisten auf.

Geheime Adresse beschafft

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Polizisten vor, der Privatdetektivin die geschützte Privatadresse eines Staatsanwalts des Bundes beschafft zu haben, der einen für sie interessanten Fall geführt hatte. Zudem soll der Zürcher Beamte einen Ermittler der Bundeskriminalpolizei angegangen haben. Beim Fall geht es um den ukrainischen Ex-Politiker Nikolai Martynenko, der in einen Korruptionsskandal verwickelt sein soll.

Der Beamte bestreitet laut «Tages-Anzeiger» die Vorwürfe gegen ihn. Der Prozess soll noch dieses Jahr stattfinden. Bis ein Urteil gefällt ist, gilt die Unschuldsvermutung.

(tam)