Wasserwerfer und Tränengas

22. April 2019 16:42; Akt: 22.04.2019 17:46 Print

Krawall-Ostern rund ums Zürcher Seebecken

Die Polizei hatte am Wochenende rund ums Zürcher Seebecken viel zu tun. Auch in der Nacht auf Montag kam ein Wasserwerfer zum Einsatz.

Leser dokumentierten die Ausschreitungen mit Videoaufnahmen. (Video: Tamedia / Leser-Reporter)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Brennende Container, fliegende Glasflaschen und Wasserwerfer – in den Nächten auf Freitag, Sonntag und Montag kam es im Bereich Utoquai und Stadelhofen in Zürich zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte am Samstag gar einen Wasserwerfer, Tränengas und Gummischrot ein.

Mehrere Leser-Reporter haben die Szenen hautnah miterlebt. «Wir kamen von der Chinawiese her und plötzlich brannten meine Augen wegen dem Tränengas», sagt Lorena S. (23), die kurz vor Mitternacht mit ihrem Freund am Utoquai vorbeikam.

Dort herrschte ein riesiges Chaos: «Ein junger Mann war völlig ausgerastet. Ich hörte, wie Glasflaschen am Boden zersplitterten und mehrere Personen laut schrien. Es waren junge Leute.» Auch Container hätten gebrannt. Viele Menschen seien weggerannt. «So etwas habe ich noch nie gesehen. Das hat ein unangenehmes Gefühl in mir ausgelöst», so S.

Wasserwerfer beim Stadelhofen

Immer mehr Polizisten in Vollmontur kamen vor Ort. Gegen 1 Uhr kam beim Bahnhof Stadelhofen sogar ein Wasserwerfer zum Einsatz. «Als dieser kam, wurde es hektischer», sagt Leser-Reporter D. N. (22), der das Geschehen mit Kollegen beobachtet hat. Teenager hätten Flaschen gegen den Wasserwerfer geschossen – dieser reagierte mit Wasserstrahlen. «Als er in unsere Richtung kam, sind wir weggerannt.»

Die Stadtpolizei Zürich bestätigt mehrere Vorfälle: Am Donnerstag brannte am Utoquai ein Container. Nach den Löscharbeiten kam es zu mehreren Flaschen- und Steinwürfen gegen Fahrzeuge und Mitarbeitende der Polizei. Ein Beamter wurde von einem Stein an der Schulter getroffen und leicht verletzt.

Vier junge Personen verhaftet

Am Samstag brannten am Utoquai wiederum Container. Die Polizei wurde mit Flaschenwürfen empfangen und die Feuerwehr konnte erst nach 30 Minuten zu den Containern gelangen. Später kam beim Stadelhoferplatz sogar ein Wasserwerfer zum Einsatz gegen Jugendliche, die mit Flaschen warfen. Vier Personen im Alter von 15 bis 19 Jahren sind unter anderem wegen Sachbeschädigungen festgenommen worden.

In der Nacht auf Montag kam es erneut zu Auseinandersetzungen am Utoquai, wie Sprecher Christian Spaltenstein auf Anfrage sagt: «Polizisten wurden mit Flaschen beworfen, als sie um 22 Uhr einen Sanitätseinsatz begleiteten. Zudem brannten mehrere Container.» Die Polizei konnte die Lage mit einem Schuss Gummischrot beruhigen. Vorsorglich wurde auch ein Wasserwerfer beim Bahnhof Stadelhofen platziert. «Dieser kam nicht zum Einsatz, half aber, die Situation zu entspannen.»

Ausschreitungen bereits im Sommer 2018

Am Utoquai kam es bereits im Sommer 2018 zu mehreren Schlägereien und Ausschreitungen, bei denen junge Leute involviert waren. Welche Massnahmen in Zukunft nötig seien, um das Utoquai in den Griff zu kriegen, könne man derzeit noch nicht sagen. «Das müssen wir analysieren.»

Es blieb aber nicht nur bei den Vorfällen am Utoquai und beim Stadelhofen. Am frühen Freitagmorgen wollte ein 34-jähriger Mann die Dienstwaffe eines Polizisten entreissen, während zwei Patrouillen den Tatbestand einer Schlägerei im Langstrassenquartier aufgenommen haben.

Massenschlägerei und Brandanschlag

Weiter kam es rund um das Mythenquai zu einer Massenschlägerei am Sonntagabend. Laut Stadtpolizei-Sprecher Spaltenstein gab es dabei mehrere Verletzte – eine Person musste mit Kopfverletzungen ins Spital gebracht werden. «Insgesamt 13 Personen wurden von der Polizei befragt, mehrere tatverdächtige Personen im Alter zwischen 25 und 28 Jahren wurden vorläufig verhaftet.»

Damit aber immer noch nicht genug: Am frühen Montagmorgen wurde das türkische Konsulat im Kreis 6 noch mit Molotowcocktails attackiert. Drei junge Männer im Alter von 17, 18 und 19 Jahren wurden verhaftet.

(tam)